Fredric Brown

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Fredric William Brown (* 29. Oktober 1906 in Cincinnati, Ohio; † 11. März 1972 in Tucson, Arizona; Schreibweise auch: Frederic oder Frederick Brown) war ein US-amerikanischer Science-Fiction- und Krimi-Autor.

Biografie[Bearbeiten]

Fredric Brown wuchs als einziges Kind von S. Karl Lewis Brown, einem Journalisten, und Emma Amelia Brown (geborene Graham) in Cincinnati auf. Seine Mutter starb 1920, als er vierzehn Jahre alt war. Im nächsten Jahr starb auch sein Vater. Danach lebte Fredric Brown bis zur Beendigung der High School 1922 bei der Familie eines Freundes. Nach der Schule arbeitete er als Büroangestellter in einer Firma, die 1924 geschlossen wurde. Er übernahm verschiedene Gelegenheitsjobs und studierte 1927 ein Semester lang Englisch, Geschichte und Religion am Hanover College in Hanover, Indiana. Ein weiteres Studium an der University of Cincinnati brach er 1928 ab. 1929 heiratete er Helen Ruth Brown. Sie zogen 1930 nach Milwaukee, Wisconsin, und bekamen zwei Söhne. Mit verschiedenen kurzen Anstellungen versuchte Fredric Brown, die Familie über Wasser zu halten. 1936 begann er, humoristische Kurzgeschichten für Fachzeitschriften zu schreiben. In The American Printer erschien zehn Jahre lang eine Kolumne von Brown. Von 1936 bis 1945 arbeitete er mit Unterbrüchen als Korrektor. Daneben veröffentlichte er weiterhin Kurzgeschichten, zunehmend auch für die Pulp-Magazine, hauptsächlich Krimis, aber auch Western und Science Fiction. Seine erste Detektivgeschichte, Monday's an Off Night, verkaufte er 1938. Seine erste Science-Fiction-Geschichte, Not Yet the End, wurde 1941 im Magazin Captain Future veröffentlicht.

Seine Geschichten waren oft grotesk, satirisch und skurril und hatten häufig die Länge eines erweiterten Witzes. So beschreibt z. B. Das Ende einen Professor, der eine Zeitmaschine für Reisen in die Vergangenheit erfunden hat. Die Geschichte geht bis zu dem Punkt, an dem der Professor den Knopf der Maschine drückt, worauf die ganze Geschichte noch einmal Wort für Wort rückwärts bis zum Anfang wiederholt wird.

Dank den vielen Kurzgeschichten steigerte sich allmählich der Bekanntheitsgrad von Fredric Brown. Sein erster langer Kriminalroman Hunters erste Jagd wurde 1948 als bestes Krimi-Debüt mit einem Edgar Award ausgezeichnet. Darin sucht der junge Ed Hunter mit Hilfe seines Onkels Ambrose den Mörder seines Vaters. Das Buch war der Auftakt einer Reihe von Romanen und Geschichten um die Hunters aus Chicago.

Nach seinem ersten Romanerfolg wurde Fredric Brown zum Vollzeit-Schriftsteller. Neben der Hunter-Reihe und anderen Krimis schrieb er hauptsächlich Science-Fiction-Literatur. Des Weiteren schrieb er auch Drehbücher für Alfred Hitchcocks TV-Serie.

Einige seiner Geschichten wurden verfilmt, so z. B. Die schwarze Statue oder die Kurzgeschichte Arena, die die Grundlage der gleichnamigen Star-Trek-Episode bildete.

1947 ließ sich Brown von seiner ersten Frau scheiden und heiratete im darauffolgenden Jahr Elizabeth Charlier. Die beiden wechselten häufig den Wohnort. Fredric Brown hatte immer wieder Probleme mit Allergien und Asthma. In der Hoffnung auf ein günstigeres Klima zog das Ehepaar 1954 nach Tucson, Arizona. Die Gesundheit von Fredric Brown verschlechterte sich ständig und er hatte Alkoholprobleme. 1963 erschien sein letzter Roman, 1965 seine letzte Kurzgeschichte. Am 11. März 1972 starb Fredric Brown im Alter von 65 Jahren.

Fredric Browns kürzeste SF-Kurzgeschichte[Bearbeiten]

Fredric Brown verdichtete einen Text von Thomas Bailey Aldrich auf kaum mehr zu unterbietende Kürze:

The last man on earth sat alone in a room. There was a knock on the door ...

„Der letzte Mann auf Erden saß allein in einem Zimmer. Da klopfte es an der Tür ...“

Diese Geschichte bildet den Ausgangspunkt für die weit längere Geschichte Klopf, klopf!, die im Buch Das verlorene Paradox enthalten ist.

