Fred H. Gage

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Fred Harrison Gage III (* 10. August 1950) ist ein US-amerikanischer Neurobiologe am Salk Institute for Biological Studies in La Jolla, Kalifornien.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Studium der Medizin an der University of Florida in Gainesville (Abschluss Bachelor) promovierte Gage an der Johns Hopkins University in Neurowissenschaften. Sein Dissertationsthema lautete A multivariate analysis of social dominance in rats. 1976 erhielt er eine erste Professur an der Texas Christian University in Fort Worth, Texas, 1981 für Histologie an der Universität Lund in Schweden. 1985 wechselte Gage als Professor an die Abteilung für Neurowissenschaften der University of California, San Diego in La Jolla, Kalifornien, bevor er 1995 eine Professur für Genetik am Salk Institute for Biological Studies erhielt, ebenfalls in La Jolla.

Wirken[Bearbeiten]

Gage entdeckte pluripotente Stammzellen in Gehirn und Rückenmark junger und erwachsener Säugetiere und damit die strukturelle und funktionelle Plastizität des Gehirns von ausgewachsenen Säugetieren. Gage konnte zeigen, dass beim Menschen während des gesamten Lebens Neuronen entstehen (adulte Neurogenese), dass Geburt und Überleben der Neuronen vom Verhalten abhängig sind und dass Neurotrophine funktionelle Wiederherstellungsprozesse von geschädigtem oder altem Gehirn induzieren können.

Die Überwindung des alten Dogmas, dass bei Erwachsenen keine neuen Hirnzellen entstehen können, eröffnet neue therapeutische Hoffnungen für Menschen die ein Hirntrauma erlitten haben oder an einer neurodegenerativen Erkrankung leiden.

Gage gehört zu den meistzitierten Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Neurowissenschaften. Thomson Reuters zählt ihn seit 2007 zu den Favoriten auf einen Nobelpreis (Thomson Reuters Citation Laureates).[1]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fred H. Gage bei Thomson Reuters (thomsonreuters.com); abgerufen am 27. November 2012
  2. La Fondation IPSEN awards an international prize in the field of Neuronal Plasticity. (ipsen.com); abgerufen am 18. Februar 2012
  3. Max-Planck-Forschungspreis für Biowissenschaften und Medizin bei der Max-Planck-Gesellschaft (mpg.de); im Internet Archive archivierte Seite
  4. Zülch-Preis bei der Max-Planck-Gesellschaft (mpg.de); abgerufen am 18. Februar 2012
  5. Book of Members 1780–present (PDF, 226 kB) der American Academy of Arts and Sciences (amacad.org); abgerufen am 18. Februar 2012
  6. The 2008 Keio Medical Science Prize Awardees bei der Keiō-Universität (keio.ac.jp); abgerufen am 18. Februar 2012