Freewriting
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Freewriting ist eine Methode des Kreativen Schreibens. Sie wird im Englischen auch stream-of-consciousness writing genannt, dies bedeutet übersetzt in etwa: Niederschreiben des Stromes an Gedanken die einem durch den Kopf gehen. Genau darum geht es im Wesentlichen, alles niederschreiben was einem einfällt ohne diese Gedanken zu reflektieren, also ohne sie zu bewerten oder nach geeigneten Formulierungen zu suchen. Dabei entstehen, Sätze, Satzfragmente, aber auch einzelne Wörter. Diese Notizen enthalten nur teilweise für ein Schreibprojekt brauchbares Material. Die Methode wird häufig bei Schreibkursen propagiert, mit dem wesentlichen Ziel den schreibenden Personen zu ermöglichen Schreibblockaden abzubauen bzw. in den Schreibfluss zu kommen. Manche Schriftsteller benutzen diese Methode auch um sich schriftlich erste Gedanken über ein Thema zu machen und lassen diese Notizen dann in ihre späteren Texte einfließen.
Freewriting wurde unter diesem Namen von Ken Macrorie in den 1960er Jahren eingeführt, ist aber tatsächlich wesentlich älter. So finden sich in allen Schriftkulturen Formen des freien Schreibens. In vielen Religionen ist das freie Schreiben eine Form gewesen, wie sich göttlicher Wille offenbaren kann.
[Bearbeiten] Beschreibung der Methode
Der Schreibende sitzt vor einem leeren Blatt und beginnt möglichst zügig und ohne Unterbrechung zu schreiben, d. h. der Stift wird nicht abgesetzt. Die Zeitdauer kann vor Beginn festgelegt werden (in der Regel etwa 5 bis 20 Minuten). Jeder Einfall wird notiert. Die hohe Geschwindigkeit soll verhindern, dass eine Reflexion während der Schreibphase den Schreibfluss blockiert. Zu den Notizen gehören Satzfragmente, Bilder, sprachliche Rhythmen, Wiederholungen, Assoziationen etc. Bleiben neue Einfälle aus (was vor allem bei Anfängern früh der Fall ist), werden einfach die letzten Worte wiederholt oder der Stift wellenartig über das Papier bewegt, bis sich ein neuer Einfall einstellt.
[Bearbeiten] Varianten
Freewriting gilt heute in seinen zahlreichen Varianten als eine Grundmethode des Kreativen Schreibens. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal ist dabei der Grad der Freiheit, der den Schreibenden gelassen wird.
- Vertreter wie Ken Macrorie und Peter Elbow haben insbesondere das ziel- und themenlose Schreiben propagiert. Bei ihnen dient die Methode dazu, überhaupt erst zu einem Schreibthema zu gelangen. Mit der Weiterentwicklung sind allerdings auch thematische Aspekte wie das Schreiben über besondere Erlebnisse etc. hinzugekommen.
- Roberta Allen hat mit ihrem Buch „Literatur in 5 Minuten“ ein thematisch orientiertes Verfahren beschrieben. Der Schreibende sitzt dann nicht vor einem leeren Blatt, sondern auf dem Blatt befindet sich ein Stichwort, ein Satz oder der Schreiber sitzt vor einem Bild. Die Ergebnisse des Schreibprozesses werden anschließend überarbeitet und können am Ende in eine Erzählung oder gar in einen Roman münden.
- Auch Gabriele Ricos Methode des Clustering verwendet die Methode des Freewriting. Das Cluster dient dazu, einen Schreibimpuls zu entwickeln. Stellt sich dieser Impuls ein, beginnt der Schreiber unmittelbar mit der Verschriftlichung. Eine zeitliche Begrenzung gibt es nicht.
- Eine Variante, die von den Vertretern des Automatischen Schreibens angewandt wurde, ist das Schreiben mit der anderen Hand (also nicht mit der Schreibhand)
siehe auch: Kreativitätstechnik-Methoden

