Frederick William Hasluck

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Die Aiseposbrücke in Mysien, entdeckt und beschrieben von Hasluck

Frederick William Hasluck (* 16. Februar 1878 in Bytham Lodge, Municipal Borough of Southgate in der ehemaligen Grafschaft Middlesex, England; † 22. Februar 1920 im Sanatorium Beau Reveil in Leysin, Schweiz) war ein englischer Althistoriker und Archäologe.

Hasluck erhielt seine Ausbildung an der Leys School und am King's College der University of Cambridge . Nach dem Abschluss des College 1904 arbeitete er an der Britischen Schule in Athen (BSA), wo er bei den Ausgrabungen in Lakonien bei Geraki und Aggelona sowie in Kyzikos und Bithynien tätig war. Hasluck fand viel neues Material, darunter eine Inschrift von Gnaeus Pompeius Magnus und unveröffentlichte lokale Münzen. Sein bemerkenswertester Fund war die Aiseposbrücke, eine große bisher unbeschriebene römische Brücke in Mysien, wo er auch die Überreste der Makestosbrücke, der Weißen Brücke und der Konstantinbrücke untersuchte. Im Jahr 1906 bereiste er Kleinasien zusammen mit Richard MacGillivray Dawkins.

Hasluck heiratete Margaret Hardie, während er weiterhin an der Britischen Schule in Athen arbeitete, wo er 1911 bis 1915 stellvertretender Direktor und von 1906 bis 1915 Bibliothekar war. Margaret wählte aus den Angeboten ihres Mannes eine Reise nach Konya, dem ehemaligen Iconium, aus, wo das Paar das Frühjahr 1913 verbrachte.[1] Frederick war lange interessiert an der gegenseitigen Beeinflussung von Christentum und Islam im Osmanischen Reich und machte dieses Thema immer mehr zum Schwerpunkt seiner Arbeit. Die Haslucks wohnten in Athen und unternahmen während der nächsten vier Jahre ausgedehnte Reisen in den Südwesten des Balkans.

Haslucks Arbeit als Althistoriker und Archäologe an der Britischen Schule in Athen wurde auf Grund von mehreren Faktoren beendet. Hasluck geriet immer mehr in Bedrängnis durch A. J. B. Wace, der bei den Ausgrabungen in Lakonien mit Hasluck zusammenarbeitete. Es macht den Anschein, dass Wace in Hasluck einen möglichen Konkurrenten sah. Wace wurde Vorstandsmitglied der Britischen Schule in Athen, kehrte nach London zurück, wo er zum Direktor der Schule gewählt wurde, und dafür sorgte, dass Hasluck von der Britischen Schule entlassen wurde – wahrscheinlich auch auf Grund von Feindseligkeiten mit Margaret, der Frau Haslucks.

Die Haslucks blieben weiterhin in Athen, arbeiteten nun aber bei der britischen Gesandtschaft und halfen bei nachrichtendienstlichen Operationen.[2]

1916 zogen die Halslucks in die Schweiz, wo Frederick in das Tuberkulosen-Sanatorium Beau Reveil einzog und nach vier Jahren am 22. Februar 1920 verstarb.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  •  mit A. J. B. Wace: Laconia. In: The Annual of the British school at Athens. Nr. 11, 1904/1905, S. 81-145 (eBooksRead.com ).
  •  A Roman Bridge on the Aesepus. In: The Annual of the British School at Athens. Nr. 12, 1905/1906, S. 184–189 (eBooksRead.com).
  •  Cyzicus. University Press, Cambridge 1910 (unz.org).
  •  Constantinata. In: Essays William Ridgeway. University Press, Cambridge 1913, S. 635-638 (Open Library).
  •  Athos and its Monasteries. London 1924.
  •  Letters on Religion and Folklore. Luzac, London 1926.
  •  Christianity and Islam under the Sultans. Oxford University Press, Oxford 1929.

Literatur[Bearbeiten]

  • William Reginald Halliday: Obituary of F. W. Hasluck. In: Folk-Lore 31, 1920, S. 336–338.
  • David Shankland: Archaeology, Anthropology and Heritage in the Balkans and Anatolia: The Life and Times of F. W. Hasluck 1878-1920. Isis Press, Istanbul 2004.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Franklin Lewis, Rumi: Past and Present, East and West. The life, teaching and poetry of Jalâl al-Din Rumi, (Oneworld, 2007), 505.
  2. Robert Elsie: Historical Dictionary of Albania, (Scarecrow Press Inc., 2010), S. 184-185.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frederick William Hasluck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Frederick William Hasluck – Quellen und Volltexte (englisch)