Frederick Gustavus Burnaby

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Frederick Gustavus Burnaby. Gemälde von James Tissot um 1875

Frederick Gustavus Burnaby (* 3. März 1842 in Bedford; † 17. Januar 1885 bei Abu Klea, Sudan) war ein britischer Militär, Reisender und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Burnaby wurde am 3. März 1842 als Sohn eines Pfarrers in Bedford geboren und wurde an der Bedford Grammar School und der Harrow School ausgebildet. Später erhielt er auch Privatunterricht in Deutschland. Er sprach Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch sowie Russisch fließend und hatte Kenntnisse des Türkischen und Arabischen.

Mit 16 bestand Burnaby 1859 die Aufnahmeprüfung in die Armee und trat als Kornett in ein Kavallerieregiment ein. Die Aufnahme erfolgte durch Einkauf (1200 Pfund Sterling). Er bereiste bereits in jungen Jahren Mittel- und Südamerika. 1868 berichtete er für Vanity Fair aus Spanien und Tanger. 1870 reiste er über Sankt Petersburg nach Odessa. 1874 war für die Times als Kriegsberichterstatter im Dritten Carlistenkrieg. Ende des Jahres entsandte ihn die Times in den Sudan wo er Charles George Gordon auf seiner Expedition den Nil hinauf bis in das Gebiet von Gondokoro begleitete.

Seine nächste Reise unternahm er ab 30. November 1879 nach Chiwa, das er mit Erfrierungen erreichte. Das nächste Ziel war Buchara. Burnaby wurde aber durch ein Telegramm des Oberbefehlshabers der britischen Armee, dem Herzog von Cambridge, zurückgerufen.

Nach seiner Rückkehr verfasste er das Buch Ride to Khiva welches ein großer Erfolg war und in einem Jahr elf mal aufgelegt wurde.

1876 bereiste er fünf Monate Kleinasien und besuchte unter anderem: Skutari, Angora, Tokat, Sivas, Erzincan, Erzurum, Van, Khoy, Doğubeyazıt, Kars, Ardahan und Batum. Auch über diese Reise verfasste er ein Buch On Horseback through Asia Minor, welches vor dem Hintergrund des Great Game stark antirussisch gefärbt war.[1]

Bei Ausbruch des Russisch-Osmanischen Kriegs begab er sich als Beobachter nach Kleinasien.

1879 heiratete er die achtzehnjährige Halbwaise Elizabeth Hawkins-Whitshed, Tochter eines irischen Landadeligen, die später als Bergsteigerin bekannt wurde und mit der er einen Sohn hatte (Harry, geboren 1880).

Bei der Unterhauswahl von 1880 trat er als Kandidat für Birmingham an, unterlag aber.

Während des Mahdi-Aufstands begab er sich, ohne Freistellung, am 10. Januar 1884 zu General Valentine Baker nach Sawakin und meldete sich freiwillig. In der Schlacht von Tel-el-Kebir wurde er verwundet. Am 17. Januar 1885 befehligte Burnaby in der Schlacht von Abu Klea einen Teil des Karrees. Hierbei wurde er von einem Speer tödlich in den Hals getroffen.

Burnaby war ein Verfechter der militärischen Nutzung der Ballonfahrt und unternahm selber am 23. März 1882 eine Fahrt über den Ärmelkanal. Auch war er Vorstandsmitglied in der Royal Aeronautical Society.

Beförderungen[Bearbeiten]

  • 1859 Fähnrich
  • 1861 Leutnant
  • 1866 Hauptmann
  • 1879 Major
  • 1880 Oberstleutnant

Schriften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Hopkirk: The Great Game. On Secret Service in High Asia. John Murray, London 1990, ISBN 0-7195-4727-X.
  • John Andrew Hamilton: Burnaby, Frederick Gustavus. In: Leslie Stephen (Hrsg.): Dictionary of National Biography (DNB), Band 7 (Brown – Burthogge), MacMillan & Co, Smith, Elder & Co., New York City, London 1886, S. 380382 (englisch)
  • Roger T. Stearn: Burnaby Frederick Gustavus. In: Oxford dictionary of national biography. From the earliest times to the year 2000. Hrsg von H. C. G. Matthew und Brian Harrison. Band 8. Oxford University Press, Oxford und New York 2004, ISBN 0-19-861358-X; S. 886–889.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Oxford Dictionary of National Biography. Seite 381.