Frauenwald

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Frauenwald
Frauenwald
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Frauenwald hervorgehoben
50.58111111111110.859722222222750Koordinaten: 50° 35′ N, 10° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Ilm-Kreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Rennsteig
Höhe: 750 m ü. NHN
Fläche: 19,11 km²
Einwohner: 989 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 52 Einwohner je km²
Postleitzahl: 98711
Vorwahl: 036782
Kfz-Kennzeichen: IK, ARN, IL
Gemeindeschlüssel: 16 0 70 015
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Nordstraße 96
98711 Frauenwald
Bürgermeister: Frank Amm
Lage der Gemeinde Frauenwald im Ilm-Kreis
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Über dieses Bild
Ortsansicht
Das "Sprungschanzenhaus" auf dem Großen Riesenhaupt (764 m) in Frauenwald

Frauenwald ist ein Erholungsort im Thüringer Wald im Ilm-Kreis.

Geografie[Bearbeiten]

Frauenwald liegt auf einem Bergrücken zwischen Nahetal und Schleusetal in deutlich über 700 Metern Höhe, etwa zwei Kilometer südlich des Rennsteigs. Der Ort ist ein Straßendorf von etwa zwei Kilometern Länge. Rechts und links des Kammes, auf dem die Dorfstraße entlangführt, fallen die Hänge steil ab. Frauenwald ist von reichen Fichtenwäldern umgeben. Höchste Stelle des Ortes ist der Große Riesenhaupt (764m). Nahe diesem Gipfel steht das weithin sichtbare, in seiner Sprungschanzenform ortsbildprägende ehemalige NVA-Erholungsheim Auf dem Sonnenberg, das später vorübergehend als Wohnheim für Asylbewerber diente und heute nicht mehr genutzt wird.

Weitere Berge nahe Frauenwald sind der 824 Meter hohe Große Hundskopf im Norden und der 784 Meter hohe Schmiedswiesenkopf im Süden. Zwischen Frauenwald und Neustadt am Rennsteig liegt der bekannte Dreiherrenstein.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zwei Kilometer nördlich des Hauptortes befindet sich der Ortsteil Allzunah, unmittelbar am Rennsteig gelegen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden: Stützerbach, Langewiesen, Neustadt am Rennsteig, Schleusegrund, Nahetal-Waldau, Suhl, Schmiedefeld am Rennsteig.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Sage nach verirrte sich 1177 Graf Poppo VI. von Henneberg beim Jagen im Thüringer Wald. Er wurde von einem Köhler aufgenommen und wieder auf die Geleitstraße Erfurt–Nürnberg gebracht. Aus Dank hatte der Köhler einen Wunsch frei. Er wünschte sich eine Kapelle, in der er mal ein Gebet sprechen könne. Graf Poppo ließ auf den Höhen des Thüringer Waldes eine Kapelle bauen, die ab 1218 dem Kloster Veßra übertragen wurde, dies ist die erste urkundliche Erwähnung des Ortes. Das Kloster ließ die Kapelle zu einer Propstei mit Frauenstift ausbauen, woher der jetzige Name Frauenwald (zu den Frawen auff dem Wald) stammt. Das Frauenstift bestand bis 1520.

Die Salzburger Exulanten zogen am 23. Juli 1732 durch den Ort und wurden hier im Auftrag Augusts des Starken mit vier Eimern Bier kostenlos vom Schultheiß versorgt. Ein Brand in der Nacht vom 7. zum 8. August 1778 vernichtete die Schule und das Pfarrhaus mit allen Kirchenbüchern. Bis 1815 gehörte der Ort zum hennebergischen bzw. kursächsischen Amt Schleusingen und gelangte dann an den Kreis Schleusingen der neugebildeten preußischen Provinz Sachsen, bei dem er bis 1945 verblieb.

Am 3. August 1831 wurde die nach den Bauplänen von Karl Friedrich Schinkel gebaute Kirche St. Nicolai geweiht. Frauenwald gehörte bis 1945 zum preußischen Landkreis Schleusingen. Während des Zweiten Weltkrieges mussten 27 Männer vorwiegend aus der Sowjetunion im Rennsteig-Werk und im Glaswerk Schübel Zwangsarbeit leisten. Auf dem Friedhof sind zwei verstorbene und acht von der Wehrmacht erschossene Zwangsarbeiter bestattet.[2]

Von 1945 bis 1952 gehörte der Ort zum Landkreis Arnstadt, zwischen 1952 und 1994 zum Kreis Ilmenau und seit 1994 zum Ilm-Kreis.

