Freie Hansestadt Bremen

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Freie Hansestadt Bremen
Flagge Bremens
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Über dieses Bild
Flagge
Bremer Wappen
Wappen
Sprache: Deutsch, Niederdeutsch[1]
Landeshauptstadt: Bremen
Fläche: 419,38[2] km²
Einwohnerzahl: 654.774 (31. Dez. 2012)[3]
Bevölkerungsdichte: 1562[3] Einwohner pro km²
Arbeitslosenquote: 10,8 % (Juni 2014)[4]
Schulden: 20,232 Mrd. EUR (31. Mrz. 2013)[5]
ISO 3166-2: DE-HB
Website: www.bremen.de
Politik
Regierungschef: Jens Böhrnsen (SPD)
Regierende Parteien: SPD und Grüne
Sitzverteilung im Landesparlament: SPD 35
Grüne 21
CDU 20
Linke 5
BIW 2
Letzte Wahl: 22. Mai 2011
Nächste Wahl: 2015
Bundesratsstimmgewicht: 3

Die Freie Hansestadt Bremen (Abkürzung HB) ist mit 419 km²[2] das kleinste Land der Bundesrepublik Deutschland. Es wird üblicherweise zu den Stadtstaaten gerechnet, obwohl es ein Zwei-Städte-Land ist: Es besteht aus den Städten (gesetzliche Bezeichnung: Stadtgemeinden)[6] Bremen und Bremerhaven, beide haben insgesamt mehr als 650.000 Einwohner. Das Land Freie Hansestadt Bremen ist in seiner Gesamtheit Teil der Metropolregion Bremen/Oldenburg.

Geographie[Bearbeiten]

Niedersachsen Stadtbremisches Überseehafengebiet Bremerhaven (zu Stadtbezirk Bremen-Mitte) Bremerhaven-Nord Bremerhaven-Süd Bremen-Ost Bremen-West Bremen-Nord Bremen-Süd Bremen-Mitte
Gliederung

Lage[Bearbeiten]

Das Land Bremen liegt in Nordwestdeutschland am Unterlauf und Mündungstrichter der Weser und umfasst die beiden 53 km voneinander entfernten Städte Bremen (ca. 325 km²) und Bremerhaven (seit 2010[2] ca. 94 km²), die durch niedersächsisches Gebiet voneinander getrennt sind. Bremerhaven grenzt zusätzlich noch im Westen an die Nordsee. Das Land Bremen wird durch die niedersächsischen Landkreise Osterholz, Verden, Diepholz, Wesermarsch, Cuxhaven und die Stadt Delmenhorst begrenzt.

Landschaft[Bearbeiten]

Naturräumlich ist die Freie Hansestadt Bremen fünf naturräumlichen Haupteinheiten zuzuordnen: den Wesermarschen, der Wümmeniederung, der Wesermünder Geest, der Thedinghäuser Vorgeest sowie dem Verdener Wesertal.[7] Naturbelassene Flächen finden sich vor allem entlang der Flüsse Wümme, Lesum, Ochtum und Geeste mit unter Naturschutz stehenden Marschwiesen und Altarmen. Die Marsch- wie auch die Geestflächen werden landwirtschaftlich genutzt und dienen als Naherholungsgebiete für die Stadtbevölkerung. Mit 677 ha sind die Borgfelder Wümmewiesen das größte Naturschutzgebiet. Die Landschaft wird an vielen Stellen von Hauptverkehrsstrecken durchschnitten: Dazu gehören die Bundesautobahn A 27, die von Hannover über Bremen und Bremerhaven nach Cuxhaven führt, und mehrere Eisenbahnstrecken. Der landschaftsprägende Fluss Weser ist in ganzer Länge eine Bundeswasserstraße und an seinen Ufern innerhalb des Landes Bremen überwiegend stark befestigt. Die Gezeiten in der Nordsee beeinflussen den Wasserstand in der Weser, teilweise auch die lokalen Wetterverhältnisse und prägen Fauna und Flora im Land Bremen. Durch den Ausbau der Unterweser im 19. Jahrhundert kam es in der Folge zur Tiefenerosion im Verlauf und oberhalb des ausgebauten Flusses mit erheblichem Sandaustrag. Um ein Fortschreiten der Sohlenerosion zu verhindern, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in Bremen-Hastedt das Weserwehr gebaut. Infolge der Weserkorrektion und weiterer Vertiefungen des Schiffahrtsweges stieg der Tidenhub von zuvor etwa 1 Meter auf bis zu heute 5 Meter in der Stadt Bremen, was auch die Strömungsgeschwindigkeit erhöhte. Die Ansiedlung hat sich im Laufe der Geschichte hauptsächlich entlang der Flüsse entwickelt. Die stärkste Versiegelung des Bodens ist daher an den Ufern der Weser und den unmittelbar angrenzenden Stadtteilen zu finden. Die Häfen machen mit über 30 km² einen erheblichen Teil der Landesfläche aus.

Das größte geschlossene Waldgebiet des insgesamt waldarmen Landes liegt in den Bremer Ortsteilen Farge und Lüssum-Bockhorn. Davon wird der größte Teil vom Tanklager Farge eingenommen und ist nicht öffentlich zugänglich. Größter Binnensee ist der Sportparksee Grambke mit 40 ha. Die mit 32,5 m ü. NN höchste natürliche Erhebung befindet sich im Friedehorstpark in Bremen-Burglesum. Noch höher ist nur der Berg der Mülldeponie in Bremen-Blockland, dessen Gipfel 49 m ü. NN liegt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Ethnische Zusammensetzung[Bearbeiten]

Die Bevölkerung bestand ursprünglich aus den Chauken und den zuwandernden Friesen. Um 250 v. Chr. drangen Sachsen in diesen Raum ein und vermischten sich mit den bereits ansässigen Volksgruppen. Ab 100 v. Chr. findet für die Siedler in diesem Bereich der Begriff Nordseegermanen Verwendung, zu denen die Angeln, Chauken, Friesen, Sachsen und Warnen gehören. Ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. ist die Bezeichnung Sachsen nachweisbar.

Die ethnische Zusammensetzung hat sich jedoch durch Zuwanderung in ihrer Zusammensetzung stark verändert. Eine Besonderheit stellt die Zuwanderung von Polen im 19. Jahrhundert dar, die eigentlich nach Nordamerika wollten; die allermeisten Auswanderer schifften sich ohne Visum ein. Wer auf Ellis Island abgewiesen wurde, musste mit dem nächsten Schiff zurück nach Europa und kam dann wieder im Auswandererhafen an, beispielsweise Bremen, konnte aber oft nicht zurück in seinen Heimatort. Nach dem Zweiten Weltkrieg sind viele Heimatvertriebene hinzugekommen, vornehmlich aus Ostpreußen, Posen und Pommern. In den 1960er und 1970er Jahren kamen vor allem Gastarbeiter aus dem Mittelmeerraum ins Land Bremen. Ferner kamen in dieser Zeit auch viele Westafrikaner nach Bremen. Seit Öffnung des „Eisernen Vorhangs“ stammen die meisten Zuwanderer aus Osteuropa.

Sprache[Bearbeiten]

In Bremen wird überwiegend Hochdeutsch mit Bremer Dialekt gesprochen. Weit verbreitet ist Missingsch, ein Hochdeutsch mit Einflüssen aus dem Niederdeutschen, das hier Bremer Schnack genannt wird. Die niederdeutsche Sprache selbst, das Plattdüütsch, ist auch in Bremen noch beheimatet, allerdings seit einigen Jahrzehnten stark im Rückzug begriffen – nur noch wenige sprechen Niederdeutsch im Alltag. Für den Erhalt des Niederdeutschen setzt sich das Institut für niederdeutsche Sprache ein. In Familien mit Migrationshintergrund sind daneben noch die jeweiligen Heimatsprachen verbreitet (vor allem Russisch, Polnisch, Türkisch und Arabisch).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung der Stadt Bremen, Bremerhaven und des Landes Bremen 1945-2010

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte das Land Bremen und gleichermaßen beide Städte von 1946 bis 1960 einen Bevölkerungszuwachs von rund 47 % bei zusätzlichen 222.886 Einwohnern. Der Höchststand der Einwohnerzahl wurde in Bremen 1971 mit 594.591 erreicht und in Bremerhaven 1973 mit 144.578 Einwohnern. Dann sank die Einwohnerzahl bis 2000 kontinuierlich; in Bremen gemäßigt um rund 8 %, im wirtschaftskrisenbetroffenen Bremerhaven sehr stark um 21,5 %. Die Einwohnerzahl in der Stadt Bremen hat jedoch ab 2001 wieder zugenommen.

Tabelle der Bevölkerungsentwicklung im „Zwei-Städte-Staat“:[8][9]

Jahr Stadt Bremen Bremerhaven Land Bremen
1946 377.696 97.000 474.696
1950 441.025 113.176 554.201
1960 557.461 140.121 697.582
1970 592.533 142.919 735.452
1980 555.118 138.728 693.846
1990 551.219 130.446 681.665
2000 539.403 120.822 660.225
2010 547.340 113.366 660.706
2011 544.043 112.982 656.025
2012 546.451 108.323 654.774

Ausländeranteil:
1961 waren im Land Bremen wie in den beiden Städten nur 1 % der Bevölkerung Ausländer. 1970 belief sich der Ausländeranteil auf 3,3 % und er wuchs bis 1980 stark an auf 6,9 %. 1990 betrug der Ausländeranteil im Land 10 %, in Bremen 10,4 % und in Bremerhaven 8,4 %. Bis 2006 stieg der Ausländeranteil im Land auf 12,4 %, in Bremen auf 12,9 % und in Bremerhaven auf 10 %.

Umlandentwicklung
Beachtlich und überproportional ist das Bevölkerungswachstum der unmittelbaren Nachbargemeinden beider Städte,

  • an Bremen grenzend:
    • Delmenhorst: 1960 mit 57.312 und 1980 mit 72.370 Einwohnern (+26 %),
    • Stuhr: 2010 mit 33.334 Einwohnern,
    • Syke: 2010 mit 24.341 Einwohnern,
    • Osterholz-Scharmbeck: 1970 mit 15.175 und 2010 mit 30.941 Einwohnern (+103 %),
    • Weyhe: 1974 um 21.556 und 2010 mit 30.362 Einwohnern (+41 %),
    • Achim: 2010 mit 30.143 Einwohnern,
    • Lilienthal: 1970 mit 8.841 und 2010 mit 18.364 Einwohnern (+108 %),
    • Ritterhude: 1970 mit 7.422 und 2010 mit 14.658 Einwohnern (+98 %) und
    • Schwanewede (nur Ortsteil): 1970 mit 8.310 und 2010 mit 9.646 Einwohnern (+16 %)
  • an Bremerhaven grenzend:
    • Langen: 1974 mit um die 15.000 und 2010 mit 18.477 Einwohnern (+23 %)oder
    • Spaden: 1970 mit 2.935 und 2010 mit 4.400 Einwohnern (+50 %).[10]

Geschichte[Bearbeiten]

Urbis Bremae Territorium, 1603
Landgebiete der Reichsstadt Bremen (rote Schrift) im 14. bis 18. Jh., dazu das Weserdelta

Name[Bearbeiten]

Der Name Bremen – lateinisch Brema – könnte soviel bedeuten wie „am Rande liegend“ (altsächsisch Bremo bedeutet „Rand“ bzw. „Umfassung“) und bezieht sich möglicherweise auf den Rand der Bremer Düne.

Der Stadt- bzw. Staatsname wandelte sich. Im Mittelalter bezeichnete sich die Stadt als civitas Bremensis, also als Stadt Bremen und dieses auch nach 1646. Wenn die verfassungsrechtliche Stellung Bremens betont werden sollte, führte sie nach dem Erhalt der Reichsstadturkunde (Linzer Diplom) ab 1646 den Titel Kayserliche und deß heiligen Römischen Reichs Freye Stadt (und Ansestadt) Bremen. Nach der Kaiserzeit wurde Bremen ab 1806 bzw. dann 1815 als souveräner Staat im Deutschen Bund zur Freyen Hansestadt Bremen bzw. ab 1871 als Bundesstaat im Deutschen Kaiserreich zur Freien Hansestadt Bremen. Zwischen 1810 und 1813 wurde Bremen als Bonne ville de l’Empire français des Kaiserreichs Frankreich bezeichnet. Seit 1949 ist das Land Bremen die Freie Hansestadt Bremen in der Bundesrepublik Deutschland.[11]

Mittelalter und Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Nach der Gründung des Bistums Bremen entstand die heutige Stadt Bremen neben dem Bischofssitz, der Domburg, zunächst als Marktort, dann als Stadt unter der Hoheit der Bischöfe.

Durch das Gelnhauser Privileg von 1186 unterstellte Kaiser Friedrich I. Barbarossa die Stadt der kaiserlich Hoheit. Seither unterstand Bremen als städtisches Gemeinwesen in weltlichen Dingen nicht mehr dem Erzbischof, sondern war formal eine Freie Reichsstadt. Bremen war auf diese Art Sitz zweier Reichsstände, die in Konkurrenz zueinander danach strebten, ihren jeweiligen Territorialbesitz auszudehnen.

Die Stadt hatte einige Mühe, ihre Reichsunmittelbarkeit zu behaupten. Das Privileg Karls V. von 1541 erlaubte es zwar den städtischen Amtsträgern, sich in der Rechtsprechung über den im 13. Jahrhundert oktroyierten erzbischöflichen Vogt hinwegzusetzen, aber dessen Amt blieb noch bestehen.[12] Der Hanse trat Bremen relativ zögerlich bei. Die von ihr erworbenen Landflächen gehören heute großenteils zur Stadtgemeinde Bremen, sofern sie nicht im 17. Jahrhundert wieder verloren gingen. Versuche, ihre Macht entlang der Unterweser auszudehnen, erlitten schwere Rückschläge wie den Verlust der Vredeborg. Erst im 17. bzw. 19. Jahrhundert gelang es, Vegesack und Bremerhaven als Vorhäfen zu gründen, dringend gebraucht, weil die Unterweser versandete und immer schwieriger mit Seeschiffen zu befahren war.

Das Erzbistum dagegen erwarb weltlichen Territorialbesitz in größerer Entfernung von der Stadt. Schließlich beherrschte es große Teile des Elbe-Weser-Dreiecks. Dieses Gebiet gehört nicht zu den Vorläufern des heutigen Landes Bremen. Die Erzbischöfe residierten zunehmend nicht mehr in Bremen, sondern in Bremervörde. Infolge der Reformation wurde dieses Erzstift Bremen säkularisiert und auf dem Westfälischen Frieden 1648 zum Herzogtum Bremen. Zusammen mit dem Herzogtum Verden kam es im Umweg über schwedische und dänische Hoheit schließlich zum Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg, dem späteren Königreich Hannover.

Innerhalb der Bremer Stadtbefestigung besaß das Erzstift und spätere Herzogtum nur die Domfreiheit.

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Beim Reichsdeputationshauptschluss von 1803, drei Jahre vor der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches, war Bremen eine der sechs Reichsstädte, die nicht mediatisiert wurden, sondern ihre Eigenständigkeit behielten. Außerdem gewann es die bis dahin mit dem Herzogtum Bremen unter hannöverscher Hoheit stehende Domfreiheit.

Nach der Annexion Nordwestdeutschlands durch das napoleonische Frankreich war Bremen von 1811 bis 1814 Hauptstadt des französischen Departements der Wesermündungen (Département des Bouches du Weser). Von 1815 bis 1866 war Bremen im Deutschen Bund ein souveräner Staat. Wegen der Versandung der Weser wurde 1827 ein zweiter Vorhafen gegründet, aus dem die Stadt Bremerhaven entstand.

Nach der Deutschen Revolution von 1848/49 gab sich Bremen 1849 eine liberale Verfassung, die 1854 durch eine konservative Verfassung mit einem Achtklassenwahlrecht abgelöst wurde. Von 1866 bis 1871 war Bremen ein Gliedstaat im Norddeutschen Bund und bis 1918 im Deutschen Kaiserreich.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die Freie Hansestadt Bremen seit 1800

Am Ende des Ersten Weltkriegs übernahm im Zuge der Novemberrevolution ein Arbeiter- und Soldatenrat am 15. November 1918 die Macht in Bremen, aber oberstes Organ der Exekutive wurde ein gemeinsamer Ausschuss von Rätevertretern und Senatoren. Die Bremer Räterepublik, erst am 10. Januar 1919 ausgerufen, wurde am 4. Februar desselben Jahres durch eine vom Rat der Volksbeauftragten des Reiches angeordnete militärische Intervention beendet. Danach wurde eine provisorische Regierung des Stadtstaates eingesetzt. Diese ließ am 9. März 1919 in allgemeiner und freier Wahl die Bremer Nationalversammlung wählen, die 1920 eine neue, parlamentarische Landesverfassung verabschiedete, mit einem allgemeinen und gleichen Wahlrecht; das Frauenwahlrecht hatte sich durchgesetzt.

Zwischen Räterepublik und Gleichschaltung amtierten in Bremen vier Landesregierungen:

  • Provisorische Regierung 1919–1920 unter den Bürgermeistern Karl Deichmann (MSPD) und Hermann Hildebrand (DDP) mit der DVP als drittem Koalitionspartner
  • Senat 1920–1925 unter den Bürgermeistern Martin Donandt (parteilos) und Theodor Spitta (DDP) mit der DVP als Koalitionspartner und mehreren, teilweise parteilosen Kaufleuten
  • Senat 1925–1928 unter den Bürgermeistern Martin Donandt (parteilos) und Theodor Spitta (DDP) mit der DVP und der DNVP als Koalitionspartnern
  • Senat 1928–1933 unter den Bürgermeistern Martin Donandt (parteilos) und Karl Deichmann (SPD) mit der DDP als drittem Koalitionspartner

Der zuerst genannte war jeweils der Präsident des Senats.

Mit dem Regierungsantritt der NSDAP in der Freien Hansestadt Bremen am 6. März 1933, einen Tag nach der Reichstagswahl, begann die Phase Bremens im Nationalsozialismus. Die zwölfjährige Zeit war geprägt durch Unterdrückung und Verfolgung von Demokraten und Minderheiten. Es wurden mehrere Arbeitslager errichtet, in denen Kriegsgefangene und Regimegegner unter schwersten Bedingungen Zwangsarbeit leisten mussten und dabei zu tausenden ihr Leben verloren. Wie die übrigen deutschen Länder verlor Bremen durch das Gesetz über den Neuaufbau des Reichs vom 30. Januar 1934 [13] seine staatlichen Hoheitsrechte. Die Stadt wurde dem Gau Weser-Ems unter dem Gauleiter Carl Röver zugeteilt.
Durch die Vierte Verordnung über den Neuaufbau des Reichs[14] vom 28. September 1939 musste das Land Bremen (unter der NS-Herrschaft nur noch „Hansestadt Bremen“) die Stadt Bremerhaven außer den dortigen Häfen an das Land Preußen (Provinz Hannover) abtreten. Bremerhaven wurde Teil von Wesermünde, das 1924 aus Geestemünde und Lehe gebildet worden war. Im Austausch dafür bekam die Hansestadt große Teile des Kreises Blumenthal, wodurch Bremen-Nord seine heutige Ausdehnung gewann, sowie Hemelingen, Arbergen und Mahndorf.

Im Zweiten Weltkrieg erlitten Bremen (173 Luftangriffe) und Wesermünde/Bremerhaven (52 Angriffe) schwere Zerstörungen. In Bremen war schließlich 59 % der städtebaulichen Substanz zerstört, in Wesermünde 56 %, darunter Alt-Bremerhaven fast vollständig. Im Luftkrieg des Zweiten Weltkriegs kamen in Bremen rund 4000 Menschen ums Leben, in Wesermünde/Bremerhaven etwas über 1100.[15]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Bremen Hafen der Streitkräfte der USA. Die Stadt Bremen gehörte zur amerikanischen Besatzungszone, umgeben von der britischen, die Stadt Wesermünde (Bremerhaven) bis Dezember 1945 und dann wieder ab 1. April 1947 zur amerikanischen, zwischenzeitlich zur britischen.[16] Abgesehen von der offiziellen Zuordnung war Bremen zeitweise sowohl ein Teil der amerikanischen wie der britischen Zone. Dem Länderrat der amerikanischen Zone gehörte Bremen an, solange dieser bestand. Im ersten Zonenbeirat der britischen Zone (6. März 1946 bis 30. April 1947) mit sechs Ländervertretern und 10 Ressortvertretern wurde der Vertreter der vier kleineren Länder turnusgemäß auch vom Land Bremen gestellt, im zweiten Zonenbeirat der britischen Zone (10. Juni 1947 bis 29. Juni 1948) aus 37 Länderdelegierten war Bremen nicht mehr vertreten.[17]

Indem die Städte Bremen und Wesermünde (seit 10. März 1947 Bremerhaven) in ihren Grenzen von 1939 nach Kriegsende zur Amerikanischen Exklave und daheraus zum Land Freie Hansestadt Bremen wurden, umfasst der Zweistädtestaat seit seiner Neukonstitution im Januar/Februar 1947 [18] ein größeres Territorium als zur Zeit des Deutschen Reiches (1871: 255,25 km², 1939: 325,42 km², 1947: 404,28 km²).

Regierung (Senat) und Opposition in Bremen seit 1945
Zeitraum Bürgermeister,
Amtsperiode
Regierungsparteien Oppositionsparteien
in der Bürgerschaft
6.6.–1.8.1945 Vagts Parteilose, BDV, SPD, KPD
  1945–1946 Kaisen I SPD, BDV, KPD, Parteilose
  1946–1948 Kaisen II SPD, BDV, KPD, Parteilose CDU, DP
  1948–1951 Kaisen III SPD, BDV, Parteilose CDU, DP
  1951–1955 Kaisen IV SPD, FDP, CDU DP, SRP, KPD, GB/BHE, WdF
  1955–1959 Kaisen V SPD, CDU, FDP DP, KPD
  1959–1963 Kaisen VI SPD, FDP CDU, DP
  1963–1965 Kaisen VII SPD, FDP CDU, DP/NPD
  1965–1967 Dehnkamp SPD, FDP
  1967–1971 Koschnick I SPD, FDP CDU
  1971–1975 Koschnick II SPD CDU, FDP
  1975–1979 Koschnick III SPD CDU, FDP
  1979–1983 Koschnick IV SPD CDU, FDP, BGL
  1983–1985 Koschnick V SPD CDU, Grüne
  1985–1987 Wedemeier I SPD
  1987–1991 Wedemeier II SPD CDU, Grüne, FDP, DVU
  1991–1995 Wedemeier III SPD, Grüne, FDP CDU, DVU
  1995–1999 Scherf I SPD, CDU Grüne, AFB, FDP
  1999–2003 Scherf II SPD, CDU Grüne, DVU
  2003–2005 Scherf III SPD, CDU Grüne, DVU, FDP
  2005–2007 Böhrnsen I SPD, CDU
  2007–2011 Böhrnsen II SPD, Grüne CDU, FDP, Linke, DVU, BIW
  2011–(2015) Böhrnsen III SPD, Grüne CDU, Linke, BIW

Seit Gründung der Bundesrepublik ist es eine Konstante der Bremer Politik, die Selbständigkeit als Stadtstaat zu erhalten. Wirtschaftspolitisch ist seit den 1970ern eine Umstrukturierung zu meistern. Der Niedergang der Werftenindustrie (AG Weser, Bremer Vulkan) und ein Bedeutungsrückgang der stadtbremischen Häfen, machte es erforderlich, weitere wirtschaftliche Standbeine zu finden und ein Profil als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort mit Schwerpunkten in der Luft- und Raumfahrttechnik und der Logistik zu schärfen.

Nach der Einkommensteuerreform von 1970 werden Steuern nunmehr nicht mehr an den Arbeitsstandort, sondern an den Standort des Wohnsitzes des Steuerpflichtigen abgeführt. Die zunehmende Anzahl der im niedersächsischen Umland wohnenden und dort steuerzahlenden bremischen Beschäftigten (2006: 130.000; im Saldo von Bremen/Niedersachsen noch 100.000 Beschäftigte) führt zu einer Finanzkrise, die Bremens Selbständigkeit bedroht. 1986 bzw. 1992 hat das Bundesverfassungsgericht zwar beschlossen, dass die Steuergesetzgebung so erfolgen muss, dass der „Andersartigkeit der Stadtstaaten“ Rechnung getragen wird. Außer den vorübergehenden Zuwendungen des Bundes von 1994 bis 2004 in Höhe von 8,5 Milliarden Euro und seit etwa 2008 bis 2016 in Höhe von 2,7 Milliarden Euro erfolgte jedoch noch keine dauerhafte Regelung zur Behebung des Haushaltsnotstandes.

Durch den Staatsvertrag mit Niedersachsen zur Luneplate vom 5. Mai 2009, der am 1. Januar 2010 in Kraft getreten ist, wuchs die Fläche des Bundeslandes um 14,95 km² auf 419,23 km².

Politik[Bearbeiten]

Staatsaufbau[Bearbeiten]

Proklamation Nr. 3 von 1947: Neugründung des Landes Bremen

Laut der Verfassung der Freien Hansestadt Bremen führt der Bremische Staat den Namen „Freie Hansestadt Bremen“ und ist Glied der deutschen Republik und Europas (Art. 64 BremLV). Laut Art. 65 bekennt sich der Bremische Staat zu Demokratie, sozialer Gerechtigkeit, Freiheit, Schutz der natürlichen Umwelt, Frieden und Völkerverständigung. Alle Macht geht in Bremen vom Volke aus.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Das Land Bremen gliedert sich in zwei Gemeinden, die jeweils in Stadtbezirke, Stadtteile und Ortsteile unterteilt sind:

  • Bremen mit 546.451 Einwohnern (31. Dezember 2012)
    • Das Stadtgebiet Bremens ist in fünf Stadtbezirke (Nord, Süd, West, Ost, Mitte) und diese in 19 eigenständige Stadt- (15) und Ortsteile (5) gegliedert. Diese Einheiten sind 17 Ortsämtern zugeordnet. Die 15 Stadtteile sind weiter in 84 Ortsteile mit eigenen Namen unterteilt, sodass insgesamt 89 Ortsteile bestehen.
  • Bremerhaven mit 108.323 Einwohnern (31. Dezember 2012)
    • Das Stadtgebiet Bremerhavens ist in zwei Stadtbezirke (Nord und Süd) unterteilt. Diese gliedern sich weiter in neun Stadtteile. Die neun Stadtteile sind weiter in 24 Ortsteile mit eigenen Namen unterteilt.

Parlament[Bearbeiten]

Aufbau und Struktur[Bearbeiten]

Die Legislative bildet die Bremische Bürgerschaft. Sie ist mit 83 Abgeordneten das Landesparlament und als Stadtbürgerschaft mit den 68 Bremer Abgeordneten zugleich für die kommunalen Angelegenheiten der Stadt Bremen zuständig. Die Mitglieder werden in den Wahlbereichen Bremen und Bremerhaven auf vier Jahre gewählt. Außerdem steht die Legislative dem Volke in Volksabstimmungen zu.

Für die kommunalen Angelegenheiten der Stadt Bremerhaven ist die Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung mit 48 Stadtverordneten zuständig.

Parteien[Bearbeiten]

Bremen ist nach dem Zweiten Weltkrieg das einzige Bundesland, in dem die SPD bei jeder Landtagswahl zur stärksten Partei gewählt wurde, immer an der Regierung beteiligt war und seit Juli 1945 immer den Präsidenten des Senats stellte.

Die Wahlergebnisse der CDU lagen bei jeder Wahl unter ihrem Bundesdurchschnitt. Zwischen 1946 und 1967 waren noch die Deutsche Partei (DP) und von 1951 bis 1955 der BHE bzw. Gesamtdeutscher Block/Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (GB/BHE) in der Bürgerschaft vertreten. Beide Parteien gingen in der CDU auf.[19]

Die liberale Bremer Demokratische Volkspartei (BDV) mit Bürgermeister Theodor Spitta war zwischen 1945 und 1951 eine einflussreiche bürgerliche Partei. Sie wurde 1951 Teil der FDP. Seit Mitte der 1990er Jahre liegen die Resultate der FDP meist unter denen anderer Bundesländer.

Die KPD war von 1947 bis 1956 in der Bürgerschaft vertreten. Die DKP erzielte 1971 mit 3,1 % ihr bestes Landtagswahlergebnis in Bremen. Bei der Bürgerschaftswahl in Bremen 2007 kam die Linke mit 8,4 % erstmals in ein westdeutsches Landesparlament.

1979 gelang der Bremer Grünen Liste, Vorläuferpartei der Grünen, der Einzug in die Bremische Bürgerschaft. Den Grünen gelangen seit 1987 bis auf 1999 stets Wahlergebnisse im zweistelligen Bereich.

Begünstigt durch die Struktur als Stadtstaat und das Wahlrecht, bei dem beide Städte getrennte Wahlgebiete mit getrennt geltender Fünf-Prozent-Hürde bilden, erzielten auch Splitterparteien außerhalb des linken Spektrums meistens gute Ergebnisse. So hatte die rechtsextreme DVU – insbesondere in Bremerhaven – höheren Zulauf, der seit 1987 bis auf 1995 stets für mindestens einen Sitz in der Bürgerschaft reichte. Jedoch war sie lediglich zwischen 1991 und 1995 in Fraktionsstärke vertreten, ansonsten lediglich mit einem Abgeordneten, da ihr die Überwindung der Fünf-Prozent-Hürde nur in Bremerhaven gelang.

Von 1995 bis 1999 war die als rechte SPD-Abspaltung hervorgegangene Partei Arbeit für Bremen und Bremerhaven mit 10,7 % und zwölf Abgeordneten in der Bürgerschaft vertreten. Der Partei Rechtsstaatlicher Offensive gelang 2003 ein Wahlergebnis von landesweit 4,4 %, wobei mit 4,8 % in Bremerhaven der Einzug in die Bürgerschaft knapp misslang. Die rechtspopulistische Wählergemeinschaft Bürger in Wut zog vier Jahre später mit 5,29 % Stimmenanteil in Bremerhaven ebenfalls mit einem Mandat in die Bürgerschaft ein.

Regierung[Bearbeiten]

Landesregierung[Bearbeiten]

Die Exekutive bildet der Senat der Freien Hansestadt Bremen: Er ist die Landesregierung des Landes Bremen. Die einzelnen Senatsmitglieder werden von der Bürgerschaft mit der Mehrheit der abgegebenen Stimmen für die Dauer der Wahlperiode der Bürgerschaft gewählt. Dabei wird zunächst der Präsident des Senats in einem gesonderten Wahlgang in geheimer Abstimmung gewählt. Zu weiteren Mitgliedern des Senats können Staatsräte, deren Zahl ein Drittel der Zahl der Senatoren nicht übersteigen darf, auf Vorschlag des Senats gewählt werden (Art. 108). Im Vergleich zu den anderen Landesregierungen ist der Charakter des Senats als Kollegialorgan ausgeprägt; der Präsidenten des Senats hat keine formale Richtlinienkompetenz. Die Senatsmitglieder können nicht gleichzeitig der Bürgerschaft angehören.

Kommunalverwaltung[Bearbeiten]

Bremen[Bearbeiten]

Die kommunalen Organe der Stadt Bremen sind mit den staatlichen Organen der Freien Hansestadt Bremen weitgehend personalidentisch. Die im Wahlbereich Bremen gewählten Abgeordneten der Bremischen Bürgerschaft sind gleichzeitig Mitglieder der kommunalen Volksvertretung der Stadtgemeinde Bremen (Stadtbürgerschaft); Verschiebungen können sich dadurch ergeben, dass EU-Ausländer nur auf die Zusammensetzung der Stadtbürgerschaft, nicht aber auf die Zusammensetzung des Landesparlaments Einfluss nehmen können. Der Senat des Landes ist zugleich Organ der Stadt Bremen.

Bremerhaven[Bearbeiten]

Das Landesrecht sieht in den Artikeln 145 bis 148 der Landesverfassung der Freien Hansestadt Bremen einen losen Rahmen für die Gemeindeverfassung vor. Bremerhaven hat sich gem. Artikel 144 der Landesverfassung durch das Ortsgesetz der Stadt Bremerhaven vom 4. November 1947 die Verfassung der Stadt Bremerhaven gegeben. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt beschließt über alle Stadtangelegenheiten. Die Aufsicht des Landes Bremen beschränkt sich gem. Artikel 147 „auf die Gesetzmäßigkeit der Verwaltung“ (Rechtsaufsicht).

Bremerhaven besitzt als Spitze der Verwaltung einen Magistrat mit einem Oberbürgermeister, dem Bürgermeister als Stellvertreter und den Stadträten. Bremerhaven hat einige Gestaltungsrechte zum Beispiel im Schul- und Polizeiwesen, die in anderen Bundesländern auf Landesebene ausgeübt werden.

Judikative[Bearbeiten]

Die richterliche Gewalt wird von unabhängigen Richtern ausgeführt (Art. 135). Die Mitglieder der Gerichte werden von einem Ausschuss gewählt, der aus drei Mitgliedern des Senats, fünf Mitgliedern der Bürgerschaft und drei Richtern gebildet wird (Art. 136).

Für Fragen, die die Bremische Verfassung betreffen, wurde ein Staatsgerichtshof eingerichtet. Der Staatsgerichtshof besteht aus dem Präsidenten des Oberverwaltungsgerichts der Freien Hansestadt Bremen oder seinem Stellvertreter sowie aus sechs gewählten Mitgliedern, von denen zwei rechtsgelehrte bremische Richter sein müssen.

Die gewählten Mitglieder werden von der Bürgerschaft unverzüglich nach ihrem ersten Zusammentritt für die Dauer ihrer Wahlperiode gewählt und bleiben im Amt, bis die nächste Bürgerschaft die Neuwahl vorgenommen hat. Bei der Wahl soll die Stärke der Fraktionen nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Die gewählten Mitglieder dürfen nicht Mitglieder des Senats oder der Bürgerschaft sein. Wiederwahl ist zulässig (Art. 139).

Länderfusion und Verhältnis zu Niedersachsen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Nordstaat

Die Abgrenzung zwischen Bremen und Niedersachsen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg unter US-amerikanischer Militärregierung im Einvernehmen mit Bremen und dem Bremer Bürgermeister Wilhelm Kaisen gegenüber der Abgrenzung von 1938/39 verändert. Dabei wurde die angebotene Erweiterung des Umlandes aus politischem Kalkül nicht aufgegriffen.[20][21]

Immer wieder wird eine Fusion mehrerer norddeutscher Länder diskutiert. So wurde ein Zusammenschluss der Länder Niedersachsen und Bremen ins Gespräch gebracht. Eine Fusion stößt traditionell insbesondere in Bremen aber auch in Niedersachsen auf Ablehnung.

Zwischen Bremen und Niedersachsen kam es wiederholt zu Irritationen, die häufig auf von Bremer Seite als ungünstig empfundene Aspekte der Raumordnungs- und Wirtschaftsplanung niedersächsischer Umlandkommunen basierten, wo große Gewerbegebiete in Konkurrenz zur Bremer Wirtschaft entstanden. Aber auch sogenannte „Bremer Alleingänge“ in der Infrastrukturplanung wurden kritisiert.[22]

Hoheitszeichen[Bearbeiten]

Bremen besitzt insgesamt vier Staatsflaggen. Die Staatsflagge mit mittlerem Wappen unterscheidet sich von der mit Flaggenwappen zusätzlich durch die Anzahl ihrer Streifen. Das Flaggenwappen auf der Staatsflagge ist nicht mit dem großen Landeswappen zu verwechseln. Die Behörden greifen meist auf eine Flagge mit Wappen zurück.

Die Staatskanzlei Bremen kam dem Wunsch von Privatpersonen, Vereinen und Unternehmen, ihre Zugehörigkeit oder Verbundenheit zu „ihrem Land“ zu dokumentieren, mit einem eigens entwickelten Wappenzeichen nach, da die Landeswappen an sich ausschließlich von den Behörden geführt werden dürfen.[23]

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bremische Wirtschaft

Hafen- und Seewirtschaft[Bearbeiten]

siehe Bremische Wirtschaft#Hafen- und Seewirtschaft

Aufgrund der Hafengruppe Bremen/Bremerhaven ist das Land Bremen Deutschlands Außenhandelsstandort Nummer zwei, gleich nach Hamburg. Die Palette der verschiedenen Handelsgüter die hier im- und exportiert werden, erstreckt sich von Fisch-, Fleisch- und Molkereiprodukten über traditionelle Rohstoffe wie Tee, Baumwolle (siehe Bremer Baumwollbörse), Reis und Tabak bis hin zu Wein und Zitrusfrüchten. Besondere Bedeutung besitzt Bremen für den Kaffeeimport und den Autoexport. Der Seehafen Bremerhaven ist mit Abstand der weltweit größte Umschlagplatz für Automobile.

Große Unternehmen[Bearbeiten]

In Bremen befinden sich ein Daimler-Werk, Airbus-Produktion und Raumfahrt- (EADS, OHB Technology) sowie Lebensmittelindustrie (Kraft Foods, Hachez, Brauerei Beck & Co., Kellogg's, Melitta-Kaffee).

Wirtschaftsleistung[Bearbeiten]

Verglichen mit dem Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union erreichte Bremen 2006 einen Index von 156,9 (EU-27:100).[24]

2007 betrug die Wirtschaftsleistung im Bundesland Bremen gemessen am Bruttoinlandsprodukt rund 26 Milliarden Euro. Bremen hat die höchste Pro-Kopf-Verschuldung aller deutschen Bundesländer.[25] Bremerhaven ist ein wichtiger Standort der Offshore-Windenergie-Aktivitäten in Deutschland.

Energieversorgung[Bearbeiten]

siehe Bremische Wirtschaft#Energiewirtschaft

Im Lande Bremen werden mehrere Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen betrieben, die auch das niedersächsische Umland mit elektrischem Strom versorgen. In den beiden Städten Bremen und Bremerhaven ist jeweils eine Müllverbrennungsanlage in Betrieb, deren Abwärme für Fernheizung genutzt wird.

Bereits in den 1990er Jahren begann die Entwicklung der Erneuerbaren Energien. Bis 2013 wurden im Land selbst und in den umliegenden niedersächsischen Gemeinden Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 195 MW angeschlossen,[26] womit die Region hinsichtlich der Leistung pro Fläche eine Spitzenstellung in Deutschland einnimmt. Nach Angaben der Bundesnetzagentur waren Ende 2012 im Land Bremen 77 Windkraftanlagen mit einer Leistung von insgesamt 149 MW in Betrieb, was etwa 355 kW je km² Landesfläche bedeutet.[27]

Verkehr[Bearbeiten]

Schiffsverkehr[Bearbeiten]

Bremen und Bremerhaven bilden zusammen den zweitgrößten Seehafen Deutschlands. Schwerpunkte sind hierbei insbesondere der Autoumschlag, Containerterminal und Fischereihafen in Bremerhaven sowie der Neustädter Hafen in Bremen. Im Lande Bremen bestehen mehrere Fährverbindungen über die Weser. Diese Verbindungen bestehen zwischen Bremerhaven und Nordenham, zwischen Bremen-Farge und Berne, zwischen Bremen-Blumenthal und Motzen, sowie zwischen Bremen-Vegesack und Lemwerder.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Bremen und Bremerhaven sind durch eine elektrifizierte zweigleisige Haupteisenbahnlinie miteinander verbunden. Von Bremen Hauptbahnhof aus führen ferner Verbindungen nach Hamburg, Hannover, Uelzen, ins Ruhrgebiet, nach DelmenhorstOldenburg/–Osnabrück/-Nordenham und in den Stadtteil Vegesack, von wo aus die Farge-Vegesacker Eisenbahn den Stadtteil Blumenthal erschließt. Von Bremerhaven Hauptbahnhof aus führen Eisenbahnverbindungen nach Cuxhaven und nach Bremervörde/Hamburg. Der Bremer Hauptbahnhof ist in die zweithöchste deutsche Bahnhofskategorie 2 eingestuft. Insgesamt gibt es im Land Bremen 27 Haltepunkte der Eisenbahn für den Personenverkehr sowie mehr als zehn Güter- und Rangierbahnhöfe.

Bis 2001 war das Land Bremen in das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn eingebunden. Seitdem ist nur noch der Hauptbahnhof Bremen für den nationalen und internationalen Fernverkehr erreichbar, die übrigen Verbindungen gehören zum Regionalverkehr. Die Hauptbahnhöfe Bremen und Bremerhaven sind Durchgangsbahnhöfe.

Straßen[Bearbeiten]

Beide Landesteile werden durch die Autobahn A 27 miteinander verbunden. Die Stadt Bremen wird außerdem durch die A 1 tangiert. Im Stadtgebiet Bremens wird zurzeit die A 281 gebaut. Im Norden der Stadt Bremen verläuft die A 270. Das Land Bremen war das erste und einzige Bundesland mit einem generellen Tempolimit von 120 km/h auf den durch das Hoheitsgebiet führenden Autobahnen.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Das Land Bremen hat zwei Flughäfen. In Bremen-Neuenland befindet sich der internationale Flughafen Bremen, in Bremerhaven-Luneort ein kleinerer Regionalflughafen. Der Flugplatz in Bremerhaven soll aufgegeben werden, um zusätzliche Flächen für die Windkraftindustrie zu erschließen.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten]

Bildung, Wissenschaft und Forschung[Bearbeiten]

Schulwesen

Hauptartikel: Bremer Schulwesen

Hochschulen im Land Bremen

Bremen und Bremerhaven wurden vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft zur Stadt der Wissenschaft 2005 gewählt.

Wissenschaftliche Einrichtungen

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Behörde und Körperschaften

Der Senator für Gesundheit, die Ärztekammer Bremen, die Kassenärztliche Vereinigung Bremen, die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bremen und die Tierärztekammer

Kliniken

Sport[Bearbeiten]

Sportanlagen und Sportvereine sind zu finden in den Artikeln zu den Stadt- bzw. Ortsteilen von Bremen und Bremerhaven.

Sport im Land Bremen[Bearbeiten]

Der Sport im Land Bremen wird in rund 450 Bremer und Bremerhavener Sportvereinen mit rund 160.000 Mitgliedern betrieben. Er wird vertreten durch den Landessportbund Bremen (LSB) als Dachverband, den Kreissportbünden Bremen, Bremen-Nord und Bremerhaven und den um die 50 Sportfachverbänden. Der Breitensport ist ein besonderes Anliegen im Land Bremen. Organisatorisch sind Bremer und Bremerhavener Sportvereine oft eng mit denen aus Niedersachsen verzahnt.

Der älteste, noch bestehende Verein Vorwärts in Bremen wurde 1846 als Arbeiterbildungsverein von Zigarrenmachern gegründet und hatte seinen Sitz seit 1853 im Haus Vorwärts.

Der älteste Verein in Bremerhaven wurde 1859 vom Pädagogen Dr. Justus Lion als Turnverein Bremerhaven gegründet, woraus 1919 der ATS Bremerhaven (ATSB) und 1972 der OSC Bremerhaven mit rund 4500 Mitgliedern (2013) wurde.

Der größte und erfolgreichste Verein in Bremen ist der SV Werder Bremen mit rund 40.000 Mitgliedern (2013), gefolgt von Bremen 1860 mit ca. 6000 Mitgliedern (1995).

Sportarten von Bedeutung[Bearbeiten]

Auswahl, alphabetisch geordnet

  • Floorball: Im Floorball spielte der TV Eiche Horn (Herren) in der Bundesliga.
  • Judo: Im Judo kämpfen (2013) die Frauen vom TV Eiche Horn in der 2. Judo-Bundesliga.
  • Rhythmische Sportgymnastik: In Bremen befindet sich seit 1992 der Bundesstützpunkt für die Rhythmische Sportgymnastik. Lena Rübke wurde von 2008 bis 2010 vielfache Deutsche Meisterin in verschieden Übungen.
  • Schach: Werder Bremen spielt in der Schach-Bundesliga.
  • Squash: Im Squash spielt (2013) der 1. Bremer Squash-Club von 1976 in der Bundesliga.
  • Tanzsport: Die Städte Bremerhaven und Bremen gelten als überregional bekannte Zentren im Tanzsport.

Die Tanzsportgemeinschaft Bremerhaven (TSG) von 1971 wurden 20 Mal Deutscher Meister, 10 Mal Europameister, 14 Mal Weltmeister und vier Mal Bremer Mannschaft des Jahres (1997, 1999, 2001, 2002).
Beim Grün-Gold-Club Bremen tanzte das A-Team von 1998 bis 2002 in der 2. Bundesliga und stieg 2002 in die 1. Bundesliga auf. Das A-Team wurden Weltmeister 2006, 2009 und 2012; Europameister 2007, 2008, 2010; Vizeeuropameister 2004 bis 2005 und 2009; Deutscher Meister 2004, 2005 und von 2007 bis 2012. Es war sieben Mal Bremer Mannschaft des Jahres von 2003 bis 2009. Das B-Team tanzt seit 2002/2003 ebenfalls in der 1. Bundesliga.

Religion[Bearbeiten]

Nach einer Statistik der Evangelischen Kirche in Deutschland gehörten 53,6 % der Bremer im Jahre 2009 einer der beiden großen christlichen Religionsgemeinschaften an.[28]

Evangelische Kirche[Bearbeiten]

Die Mehrheit der christlich gebundenen Bevölkerung bekennt sich zur evangelischen Kirche (Bremische Evangelische Kirche in Bremen und Bremerhaven-Mitte). Diese Landeskirche hat sowohl eine lutherische wie auch eine reformierte Tradition und ist somit eine unierte Kirche. Daneben gehören viele Christen im Rest Bremerhavens, der früher zum Königreich Hannover gehörte, zur Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. 2009 gehörten 40,2 % zu einer Gliedkirche der EKD.[28]

Katholische Kirche[Bearbeiten]

Die römisch-katholischen Christen gehören zum Dekanat Bremen des Bistums Osnabrück (Bremen/südlich der Lesum) und zu den Dekanaten Bremerhaven und Bremen Nord des Bistums Hildesheim (Bremerhaven und Bremen Nord/nördlich der Lesum). Der Anteil der Katholiken beläuft sich auf 12,2 %.[28]

Es gibt eine Gemeinde der Altkatholischen Kirche, die zur Theresiendomgemeinde in Nordstrand gehört. Altkatholische Messen werden in der Römisch-katholischen Kirche am Krankenhaus St. Joseph-Stift abgehalten.

Freikirchen, Zeugen Jehovas[Bearbeiten]

Daneben gibt es in Bremen noch eine Reihe von Freikirchen, darunter die Apostolische Gemeinschaft, die Neuapostolische Kirche und die Siebenten-Tags-Adventisten. Ebenso sind die Zeugen Jehovas mit Gemeinden im Stadtgebiet vertreten.

Judentum[Bearbeiten]

In Bremen-Schwachhausen existiert eine Synagoge. In Hastedt besteht der alte Jüdische Friedhof Deichbruchstraße und am Riensberg zwischen der H.-H.-Meier-Allee und der Beckfeldstraße (Zugang) wurde im November 2008 der neue Jüdische Friedhof fertig gestellt.[29]

Islam[Bearbeiten]

Die Muslime sind in mehreren Gemeinden organisiert. Ihre größte Moschee ist die Fatih-Moschee in Gröpelingen, gegenüber der ehemaligen Werft AG Weser.

Sonstige[Bearbeiten]

Schließlich leben in Bremen Angehörige asiatischer Religionsgemeinschaften in weniger festgefügten Organisationsformen, z. B. Buddhisten.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Bremen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Bremen

Literatur[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bremer Literatur und Pläne

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Bremen – Quellen und Volltexte
 Commons: Bremen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Freie Hansestadt Bremen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Portal:Bremen – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nach der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen
  2. a b c Seit Inkrafttreten des Staatsvertrag zur Luneplate.
  3. a b Regionaldatenbank Deutschland. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 19. Oktober 2013.
  4. Arbeitslosenquoten im Juni 2014 – Länder und Kreise. In: statistik.arbeitsagentur.de. Statistik der Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am 1. Juli 2014.
  5. Destatis Schulden der öffentlichen Haushalte am 31. März 2013
  6. Art. 148 Landesverfassung. Gesetzesportal Bremen, abgerufen am 28. Mai 2011.
  7. Bremen, Senator für Umweltschutz und Stadtentwicklung 1992: Landschaftsprogramm Bremen 1991
  8. Statistisches Landesamt Bremen
  9. Bremen Zensus Infosystem. statistik-bremen.de, abgerufen am 31. Mai 2013.
  10. Senator für das Bauwesen und Niedersächsischer Minister des Innern: Bremen-Niedersachsen. 10 Jahre gemeinsame Landesplanung, S. 116 f. Bremen 1973.
  11. Schwarzwälder: Das Große Bremen-Lexikon, Bd I., S. 275, Edition Temmen, Bremen 2003.
  12. Staatsarchiv Bremen: Privileg Karls V. (Transkript)
  13. Gesetz über den Neuaufbau des Reichs
  14. Vierte Verordnung über den Neuaufbau des Reichs
  15. Relikte.com
  16. Bettina Blank: Die westdeutschen Länder und die Entstehung der Bundesrepublik – Zur Auseinandersetzung um die Frankfurter Dokumente vom Juni 1948, S. 57 ff., 1995 Oldenbourgh Wissenschaftsverlag.
  17. Bettina Blank, aaO, S. 60.
  18. http://www.rathaus.bremen.de/sixcms/media.php/13/061101_Bundesland_Bremen_Geschichte.pdf Senat der Freien Hansestadt Bremen, Presse- und Informationsdienst: „1947: Bremens Eigenständigkeit wird wiederhergestellt“: amerikanisch-britische Vereinbarung am 21. Januar 1947, Proklamation N°. 3 der amerikanischen Militärregierung am 22. Januar, Gründung am 7. Februar rückwirkend zum 1. Januar
  19. Kai Arzheimer: Landtagswahlen in Bremen (PDF)
  20. Bundesland Bremen: Bremens Eigenständigkeit wird wiederhergestellt. rathaus.bremen.de, Oktober 2006, abgerufen am 26. August 2010 (PDF; 22 kB).
  21. Sicherung der Bremer Eigenständigkeit In: WP Wilhelm Kaisen
  22. Wulff und Böhrnsen streiten um Lkw-Fahrverbot. Weser-Kurier, 22. Dezember 2009, abgerufen am 26. August 2010.
  23. Flagge und Wappen der Freien Hansestadt Bremen. bremen.de, abgerufen am 26. August 2010.
  24. Eurostat Pressemitteilung 23/2009: Regionales BIP je Einwohner in der EU27 (PDF-Datei; 360 kB) Passwortschutz, nicht frei verfügbar
  25. Vor riesengroßen Herausforderungen
  26. http://www.thewindpower.net/wind-farms-list-2-bremen.php
  27. http://www.wind-energie.de/sites/default/files/attachments/page/statistiken/fact-sheet-statistik-we-2012-12-31.pdf
  28. a b c Kirchenmitgliederzahlen am 31.12.2009. Evangelische Kirche Deutschland, November 2007, abgerufen am 26. August 2010 (PDF; 628 kB).
  29. Bremen – Neuer Jüdischer Friedhof. Architektenkammer Niedersachsen, abgerufen am 9. Januar 2010.

53.3472666666678.5913Koordinaten: 53° N, 9° O