Fred Forbát

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Fred Forbát

Alfred (Fred) Forbat (* 31. März 1897 in Pécs (Ungarn); † 22. Mai 1972 in Vällingby (Schweden); auch: Alfréd Forbát, Alfred Füchsl, in der deutschen und skandinavischen Literatur zumeist: Fred Forbat) war ein ungarischer Architekt, Stadtplaner, Hochschullehrer und Maler, der in Deutschland, Ungarn, Griechenland, Sowjetunion und Schweden arbeitete. Er gilt als bedeutender Vertreter des Neuen Bauens.

Leben[Bearbeiten]

Fred Forbát wurde in Pécs als Kind jüdischer Eltern als Alfred Füchsl geboren (Namenswechsel 1915). 1914 Abitur an der Oberrealschule Pécs, anschließend studierte er Architektur an der Technischen Hochschule in Budapest. 1915 wurde er zum Militärdienst einberufen und musste das Studium abbrechen. Nach einem schweren Lungenleiden folgte ein fast zweijähriger Aufenthalt in einem Sanatorium in Tatra. Ab 1916 verfasste er wissenschaftliche kunsthistorische Arbeiten. 1917 nahm er das Architekturstudium wieder auf, zuerst in Budapest, danach an der Technischen Hochschule München. 1920 erfolgte der Abschluss des Studiums in München mit Diplom „Diplom. Ing. Architekt“. 1918 wurde er Mitglied der „Ungarischen archeologischen und antropologischen Gesellschaft“.

Von 1920 bis 1922 war er Student und Assistent bei Walter Gropius, damaliger Direktor der Vereinigten Kunstakademien und der Kunsthandwerksschule Staatliches Bauhaus in Weimar. 1922 Eheschließung mit Hedwig Rücker. Tätigkeit als selbstständiger Architekt. 1923 - 1924 übernahm er die technische Leitung der Bauprojekte der deutschen DEHATEGE Gesellschaft (Umsiedlungen Türkei und Griechenland) im Auftrag der „Refugee Settlements Comission“ des Völkerbundes. 1925 bis 1928 war er Chefarchitekt des Berliner „AHAG-Sommerfeld“ Konzerns. 1926 trat er der Vereinigung fortschrittlicher Architekten Der Ring bei. 1928 erwarb er die deutsche Staatsangehörigkeit.

Von 1928 bis 1932 arbeitete Forbát als selbständiger Architekt und in Bürogemeinschaft mit Hubert Hoffmann. 1929 - 1930 Mitglied der Sachverständigen Kommission der kommunalen Wohnungsfürsorge der Stadt Berlin. 1930 - 1931 Lehrer in Stadtplanung und Wohnungswesen an der „Ittenschule“ sowie ständiger Mitarbeiter der Baufachzeitschrift „Wohnungswirtschaft“ der freien Deutschen Gewerkschaften.

1932 - 1933 wurde er als Experte für Stadtplanung nach Moskau eingeladen. Auf der Rückreise, überrascht durch die „Deutsche Neuordnung“, verbrachte er drei Monate in Athen, wo er archäologische Arbeiten ausführte, die in Prof. W. Doerpfelds Werk „Alt-Olympia“ publiziert wurden. Von Sommer 1933 bis 1938 lebte er in seiner Geburtsstadt Pécs als freier Architekt. Hier erfuhr er vom Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit und vom Verbot, in Deutschland die Berufsbezeichnung Architekt zu führen. Wiedererlangung der Ungarischen Staatsangehörigkeit. 1938 folgte er einer Einladung des Architekten Uno Åhrén nach Schweden und setzte dort sein Exil fort. Er war von 1938 bis 1945 Mitarbeiter des Architekten Sune Lindström bei der Erstellung des Generalplans der Stadt Lund sowie Lindströms Mitarbeiter bei der Erstellung der Pläne für das Physiologische Institut der Universität Lund und der Bebauung mit Mietshäusern im Bezirk Borgmästaregården in Lund. Ab April 1942 war er in der HSB Abteilung für Stadtplanung angestellt.

Wichtige Arbeiten Restaurant „Grünewald“, Berlin-Zehlendorf (1925), Großgarage beim Botanischen Garten Berlin-Lichterfelde (1926), mehrere Mietshäuser mit 150 Wohnungen Grossiedlung Berlin-Siemensstadt (1928-1931), Stadion und Clubhaus für die Stadt Berlin in Berlin-Eichkamp (1929-1930), Stadtplan und Mietshäuser mit 1250 Wohnungen in Großsiedlung Berlin-Haselhorst (1930-1932), Reitschule in Berlin Düppel (1931), Stadtplaner für Berlin-Zehlendorf, Berlin-Machnow, Berlin-Cladow und weitere, Projekte für Arbeiterbank, Krankenhaus, Schulen usw. (1925-1932), Stadtpläne für die neuen russischen Städte Karaganda (Kasakstan) mit 240.000 Einwohnern, Lopatinski (Wolga) mit 18.000 Einwohnern und, in Zusammenarbeit mit Architekt Ernst May, Magnitogorsk (Ural) mit 240.000 Einwohnern (1932), fünf Mietshäuser mit 55 Wohnungen, mehrere Privathäuser und Sommervillen, Hotelumbau in Pécs, Ungarn (1934-1938), Generalplan für die Stadt Lund in Zusammenarbeit mit Architekt Sune Lindström, Stadtpläne für Außenbezirke und Stadtsanierung für die Stadt Lund. Sanierungsplan für Kungsbacka in Zusammenarbeit mit Architekt C.F. Ahlberg, Göteborg. (1938-1942), Generalplan für die Stadt Skövde sowie verschiedene Pläne und Untersuchungen für die HSB Abteilung für Stadtplanung, Vorschlag einer neuen Bevölkerungsstatistik und Anpassung an die Bedürfnisse der Stadtplanung, publiziert in Ekonomisk Tidskrift 1943:I (1942-1943)

Im Stadtplanungsministerium in Stockholm tätig und entwarf anschließend als Mitglied im Stadtplanungskomitee „Eglers Stadsplanebyrå“ u.a. die Masterpläne für die schwedischen Städte Skövde (1949), Landskrona (1951), Kullabygden (1959), Linköping (1967) und Kristinehamn. Seit 1950 war er Leiter des Instituts für Raumplanung.

1952 war Forbát Mitorganisator des Interims-Treffens des CIAM in Sigtuna (Schweden) und 1957 Teilnehmer der Internationalen BauausstellungInterbau“ in Berlin. Die Königliche Technische Hochschule Stockholm berief ihn von 1959 bis 1960 als Professor für Stadtplanung.

1951 wurde er korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung in Köln. 1969 berief ihn die Akademie der Künste West-Berlin als Mitglied.

Bauten, Projektbeteiligungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]