Frauenhaarfarne

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Frauenhaarfarne
Dreieckiger Frauenhaarfarn (Adiantum raddianum)

Dreieckiger Frauenhaarfarn (Adiantum raddianum)

Systematik
Abteilung: Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Farne
Klasse: Echte Farne (Polypodiopsida)
Ordnung: Tüpfelfarnartige (Polypodiales)
Familie: Saumfarngewächse (Pteridaceae)
Gattung: Frauenhaarfarne
Wissenschaftlicher Name
Adiantum
L.
Frauenhaarfarn (Adiantum capillus-veneris)
Rauer Frauenhaarfarn (Adiantum hispidulum)
Adiantum jordanii in Kalifornien
Pfauenradfarn (Adiantum pedatum)
Diamant-Frauenhaarfarn (Adiantum trapeziforme)
Immergrüner Frauenhaarfarn (Adiantum venustum)

Die Frauenhaarfarne (Adiantum) sind eine Gattung von Farnen. Kennzeichnendes Merkmal der Gattung ist der umgeschlagene Blattrand, der die Sori bedeckt.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Rhizome sind kurz oder lang kriechend bis halb aufrecht, und verzweigt. Die Schuppen sind dunkelgelb bis dunkel rot-braun (selten schwarz), ein- oder zweifarbig, linealisch-lanzettlich bis lanzettlich. Ihr Rand ist ganz, ausgebissen-bewimpert oder winzig gezähnt.

Die Blätter sind meist einheitlich, seltener etwas zweigestaltig. Sie stehen dicht gehäuft bis nahe beieinander, selten entfernt und sind 15 bis 110 Zentimeter groß. Der Blattstiel ist kastanienbraun bis dunkel-purpurn oder schwarz. Er besitzt an der Oberseite eine einzelne Rille. Der Stiel ist kahl bis behaart und wird von einem oder zwei Leitbündeln durchzogen.

Die Blattspreite ist im Umriss lanzettlich, eiförmig, kellenförmig, oder fächerformig, und dabei ein- bis vierfach (selten bis neunfach) gefiedert. Beide Seiten sind meist kahl (in Nordamerika besitzen zwei Arten zerstreut Haare). Die Oberseite ist stumpf bis glänzend, nicht gestreift. Die Blattspindel ist gerade bis gebogen. Die fast sitzenden bis kurz gestielten Blattabschnitte letzter Ordnung sind kreisförmig, fächerförmig, rhombisch oder länglich mit gestutztem bis keilförmigem Grund und 3 bis 29 mm breit.

Die fruchtbaren Blattabschnitte sind am Rand umgebogen und bilden Pseudoindusien. Diese sind 0,6 bis 1 mm breit und hell graugrün oder braun bis dunkelbraun gefärbt. Sie verdecken die Sporangien, bis diese sich öffnen. Die Sporangien selbst stehen fast am Spreitenrand entlang der Blattadern, manchmal auch zwischen diesen, an der Unterseite der Pseudoindusien. Die Sporen sind gelb bis gelblich-braun, tetraedrisch bis kugelig.

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 29 oder 30.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung ist annähernd weltweit verbreitet (subkosmopolitisch). Sie fehlt allerdings in den Breiten jenseits des 60. Breitengrads. Ihre höchste Diversität erreichen sie in den südamerikanischen Anden. In Trockengebieten fehlen sie völlig. Sie wachsen terrestrisch oder auf Felsen.

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung gehört innerhalb der Familie der Saumfarngewächse zu einer monophyletischen Gruppe, die neben Adiantum die neun Gattungen der Vittarioideae umfasst und als Unterfamilie Adiantoideae bezeichnet werden könnte.[1] Während die Gattung selbst sehr gut charakterisiert ist, lassen sich die Arten nur schlecht voneinander abgrenzen. Die Artenzahl beträgt 150 bis 200.

In Europa kommen drei Arten vor, davon ist nur eine einheimisch, die in den Südalpen[2] auch den Südrand Mitteleuropas erreicht:[3]

  • Frauenhaarfarn oder Gewöhnlicher Frauenhaarfarn (Adiantum capillus-veneris L.) in Süd- und Westeuropa.
  • Rauer Frauenhaarfarn (Adiantum hispidulum Sw.), Heimat: tropisches Afrika, tropisches Asien, Australien, Neuseeland, eingebürgert auf den Azoren.
  • Dreieckiger Frauenhaarfarn (Adiantum raddianum C.Presl), Heimat: Mittel- und Südamerika, eingebürgert in Portugal, auf den Azoren sowie etwa seit dem Jahr 2000 in Brunnen und Kellerlichtschächten in Belgien, den Niederlanden[4] und im Ruhrgebiet.[5]

Der Pfauenrad-Frauenhaarfarn oder Pfauenradfarn (Adiantum pedatum L.) wird als Zierpflanze genutzt. Seine Heimat ist Nordamerika und Mexiko.

Weitere Arten (Auswahl):

Belege[Bearbeiten]

  • Cathy A. Paris: Adiantum. In:  Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 2: Pteridophytes and Gymnosperms, Oxford University Press, New York/Oxford u. a. 1993, ISBN 0-19-508242-7, S. 125–130 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche). online.
  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7, S. 1178–1179.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alan R. Smith, Kathleen M. Pryer, Eric Schuettpelz, Petra Korall, Harald Schneider, Paul G. Wolf: A classification for extant ferns. In: Taxon. Band 55, Nr. 3, 2006, ISSN 0040-0262, S. 705–731, Abstract, PDF-Datei.
  2.  Karl Ulrich Kramer (Hrsg.): Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Pteridophyta, Spermatophyta. Begründet von Gustav Hegi. 3., völlig neubearbeitete Auflage. Band I. Teil 1 Pteridophyta, Paul Parey, Berlin/Hamburg 1984, ISBN 3-489-50020-2, S. 115–117.
  3. A. Lawalrée, J. R. Akeroyd, A. M. Paul: Adiantum. In: T. G. Tutin, N. A. Burges, A. O. Chater, J. R. Edmondson, V. H. Heywood, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. 2., überarbeitete Auflage. Volume 1: Psilotaceae to Platanaceae, Cambridge University Press, Cambridge/New York/Melbourne 1993, ISBN 0-521-41007-X, S. 13–14 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. F. Verloove, R. van der Ham, T. Denters: Exotische muurvarens in België en Nederland. In: Dumortiera. Band 92, 2007, S. 1–16, PDF-Datei.
  5. Ann-Helen Dierkes, Andreas Sarazin, Renate Fuchs, Götz Heinrich Loos, Peter Keil: Ein Vorkommen von Adiantum raddianum C. Presl (Adiantaceae) in Essen (Nordrhein-Westfalen). In: Floristische Rundbriefe. Band 39, S. 45–49, PDF-Datei.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frauenhaarfarne – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien