Freedom-Klasse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Freedom an der Kaimauer
Die Freedom an der Kaimauer
Übersicht
Typ Littoral Combat Ship
Einheiten 20 geplant, 2 in Dienst, 4 in Bau
Namensgeber Freiheit
Dienstzeit

seit 2008

Technische Daten
Verdrängung

2800 ts

Länge

115,5 m

Breite

13,1 m

Tiefgang

3,7 m

Besatzung

15 bis 50 Stammbesatzung, 75 im Einsatz

Antrieb

Zwei MT30-Gasturbinen

Geschwindigkeit

45+ Knoten

Die Freedom-Klasse ist die erste Klasse von Littoral Combat Ships der United States Navy.

Geschichte[Bearbeiten]

Planung und Bau[Bearbeiten]

Ansprache von CNO Vern Clark auf der Zeremonie zur Kiellegung der USS Freedom

Littoral Combat Ships sollen in der United States Navy die Fregatten der Oliver-Hazard-Perry-Klasse ersetzen, die durch den Verlust ihrer Raketenkapazitäten auch einen Großteil ihres Wertes verloren haben. Die Navy ließ zwei komplett verschiedene Entwürfe für den potentiellen Nachfolger bauen, beide Klassen sollten aus zwei Einheiten bestehen. Neben der Freedom-Klasse, die von Lockheed Martin bei Marinette Marine und Bollinger Shipyards gebaut werden, existiert der Entwurf von General Dynamics, genannt Independence-Klasse. Alle LCS werden zu Beginn im Pazifik stationiert, Heimathafen wird San Diego, Kalifornien[1]

Das erste Littoral Combat Ship der US Navy überhaupt, die USS Freedom (LCS-1), wurde Ende 2004 in Auftrag gegeben, der Nachfolger der Freedom, LCS-3, dann Mitte 2006. Auf Kiel gelegt wurde die erste Einheit Mitte 2005, der Stapellauf erfolgte im Herbst 2006. Der Bau der zweiten Einheit wurde allerdings noch vor Kiellegung Anfang 2007 gestoppt, da massive Budgetüberschreitungen der Navy zunehmende Sorge bereitete[2]. Da sich die Navy und Lockheed nachfolgend nicht auf einen neuen Vertrag mit festgeschriebenen Kosten einigen konnten, gab Marineminister Donald C. Winter im April bekannt, dass die Navy auf Grund der Kostenüberschreitungen eine Baustopp-Klausel in dem alten Vertrag ziehen werde.[3] Im November 2007 ereilte General Dynamics dasselbe Schicksal.[4] 2009 gab die Navy jedoch bekannt, ein weiteres Schiff der Klasse, USS Fort Worth (LCS-3) bauen zu wollen. Der Kiel der Fort Worth wurde am 11. Juli 2009 gelegt.

Die israelische Marine zeigte Interesse daran, das Design zu adaptieren. Das Pentagon hat Lockheed die Freigabe erteilt, das Design zu exportieren. In Israel wurde abgewogen zwischen dieser und weiteren Beschaffungen der Sa'ar-5-Klasse.[5] Im Juli 2009 verwarf Israel jedoch beide Alternativen und fasste stattdessen das deutsche MEKO-Design ins Auge.[6]

Am 31. Dezember vergab die Navy einen weiteren Auftrag, nachdem Lockheed bis zu zehn weitere Schiffe der Klasse bauen darf; jeweils eines in den Wirtschaftsjahren 2010 und 2011 sowie je zwei von 2012 bis 2015. Ab 2011 ist jedoch für jede neue Bestellung eine Bestätigung durch den Kongress nötig. Auch General Dynamics erhielt für die Independence-Klasse einen solchen Auftrag.

Kosten[Bearbeiten]

Ursprünglich sollte der Bau der ersten Einheit rund 220 Millionen Dollar kosten, für die zweite waren knapp 200 Millionen an Baukosten geplant[2]. Hierzu kommen noch Kosten etwa für die Pläne, Tests und Zertifizierungen und Administrationskosten, außerdem für die Endausrüstung und nachträgliche Baukosten. Im Februar 2008 bezifferte die Navy die Baukosten für die Freedom mit 471 Millionen Dollar, die Endkosten mit 631 Millionen. Hierzu kommen noch rund 100 Millionen Dollar für jedes Modul (siehe Abschnitt Technik).[7]

LCS-3 soll knapp 549 Millionen Dollar kosten. Darin enthalten sind jedoch Materialien im Wert von $78 Millionen, die bereits 2007 für die frühere LCS-3 angeschafft worden waren.[8] LCS-5 soll 438 Millionen Dollar im Bau kosten, hinzu kommen rund 25 Millionen Dollar für die Ausrüstung. Im Schnitt soll jedes der zehn ab 2010 bestellten Schiffe 440 Millionen Dollar kosten, wenn alle Aufträge ausgeführt werden.[9]

Technik[Bearbeiten]

Rumpf[Bearbeiten]

Frontansicht der Freedom

Die Schiffe der Freedom-Klasse sind rund 115 Meter lang und 13 Meter breit, sie verdrängen voll beladen rund 2800 ts. Die Besonderheit ist der geringe Tiefgang von nur 3,70 Meter.

Antrieb[Bearbeiten]

Die Einheiten besitzen je zwei MT30-Gasturbinen von Rolls-Royce und zwei Dieselmotoren von Colt-Pielstick (Tochterunternehmen der MAN AG). Statt einer Schiffsschraube wird ein Wasserstrahlantrieb verwendet. Somit erreicht das Schiff mit den Gasturbinen Geschwindigkeiten von bis zu 50 Knoten, die Leistung liegt bei 36 Megawatt.

Daneben besitzt das Schiff 4 Isotta Fraschini V1708-Dieselmotoren mit jeweils 750 kW, welche gemeinsam 3 MW bereitstellen, um die Besatzung sowie die Bordelektronik inkl. der Waffensysteme mit Strom zu versorgen.

Bewaffnung[Bearbeiten]

Die Bewaffnung der Freedoms besteht primär aus Rohrwaffen in Schiffsgeschütztürmen. Sekundär führt das Schiff Lenkflugkörper und Torpedos mit sich.

Die Installation von AGM-175 Griffin Lenkwaffen zur Bekämpfung von See- und Landzielen ist geplant.

Achtern befindet sich eine Landefläche für einen Helikopter, der Hangar kann zwei Sikorsky MH-60R/S Seahawk aufnehmen. Ebenfalls ist der Start von Drohnen möglich.

Sensoren[Bearbeiten]

Als primäres System zur Erfassung von See- und Luftzielen kommt das TRS-3D Multifunktionsradar von EADS zum Einsatz[10]. Es besitzt eine Phased-Array-Antenne mit integrierter Freund-Feind-Erkennung und arbeitet im G-Band (4 bis 6 GHz)[11]. Der gesamte Komplex wiegt ca. 2 Tonnen und benötigt bis zu 20 kW elektrische Energie. Marschflugkörper können ab 15 bis 20 km Entfernung erfasst werden, Jagdflugzeuge ab 110 km[12].

Die Elektronische Aufklärung wird durch das WBR-2000 von Argon ST sichergestellt[13], welches Radioemission im Frequenzbereich von 2 bis 18 GHz ab einer Schwelle von -65 dBm auffassen und identifizieren kann[14].

Zur Erfassung und Klassifizierung von Unterwasserobjekten kommt ein AN/SQR-22 Schleppsonar von Lockheed Martin zum Einsatz[15]. Hierbei handelt es sich um eine verbesserte Version des AN/SQR-19 Systems, welches bereits auf einigen Aegis-Schiffen installiert wurde.

Zur Kommunikation kommen unter anderem Datenverbindungen vom Typ Link 1, Link 16 und CEC zum Einsatz.[10]

Einsatzprofil[Bearbeiten]

Die Freedom-Klasse ist speziell für die küstennahe Gefechtsführung geplant, weshalb der geringe Tiefgang, aber auch hohe Geschwindigkeiten und ein geringes Radarprofil, in der Konstruktion wichtig waren. Je nach vorgesehenem Einsatzzweck können die Schiffe mit passenden Modulen ausgerüstet werden.

Einheiten[Bearbeiten]

Kennung Name Kiellegung Stapellauf Indienststellung Verbleib
LCS-1 USS Freedom 2. Juni 2005 23. September 2006 8. November 2008 aktiv
LCS-3 USS Fort Worth 11. Juli 2009 4. Dezember 2010 22. September 2012 aktiv
LCS-5 USS Milwaukee 27. Oktober 2011 18. Dezember 2013 im Bau
LCS-7 USS Detroit 8. November 2012 im Bau
LCS-9 USS Little Rock 27. Juni 2013 2017 (geplant) im Bau
LCS-11 USS Sioux City 19. Februar 2014 im Bau
LCS-13 USS Wichita
LCS-15 USS Billings
LCS-17 USS Indianapolis

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. navy.mil: Navy to Base First Four Littoral Combat Ships in San Diego (engl.)
  2. a b navy.mil: Navy Issues Stop Work Order for Littoral Combat Ship 3 (engl.)
  3. navy.mil: Navy Terminates Littoral Combat Ship 3 (engl.)
  4. Navy Times: Citing cost overruns, Navy cancels LCS 4 (engl.)
  5. Jerusalem Post: Israel Navy eyes advanced US warship (engl.)
  6. Jane's: Israel abandons LCS plan and eyes MEKO A-100 design (engl.)
  7. Navy Times: Cost of LCS rises again (engl.)
  8. Navy Times: LCS costs fall from 1st order, still top target (engl.)
  9. United States Navy: Littoral Combat Ship Contract Award Announced (engl.)
  10. a b naval-technology.com - Littoral Combat Ship (LCS) High-Speed Surface Ship, USA
  11. EADS - TRS-3D
  12. The Naval Institute guide to world naval weapons systems, 1997-1998, Norman Friedman. Seite 294
  13. BuisnessWire - Fort Worth Littoral Combat Ship Launches, Equipped With Argon ST Threat Detection System, 21. Dezember 2010. Zugriff am 3. Januar 2010
  14. Argon ST - WBR-2000 ESM SYSTEM, Zugriff am 3. Januar 2010
  15. Deagel.com - AN/SQR-20, Zugriff am 4. Januar 2011