Freaks

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Dieser Artikel behandelt den US-amerikanischen Film. Für die Personenklassifizierung siehe Freak.
Filmdaten
Deutscher Titel Freaks
Originaltitel Freaks
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch und Deutsch
Erscheinungsjahr 1932
Länge 64 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Tod Browning
Drehbuch Al Boasberg,
Willis Goldbeck,
Leon Gordon,
Edgar Allan Woolf
Produktion Tod Browning,
Irving Thalberg
Musik -
Kamera Merritt B. Gerstad
Schnitt Basil Wrangell
Besetzung

Freaks ist ein US-amerikanischer Horrorfilm aus dem Jahr 1932 von Regisseur Tod Browning.

Handlung[Bearbeiten]

Der kleinwüchsige Hans ist Teil einer Kuriositätenshow bei einem Zirkus. Er ist mit der ebenfalls kleinwüchsigen Frieda verlobt, hat sich jedoch in die Trapezkünstlerin Cleopatra verliebt. Er macht ihr trotz Friedas Warnung Komplimente und Geschenke, die Cleopatra gerne annimmt, aber hinter Hans’ Rücken macht sie sich über ihn lustig.

Als Cleopatra erfährt, dass Hans durch eine Erbschaft vermögend geworden ist, schmiedet sie mit ihrem Geliebten, dem Muskelmann Hercules, einen perfiden Plan: Cleopatra heiratet Hans. Auf der Hochzeit macht sich Cleopatra über die Freaks lustig. Doch nicht nur das − sie und Hercules versuchen, Hans zu vergiften. Dieser überlebt, doch sind ihm nun die Augen geöffnet worden. Daraufhin nehmen die Freaks Rache.

Wer sich täglich zum Gespött der „Normalen“ machen lässt, hält untereinander zusammen. Und wer einen von ihnen beleidigt, beleidigt alle. Sie töten Hercules und machen die schöne Cleopatra gewaltsam zu einem Freak. Diese wird – derart verstümmelt – schließlich selbst Teil einer Kuriositätenshow. Die Schlussszene zeigt, wie Hans und Frieda Jahre später doch wieder zusammenfinden.

Hintergrund[Bearbeiten]

Irving Thalberg, der Produktionsleiter von MGM, versuchte mit diesem Film an die Horrorerfolge der Konkurrenz Universal Studios anzuknüpfen. Er beauftragte Tod Browning damit, einen Film zu drehen, gegen den Dracula harmlos erscheinen sollte. Nach nur 36 Drehtagen entstand schließlich Freaks. Der Film basiert auf der Kurzgeschichte Spurs von Clarence Robbins, die erstmals im Februar 1923 im Munsey’s Magazine abgedruckt wurde. Entgegen dem üblichen Schema entschloss sich Browning, seinen Film so authentisch wie möglich wirken zu lassen. Daher wurden die „Freaks“ von echten Missgebildeten gespielt, die er weltweit auf Rummelplätzen oder in Zirkuszelten rekrutierte. Mit dem Hauptdarsteller Harry Earles hatte er bereits bei The Unholy Three zusammengearbeitet.

Ursprünglich sollten die Rollen von Hercules, Cleopatra und Venus mit Victor McLaglen, Myrna Loy und Jean Harlow besetzt werden; diese wollten jedoch nicht neben den Freaks spielen. F. Scott Fitzgerald hingegen, der zu dieser Zeit zu MGMs Autorenteam gehörte und mit den Filmstars nichts anfangen konnte, setzte sich immer zu den Freaks an einen Tisch.[1]

Regisseur Browning lebte selbst mehrere Jahre mit solchen Freaks im Zirkus. Eigentlich wollte er mit diesem Film ein Zeichen für das Verständnis der Andersartigkeit setzen, doch hatte der Film oftmals den gegenteiligen Effekt. Behinderungen galten als Kuriositäten und als moralisch bedenklich. Deshalb verließen viele Zuschauer die Aufführungen, weil ein solcher Film in dieser Zeit gegen die Moralvorstellungen der Besucher verstieß. Doch zeigt der Film, dass die „Monster“ nicht zwangsläufig beängstigend sein müssen und sich auch hinter einem „schönen“ und scheinbar normalen Menschen ein Monster verbergen kann.

Die Schlussszene war ursprünglich anders geplant. In einer ersten Fassung hört man Hercules, wie er nach der Bestrafung durch die Freaks Sopran singt. Dieses Ende verschreckte die Besucher bei Testvorführungen jedoch so sehr, dass es geändert wurde. Trotzdem wurde der Film in diversen Bundesstaaten und Städten der USA verboten. In manchen davon gilt dieses Verbot bis heute. Auch in Großbritannien war der Film 30 Jahre lang verboten. Damit endete auch die Karriere von Regisseur Browning, die gerade im Jahr zuvor mit dem Film Dracula ihren Höhepunkt erreicht hatte. Durch das Verbot der Zensoren war der Film für MGM nämlich ein finanzielles Desaster. Mittlerweile jedoch ist der Film einer der ganz großen Klassiker des Genres, der auch aus heutigem Blickwinkel nichts von seiner Intensität eingebüßt hat.

Der ursprünglich etwa 90 Minuten lange Film ist nur noch in einer um etwa ein Drittel kürzeren –  und mittlerweile restaurierten – Fassung erhalten. 1994 wurde der Film in das National Film Registry aufgenommen.

Kritiken[Bearbeiten]

„Ein ausgefallenes Werk im Rahmen des klassischen Horrorfilm-Genres, in dem äußerlich wohlgeratene, jedoch böse Menschen monströsen Mißgeburten gegenübergestellt werden, die sich in allem Elend ein Gefühl für Würde, Recht und Liebe bewahrt haben. Ein im Kern humaner, zugleich aber grauenerregender Film, der die phantastischen und makabren Aspekte der Geschichte weidlich ausspielt.“

Lexikon des internationalen Films [2]

„Bizarrer Kultfilm. So schräg und fremdartig, dass er Jahrzehnte brauchte, um sein Publikum zu finden.“

The Motion Picture Guide

„Ein verstörendes, faszinierendes Meisterwerk. Ein humaner, zärtlicher Horrorfilm.“

Kölner Stadtanzeiger, Köln

„Monströse Mißgeburten, aus allen Zirkusarenen der Welt, in einem gruseligen Spielfilm, dessen Horror atmosphärisch dicht mit den Äußerlichkeiten der Freaks operiert, um diese dann als die menschlichsten Wesen in die freie Phantasie des Zuschauers zu entlassen; packender, rührender, humaner Horror-Ausnahme-Film (…). (Wertung: 3 Sterne/sehr gut)“

– Lexikon „Filme im Fernsehen“ [3]

Musiktheater[Bearbeiten]

2007 diente der Film als Vorlage für die zeitgenössische Oper Freax, deren Musik von Moritz Eggert und das Libretto von Hannah Dübgen geschrieben wurde. Die konzertante Uraufführung im Rahmen des Internationalen Beethovenfestes Bonn sorgte für einen Skandal.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. IMDb-Trivia
  2. Lexikon des internationalen Films (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997
  3. Adolf Heinzlmeier, Berndt Schulz: Lexikon „Filme im Fernsehen“. 2. Auflage, Rasch und Röhring, Hamburg 1990, S. 257, ISBN 3-89136-392-3
  4. Bericht in Tagesspiegel