Werke[Bearbeiten]

Kriminalromane[Bearbeiten]

mit Ed und Ambrose Hunter
  • Hunters erste Jagd (The Fabulous Clipjoint, 1947, Edgar Award)
  • In den Straßen von Chicago (a. Zwerge sterben halb so schwer; The Dead Ringer, 1948)
  • The Bloody Moonlight (1949, nicht auf Deutsch erschienen)
  • Die Detektive von Chicago (Compliments of a Fiend, 1950)
  • Der Tod in Chicago (Death Has Many Doors, 1951)
  • The Late Lamented (1959, nicht auf Deutsch erschienen)
  • Der schwarze Engel von Chicago (Mrs. Murphy's Underpants, 1963)
weitere
  • Madman's Holiday (1943, Kurzgeschichte, unter dem Titel Crack-Up 1946 verfilmt [1])
  • Murder can be Fun (a. A Plot for Murder, 1948)
  • Die schwarze Statue (a. Der Ripper von Chicago; The Screaming Mimi, 1949, 1958 unter dem Titel Screaming Mimi[1] und 1969 nochmals unter dem Titel Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe / L'uccello dalle piume di cristallo verfilmt)
  • Here Comes a Candle (1950)
  • Night of the Jabberwock (1950)
  • The Far Cry (1951)
  • Wir haben unsere Oma umgebracht (We All Killed Grandma, 1952)
  • The Deep End (1952)
  • Madball (1953)
  • Darius der Letzte (His Name Was Death, 1954, 1992 unter dem Titel Vieille Canaille verfilmt[1])
  • The Wench Is Dead (1955)
  • The Lenient Beast (1956, 2001 unter dem Titel La Bête de miséricorde verfilmt[1])
  • Der Steckbrief im Safe (One for the Road, 1958)
  • Klopfzeichen Drei-Eins-Zwei (Knock Three-One-Two, 1959, 1975 unter dem Titel L’Ibis rouge von Jean-Pierre Mocky und 1998 nochmals unter dem Titel Ça ne se refuse pas von Éric Woreth verfilmt[1])
  • Venus in schwarz (The Murderers, 1961)
  • Five-Day Nightmare (1962)

Science-Fiction[Bearbeiten]

  • Arena (Arena, 1944, Kurzgeschichte)
(wurde von den Science Fiction Writers of America in die „Science Fiction Hall of Fame“ (Anthologie) gewählt)
  • Das andere Universum (What Mad Universe, 1949)
  • Sternfieber (a. Lockende Sterne, The Lights in the Sky Are Stars, 1953)
  • Die grünen Teufel vom Mars (Martians, Go Home, 1954, 1990 verfilmt[1])
  • Einzelgänger des Alls (Rogue in Space, 1957)
  • Das Ende (The End, 1961, Kurzgeschichte)
  • Der Unheimliche aus dem All (The Mind Thing, 1961)

Mainstream[Bearbeiten]

  • The Office (1958)

Gesamtausgabe der Science-Fiction-Werke[Bearbeiten]

  • Martians and Madness: The Complete SF Novels of Fredric Brown (NESFA Press, 2002, ISBN 1-886778-17-5)
  • From These Ashes: The Complete Short SF of Fredric Brown (NESFA Press, 2001, ISBN 1-886778-18-3)

Kurzgeschichtensammlungen in deutscher Sprache[Bearbeiten]

  • Das verlorene Paradox (Sammlung Luchterhand, 1986, ISBN 3-472-61610-5, Paradox Lost and Twelve Other Great Science Fiction Stories, 1973)
  • Flitterwochen in der Hölle (Diogenes, 1979, ISBN 3-257-20600-3)
  • Die besten SF-Stories von Frederic Brown (Moewig, 1981, ISBN 3-8118-2016-8, The Best of Fredric Brown, 1976)
  • Alpträume (Heyne, 1965, Nightmares and Geezenstacks, 1961)
  • Menü nach Killer-Art (Pabel, 1974, The Shaggy Dog and Other Murders, 1963, Kriminalgeschichten)

Episoden von Fernsehserien[Bearbeiten]

Alfred Hitchcock präsentiert
  • The Cream of the Jest (Staffel 2, Episode 24)
  • The Night the World Ended (Staffel 2, Episode 31)
  • The Dangerous People (Staffel 2, Episode 39)
  • The Human Interest Story (Staffel 4, Episode 32)
  • Curtains for Me (Staffel 4, Episode 34)
Alfred Hitchcock zeigt
  • Der Mann vom anderen Planeten (Staffel 2, Episode 7)
Tales of Tomorrow
  • The Last Man on Earth (Staffel 1, Episode 5)[2]
  • Age of Peril (Staffel 1, Episode 20) [2]
Geschichten aus der Schattenwelt
  • Das Puppenhaus (Staffel 3, Episode 6)
Raumschiff Enterprise
  • Ganz neue Dimensionen (Staffel 1, Episode 18)
The Outer Limits
  • Fun and Games (Staffel 1, Episode 27)[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jack Seabrook: Martians and Misplaced Clues: The Life & Work of Fredric Brown. Bowling Green State Univ. Popular Press, Bowling Green, Ohio 1993, ISBN 0-87972-590-7.

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c d e f http://www.thrillingdetective.com/trivia/brown.html
  2. a b http://epguides.com/TalesofTomorrow
  3. http://barebonesez.blogspot.ch/2011/07/fredric-brown-on-tv-part-nine-episode.html

Weblinks[Bearbeiten]