Fredensborg (Schiff)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Modell der Fredensborg, im Hintergrund Elfenbein aus dem Schiffswrack. In der Ausstellung im Aust-Agder kulturhistoriske senter in Arendal in Norwegen.

Die Fredensborg war eine Fregatte der Dänisch-Westindischen Kompanie (Vestindisk-Guineisk Kompagni). Das Schiff wurde 1752 oder 1753 in Kopenhagen gebaut und zunächst unter den Namen „Cron Prindz Christian“[1] in Dienst gestellt und im transatlantischen Dreieckshandel eingesetzt.

Im Jahre 1756 wurde das Schiff in „Fredensborg“[2] umbenannt und kam unter das Kommando von Kapitän Espen Kiønigs.

Das Schiff stach im Juni 1767 von Kopenhagen aus in See zu einer erneuten Fahrt auf der transatlantischen Dreiecksroute. Das Schiff hatte auf dieser Fahrt 40 Mann Besatzung, darunter den Schiffassistenten Christian Andreas Hoffman als Rechnungsführer der Kompanie und Joch Christopher Sixtus als Schiffsarzt. Das Schiff war mit zehn 4-Pfündern und diversen kleinerkalibrigen Schusswaffen ausgerüstet. Im Laderaum befanden sich noch 40 weitere Kisten mit Handfeuerwaffen, 32000 Feuersteine, Eisenstangen, Schuhe, Textilien, mit karibischen Korallen besetzte Halsbänder sowie große Mengen an Spirituosen, Wein und Schießpulver.

Die Fahrt führte zunächst nach Christiansborg (Accra) auf der Dänischen Goldküste[3]. Sieben Monate lang lag das Schiff auf der Reede vor Accra, wobei mehrere Besatzungsmitglieder an Tropenfieber bzw. im Zusammenhang mit Unfällen starben, unter ihnen auch Kapitän Kiønig und sein Erster Offizier. Der Steuermann Johan Frantzen Ferentz übernahm daraufhin das Kommando über das Schiff. Am 23. April 1768 lichtete man wieder Anker und stach Richtung Saint Croix (Dänisch-Westindien)[4] in See. Neben Gold und Elfenbein waren jetzt auch 265 Sklaven an Bord. Die Mannschaft war durch Todesfälle stark dezimiert, um eine sichere Navigation zu gewährleisten, waren auch einige Sklaven als Decksklaven übernommen worden. Auch hatte das Schiff einige Passagiere an Bord, darunter auch eine Frau.

Man fuhr zunächst in östlicher Richtung, um dann von São Tomé aus unter Ausnutzung der äquatorialen Meeresströmungen nach Norden und Westen zu segeln. Am 17. oder 18. Juli 1768 war man dann in Christiansted auf St.Croix, wo alle Sklaven verkauft wurden.[5]

Auf der Rückreise nach Europa lief jedoch die „Fredensborg“ am 1. Dezember 1768 im Sturm vor der südnorwegischen Küste bei Tromøya in der Nähe von Arendal auf Grund und sank. Die Ladung zum Zeitpunkt des Untergangs bestand überwiegend aus Elfenbein und Tropenholz (Brasilholz und andere Edelhölzer).

Das Schiffswrack der „Fredensborg“ wurde im September 1974 von Tauchern entdeckt. Über die letzte Reise der „Fredensborg“ existiert eine Ausstellung im Kulturhistorischen Center von Aust-Agder (Aust-Agder kulturhistoriske center) in Arendal, aber auch das Nationalmuseun von Ghana und das Museum von St. Croix erinnern in ihren Ausstellungen an die „Fredensborg“.

Literatur[Bearbeiten]

  • Erik Gøbel: Danish Trade to the West Indies and Guinea, 1671–1754. In: The Scandinavian Economic History Review. Vol. 31, Nr. 1, 1983, ISSN 0358-5522, S. 21–49.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. benannt nach dem späteren König Christian VII. von Dänemark und Norwegen
  2. benannt nach dem 1734-1741 von Dänen erbauten Fort Fredensborg (Ningo, auch Groß-Ningo) auf der Goldküste
  3. der Ostteil der Küste des heutigen Ghana
  4. heute Amerikanische Jungferninseln
  5. So kaufte z.B. der Plantagenbesitzer Heinrich Carl von Schimmelmann gleich am ersten Tag, 18. Juli 1768, 16 Männer und 2 Jungen.

Weblinks[Bearbeiten]