Fredersdorf-Vogelsdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf
Fredersdorf-Vogelsdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf hervorgehoben
52.51166666666713.7550Koordinaten: 52° 31′ N, 13° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Märkisch-Oderland
Höhe: 50 m ü. NHN
Fläche: 16,36 km²
Einwohner: 12.626 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 772 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15370
Vorwahl: 033439
Kfz-Kennzeichen: MOL, FRW, SEE, SRB
Gemeindeschlüssel: 12 0 64 136
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Lindenallee 3
15370 Fredersdorf-Vogelsdorf
Webpräsenz: www.fredersdorf-vogelsdorf.de
Bürgermeister: Uwe Klett (Die Linke)
Lage der Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf im Landkreis Märkisch-Oderland
Altlandsberg Alt Tucheband Bad Freienwalde Beiersdorf-Freudenberg Bleyen-Genschmar Bliesdorf Buckow Falkenberg Falkenhagen Fichtenhöhe Fredersdorf-Vogelsdorf Garzau-Garzin Golzow Gusow-Platkow Heckelberg-Brunow Höhenland Hoppegarten Küstriner Vorland Lebus Letschin Lietzen Lindendorf Märkische Höhe Müncheberg Neuenhagen bei Berlin Neuhardenberg Neulewin Neutrebbin Oberbarnim Oderaue Petershagen/Eggersdorf Podelzig Prötzel Rehfelde Reichenow-Möglin Reitwein Rüdersdorf bei Berlin Seelow Strausberg Treplin Vierlinden Waldsieversdorf Wriezen Zechin Zeschdorf BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Evangelische Dorfkirche Fredersdorf
Dorfkirche Vogelsdorf

Fredersdorf-Vogelsdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg. Sie entstand 1993 aus den vormals selbständigen Gemeinden Fredersdorf und Vogelsdorf.

Geografie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Für die Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf sind drei Gemeindeteile ausgewiesen.

  • Fredersdorf Nord
  • Fredersdorf Süd
  • Vogelsdorf

Das Fredersdorfer Mühlenfließ trennt Fredersdorf Süd von Vogelsdorf. Fredersdorf Nord wird von Fredersdorf Süd durch die Ostbahn getrennt.

Geschichte[Bearbeiten]

1376 wurden die Dörfer Fredersdorf und Vogelsdorf im Landbuch von Kaiser Karl IV. erstmals erwähnt. In den folgenden Jahren entstand ein Rittergut mit Herrenhaus („Schloss Fredersdorf“). Die wenigen bäuerlichen Einwohner wurden zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert mehrfach von Kriegen und Krankheiten heimgesucht, ihre Häuser und Kirchen zerstört. 1710 und 1714 bauten die Dörfler ihre Kirchen aus Stein neu auf. Als Gutsbesitzer traten in den beiden Dörfern die Familien von Görtzke, von Podewils, Henry, Torganey, Verdrieß und von Bothe auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Gutsbesitzer enteignet.

Durch den Anschluss an das deutsche Eisenbahnnetz Ende des 19. Jahrhunderts (Preußische Ostbahn und Altlandsberger Kleinbahn) begann auch in Fredersdorf und Vogelsdorf ein industrielles und wirtschaftliches Wachstum. Die Zahl der Einwohner stieg erstmals auf über 1000. Fredersdorf baute für seine Kommunalverwaltung 1937 ein neues Rathaus.

1957 wurde ein kleiner Bereich von Altlandsberg in die Gemeinde Fredersdorf einbezogen. 1993 erfolgte ein Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Dörfer zur Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf mit einer Gesamteinwohnerzahl von 7000. Seitdem wächst die Bevölkerung kontinuierlich.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die beiden folgenden Grafiken zeigen, wie sich die Bevölkerung Fredersdorf-Vogelsdorf in seinen heutigen Grenzen entwickelt hat und voraussichtlich entwickeln wird. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung schneller als der Brandenburger Durchschnitt. Dies hängt mit dem industriellen Entwicklung Berlins und der Anbindung an die Eisenbahn zusammen. Da sich der Wohnungsbau der DDR seit Ende der 1960er auf die Hauptstadt, die Bezirksstädte sowie einige industrielle Zentren konzentrierte, ging die Bevölkerung der beiden Gemeinden zurück. Seit der Wende führt die Berlin-Nähe zu einem Wiederanstieg der Bevölkerung. Für die Zukunft bis 2030 sagen die Statistiker des Landesamtes eine Stagnation der Bevölkerung voraus, während die Bertelsmann-Stiftung mit einem weiteren Wachstum rechnet.

Jahr Einwohner
1875 859
1890 984
1925 2670
1933 4356
1939 5552
1946 5857
1950 5888
1964 7923
1971 8036
1981 7327
Jahr Einwohner
1985 7180
1989 6970
1990 6865
1991 6874
1992 6864
1993 7052
1994 7261
1995 7740
1996 8210
1997 8999
Jahr Einwohner
1998 9885
1999 10638
2000 11069
2001 11359
2002 11672
2003 12000
2004 12223
2005 12401
2006 12549
2007 12604
Jahr Einwohner
2008 12678
2009 12805
2010 12801
2011 12532
2012 12626

Die Quellen der Daten, die Grundlage der Darstellungen sind, finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[3].

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde besteht aus 22 Gemeindevertretern und dem Bürgermeister. Die folgende Aufstellung zeigt die Verteilung der Sitze auf die einzelnen Parteien:

  • Die Linke 5 Sitze
  • W.I.R. „Gemeinsam für Fredersdorf-Vogelsdorf“ 5 Sitze
  • CDU 3 Sitze
  • SPD 3 Sitze
  • BÜRGER FÜR BÜRGER 2 Sitze
  • FDP 1 Sitz
  • UFWG 1 Sitz
  • Bürgerallianz (BA) 1 Sitz
  • Einzelkandidat Nagel 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)[4] Von 10.127 Wahlberechtigten gaben 42,91 % ihre Stimmen ab.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 21. Juli 1994 genehmigt. Blasonierung: „Im von Gold und Grün gespaltenen Schild eine bewurzelte, mit Blättern und Früchten versehene Eiche in verwechselten Farben, belegt mit einer roten gestürzten und gekürzten Spitze, darin in Gold ein Vogel auf einem Ast.“[5]

Partnerschaften[Bearbeiten]

  • Eine Partnerschaft besteht mit der Gemeinde Marquette-lez-Lille in Frankreich seit 1999.
  • Eine weitere Partnerschaft besteht seit 2009 mit der englischen Stadt Sleaford.
  • Daneben existieren langjährige Kontakte zur polnischen Stadt Swarzędz.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Fredersdorf-Vogelsdorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Bauwerke[Bearbeiten]

Reste des Rittergutes: Taubenturm und (im Hintergrund) der Kuhstall
  • Dorfkirche Fredersdorf:
    Die Kirche in Fredersdorf existiert bereits seit dem 15. Jahrhundert, wurde im Dreißigjährigen Krieg jedoch zerstört. Der damalige Patron des Dorfes, Hans Sigismund von Görtzke, finanzierte in den Jahren 1708/09 einen Wiederaufbau. Der Kirchturm wurde 1801 komplett renoviert. Außen vor der Südseite des Gotteshauses steht ein Grabstein des 1712 verstorbenen Rittmeisters von Walwitz, daneben ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. In einer Gruft unterhalb des Turms befinden sich zehn Särge mit den verstorbenen Angehörigen des Görtzkeschen Geschlechtes. Bemerkenswert ist ein geschnitzter barocker Kanzelaltar im Kircheninneren.[7]
  • Dorfkirche Vogelsdorf
  • Rathaus
  • S-Bahnhof mit neuer Fußgängerbrücke (Verbindung von Fredersdorf Nord und Süd)
  • Mausoleum der Familie Heinrich Graf von Podewils
  • Taubenturm aus der Zeit der Erbauung der Dorfkirche. Er wurde restauriert, erhielt ein neues Dach und beherbergt heute ein kleines Museum für handwerkliche Geräte
  • Mahnmal von 1951 für die Opfer des Faschismus an der Lindenallee am Platz der Freiheit von dem Bildhauer Gente
  • die 1956 erbaute und renovierte Radrennbahn Fredersdorf
  • der verfallene Gutshof, ehemaliges Zentrum der Stadt, wird von den Bürgern in Eigenregie restauriert
  • Friedhofskapelle, Erbbegräbnis der Familie Bohm und die Lindenallee auf dem Evangelischen Friedhof Fredersdorf-Süd

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ein wichtiger Einzelhandelsstandort ist das Multicenter in Vogelsdorf. Unter anderen sind hier Möbel Kraft, Hornbach und Kaufland ansässig. Als gesonderter Wirtschaftsfaktor haben sich die beiden Seniorenheime in Fredersdorf entwickelt. Eins, der „Katharinenhof am Dorfanger“, ist ein Heim nur für demente Personen und besitzt eins von nur fünf Gütesiegeln in Deutschland für diese besondere Pflege.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraßen 1 und 5 verbinden Fredersdorf-Vogelsdorf nach Osten mit Polen und nach Westen mit Berlin. Die Autobahnanschlussstelle Berlin-Hellersdorf der A 10 (Berliner Ring) befindet sich etwa vier Kilometer südwestlich des Ortszentrums. Mit dem Haltepunkt Fredersdorf der S-Bahnlinie S5 von Berlin Westkreuz nach Strausberg Nord hat die Gemeinde Anschluss an das Netz der Berliner S-Bahn. Der Ortsteil Vogelsdorf wird mit der Buslinie 951 der Busverkehr Märkisch-Oderland GmbH erschlossen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Giacomo Meyerbeer (1791–1864), Komponist, geboren in Vogelsdorf
  • Carl Gottlob Bohm († 1883), Unternehmer und Fabrikant
  • Else Bestrich, bewahrte ein jüdisches Mädchen (die Tochter des Mannes, der den Schriftzug „Dem Deutschen Volke“ goss) vor der Ermordung durch die Nationalsozialisten

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fredersdorf-Vogelsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Tafel zur Geschichte des heutigen Ortes
  3. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  4. Gemeindevertretung auf Bürgeinfo Fredersorf-Vogelsdorf
  5. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  6. Städtepartnerschaften Vogelsdorf-Fredersdorf
  7. Homepage des Heimatvereins mit einem kurzen Abriss der Ortsgeschichte