Während der Zeit der DDR befand sich in der Nähe Allzunahs ein ehemaliger Bunker des Ministeriums für Staatssicherheit, der im Ernst- bzw. Kriegsfall der Bezirkseinsatzleitung des Ministeriums als Zentrale dienen sollte. Er wurde seit 2004 zu einem Bunkermuseum (50° 36′ 23″ N, 10° 50′ 47″ O50.6062510.846444444444) ausgebaut.

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 5. Januar 1993 genehmigt.

Blasonierung: „Geteilt von Grün und Silber; vorn eine silberne Frauengestalt im mittelalterlich-klösterlichen Gewand, hinten eine grüne bewurzelte Fichte.“

Der Ort entstand durch die Gründung eines Nonnenklosters (Kloster auf dem Wald zu den Frauen) durch das hennebergische Prämonstratenserstift Veßra vor 1323. Das redende Frauenwalder Gemeindewappen symbolisiert den Ortsnamen und die Ortsentstehung durch die Frauengestalt in mittelalterlich-klösterlichem Gewand sowie die Fichte als den typischen Baum des Thüringer Waldes.[3]

Das Wappen wurde von den Heraldikern Frank Jung und Frank Diemar gestaltet.

Ortspartnerschaften[Bearbeiten]

Eine Ortspartnerschaft besteht zu Villebon-sur-Yvette in Frankreich und seit 23. Juni 1990 zu Liederbach am Taunus.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Frauenwald lebt vom Tourismus, speziell von Wintersportlern. Es gibt im Ort mehrere Hotels, die jedes Jahr über 38.000 Übernachtungen verbuchen. In Frauenwald hat sich die für Ferienorte typische Infrastruktur aus Skiliften, Skischulen und einigen kleinen Geschäften gebildet. Außerdem besitzt der Ort ein kleines Freibad im Lenkgrund.

Frauenwald war bis 1965 durch die Kleinbahn-AG Rennsteig-Frauenwald an das Bahnnetz angeschlossen. Heute verkehren nur noch historische Züge der Rennsteigbahn aus Ilmenau und Schleusingen bis zum Bahnhof Rennsteig. Aus Frauenwald führen 3 Straßen: eine über das Rennsteigkreuz nach Schmiedefeld am Rennsteig und zur B4, eine in den Ortsteil Allzunah und eine nach Steinbach-Langenbach.

Sport[Bearbeiten]

Musher beim Schlittenhunderennen in Frauenwald 2012

Frauenwald ist jährlich Austragungsort eines der größten deutschen Rennen reinrassiger Schlittenhunde in der Sprintdistanz. 1998, 2003, 2005 und 2012 fanden dort die Deutschen Meisterschaften im Schlittenhunderennen statt. Bereits 1999 erhielt Frauenwald den Auftrag für die Europameisterschaft, die ein großer Erfolg wurde. Vom 10. bis 12. Februar 2006 fanden im Ort die ersten Weltmeisterschaften im Schlittenhunderennen auf deutschem Boden statt. Dabei gingen über 150 Teilnehmer aus 14 Ländern an den Start.

Frauenwald ist jährlich Austragungsort des Super-8-Marathons, eines Radrennens für Mountainbiker mit Streckenlängen zwischen 43 und 120 Kilometern. Das Wochenende des Super-8-Marathons wurde 2006 um dem Lauf Rund um die Sportlerklause erweitert. Strecken: 21 km Laufen (seit 2007); 10 km Laufen; 10 km Nordic Walking; 1 km Steppkelauf.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Adolf Scheidt (1870–1947), Politiker, starb hier
  • Wolfgang Scheidel (* 1943), ehemaliger Rennrodler, arbeitete von 1977 bis 1990 als Betreuer in einem Ferienheim in Frauenwald
  • Ronny Amm (* 1977), Rennfahrer, wohnt in Frauenwald
  • Johannes Firn (* 1990), Juniorenweltmeister im Team Nordische Kombination

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 139, ISBN 3-88864-343-0
  3. Neues Thüringer Wappenbuch Band 2 Seite 10; Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft Thüringen e.V. 1998 ISBN 3-9804487-2-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frauenwald – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien