Franziska Brantner

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Franziska Brantner (2014)

Franziska Katharina Brantner (* 24. August 1979 in Lörrach) ist eine deutsche Politikwissenschaftlerin und Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen). Sie gehört dem 18. Deutschen Bundestag an.

Leben[Bearbeiten]

Brantner wuchs in Neuenburg am Rhein auf und absolvierte am Deutsch-Französischen Gymnasium in Freiburg im Breisgau ihr Abitur. Nach dem Abitur war sie ein Jahr lang in den Büros der Heinrich-Böll-Stiftung in Tel Aviv und dann in Washington D.C. tätig. Anschließend studierte sie Politikwissenschaften mit Schwerpunkt Internationale Beziehungen und Europapolitik an der Elitehochschule Sciences Po in Paris und an der Columbia University’s School of Public and International Affairs (SIPA) in New York mit Master- und Diplomabschluss 2004. 2010 wurde sie an der Universität Mannheim mit einer Arbeit über die Reformfähigkeit politischer Institutionen am Beispiel der Vereinten Nationen promoviert. Währenddessen arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Politische Wissenschaft II von Thomas König und erhielt einen Lehrauftrag für Internationale Politik. Am European Studies Center des St Antony’s College in Oxford war sie von 2006 bis 2007 wissenschaftliche Mitarbeiterin.

Während der Konferenz „Peking+5“ der UN-Vollversammlung im Jahr 2000 (einer Nachfolgekonferenz zur UN-Weltfrauenkonferenz von Peking 1995) und noch bis 2005 war Brantner Ko-Vorsitzende des „Youth Caucus“ der UN Commission on the Status of Women. Für den Entwicklungsfonds der Vereinten Nationen für Frauen (UNIFEM), die UN-Frauenrechtsorganisation, war sie als Beraterin tätig und koordinierte in Brüssel ein Kooperationsprojekt mit der französischen EU-Ratspräsidentschaft des Jahres 2008, das den europäischen Rahmenplan zur Resolution 1325 des UN-Sicherheitsrates entwickelte. Für den European Council on Foreign Relations war sie Mitautorin einer Studie zur EU-Menschenrechtspolitik in den Vereinten Nationen. Für die Bertelsmann-Stiftung arbeitete sie in Brüssel zum Thema europäische Außenpolitik und europäische Antworten auf die Finanz- und Wirtschaftskrise.

Brantner ist zudem nach den Richtlinien des Bundesverbandes Mediation ausgebildete Mediatorin. Sie spricht fließend Französisch, Englisch und Spanisch und kann sich auf Hebräisch verständigen.

Brantner war mit dem Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer liiert, mit dem sie eine im Mai 2010 geborene gemeinsame Tochter hat.[1][2][3] Sie lebt in Heidelberg.[4]

Politik[Bearbeiten]

Brantner trat 1996 mit 17 Jahren der Grünen Jugend bei, wurde Mitglied in deren baden-württembergischem Landesvorstand (1996-1997) und im Bundesvorstand (1997-1999). Während ihres Studiums an der Sciences Po in Paris gründete sie eine grüne Hochschulgruppe und war dort 2001/2002 Mitorganisatorin des ersten „Europäischen Studentenkonvents“.

Sie war Mitglied der Friedens- und Sicherheitspolitischen Kommission der Bundespartei und war Mitglied des Autorenteams für das Wahlprogramm der Partei zur Europawahl 2009.

Bei der Europawahl 2009 kandidierte sie auf Platz 11 der Bundesliste von Bündnis 90/Die Grünen als gemeinsame Kandidatin der Grünen der Metropolregion Rhein-Neckar und errang somit eines der insgesamt 14 von den deutschen Grünen erreichten Mandate im Europäischen Parlament. Sie gehörte der Fraktion Grüne/EFA an und war außenpolitische Sprecherin der Fraktion und ständige Berichterstatterin für das EU-Stabilitätsinstrument für Konfliktlösung und Krisenreaktion. Außerdem hat sie für die Grünen/EFA die Verhandlungen über den Aufbau und die Reform des Europäischen Auswärtigen Dienstes geführt. Sie war ständiges Mitglied und grüne Koordinatorin im Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten und stellvertretendes Mitglied des Unterausschusses für Sicherheit und Verteidigung, des Frauenrechts- und Gleichstellungsausschusses sowie des Haushaltsausschusses. Ebenso ist Brantner als Stellvertreterin engagiert in der Delegation in der Parlamentarischen Versammlung der Union für den Mittelmeerraum.[5]

Brantner war Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Europäisches Parlament und eine von vier Vize-Vorsitzenden der European Parliament Platform for Secularism in Politics (EPPSP), einem Forum für Mitglieder des Europäischen Parlaments und der Zivilgesellschaft[6]. Im Jahr 2010 unterstützte sie die Spinelli-Gruppen-Initiative für mehr Europa. In der Euro-Krise plädierte sie 2012 für eine Haftungsgemeinschaft.[7]

2012 wurde sie in der Nachfolge von Fritz Kuhn von den Grünen im Bundestagswahlkreis Heidelberg für die Bundestagswahl 2013 nominiert[8] und wurde über die Landesliste gewählt. Mit dem Einzug in den Bundestag hat sie am 21. Oktober 2013 ihr Mandat im Europaparlament niedergelegt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Entgegen mancher Meldungen waren sie nie verheiratet, Boris Palmer will bei der OB-Wahl 2014 wieder kandidieren. In: Schwäbisches Tagblatt.
  2. Letzter Arbeitstag des Tübinger OB vor der Elternzeit. In: Schwäbisches Tagblatt. 26. August 2010, abgerufen am 13. November 2010.
  3. Ingrid Thoms-Hoffmann: RNZ-Wahlforum: Alle saßen erstmals an einem Tisch. Rhein-Neckar-Zeitung, 20. September 2013, abgerufen am 26. September 2013.
  4. Ingrid Thoms-Hoffmann: Franziska Brantner hat es noch in den Bundestag geschafft. Rhein-Neckar-Zeitung, 24. September 2013, abgerufen am 26. September 2013.
  5. Website des Europäischen Parlaments
  6. Allianz für ein säkulares Europa., Mitteilung Nr. 11255 des Humanistischen Pressedienstes vom 9. März 2011
  7. Weil wir nicht ehrlich sind - DIE ZEIT Nr. 32, 2. August 2012
  8. http://www.gruene-heidelberg.de/nc/innenseiten/news/news/archive/2012/july/18/article/heidelberger-gruene-nominieren-franziska-brantner-fuer-den-bundestagswahlkampf/

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Franziska Brantner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien