Freienwil

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Freienwil
Wappen von Freienwil
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Badenw
BFS-Nr.: 4028i1f3f4
Postleitzahl: 5423
Koordinaten: 666989 / 26187047.5041668.327778465Koordinaten: 47° 30′ 15″ N, 8° 19′ 40″ O; CH1903: 666989 / 261870
Höhe: 465 m ü. M.
Fläche: 3.99 km²
Einwohner: 968 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 243 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 14,2 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.freienwil.ch
Blick auf Freienwil

Blick auf Freienwil

Karte
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Freienwil (schweizerdeutsch: ˌfrɛjəˈʋiːl)[3] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Baden im Schweizer Kanton Aargau. Sie liegt rund drei Kilometer nördlich des Bezirkhauptorts Baden.

Geographie[Bearbeiten]

Katholische Kapelle, erbaut 1925

Das Dorf liegt in einem südlichen Seitental des Surbtals. Das von Süden nach Norden verlaufende Tal bildet eine flache Mulde am Rande des zum Tafeljura gehörenden Siggenbergs. Das Gelände steigt in Richtung Westen zum Hörndli (624 m ü. M.) an, einem Ausläufer des Siggenbergs. Der Büel (526 m ü. M.) bildet die Begrenzung zum östlich angrenzenden Tal von Ehrendingen. Im Süden wird das Tal vom Haselbuck (578 m ü. M.) abgeschlossen, zum Limmattal hin besteht ein schmaler Durchlass. Das Gemeindegebiet wird durch den Rickenbach entwässert, der bei Lengnau in die Surb mündet.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 399 Hektaren, davon sind 155 Hektaren mit Wald bedeckt und 38 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt liegt auf 624 Metern auf dem Hörndli, der tiefste auf 428 Metern an der nordöstlichen Gemeindegrenze.

Nachbargemeinden sind Lengnau im Norden, Ehrendingen im Osten, Ennetbaden im Süden und Obersiggenthal im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Friginwillare erfolgte im Jahr 1230. Der Ortsname stammt vom althochdeutschen Friginwilari und bedeutet «Hofsiedlung des Freien».[3] Grundbesitzer im Hoch- und Spätmittelalter waren unter anderem die Klöster Einsiedeln, Sankt Blasien und Wettingen sowie einige Bürger der Stadt Baden. Die hohe Gerichtsbarkeit wurde durch die Habsburger ausgeübt.

Die niedere Gerichtsbarkeit befand sich bis 1367 in den Händen der Herren von Rümlang, danach wechselten sich verschiedene Badener Bürger ab, bis die Freienwiler ab 1507 selbst bestimmen konnten. 1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau und Freienwil war nun Teil des Amtes Ehrendingen in der Grafschaft Baden, einer gemeinen Herrschaft.

1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein und riefen die Helvetische Republik aus. Freienwil wurde eine Gemeinde im kurzlebigen Kanton Baden, seit 1803 gehört sie zum Kanton Aargau. 1870 wurden zahlreiche Häuser bei zwei Dorfbränden zerstört. Ende des 19. Jahrhunderts wanderten zahlreiche Dorfbewohner aus. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts stagnierte die Bevölkerungszahl und stieg dann an, wenn auch bei weitem nicht so stark wie in den umliegenden Gemeinden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Blau gelbe Korngarbe, links begleitet von weisser Sichel mit gelbem Griff.» Das Wappen stellt die landwirtschaftliche Tradition der Gemeinde dar. Es wurde 1928 auf Anregung des örtlichen Männerchors eingeführt.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[6]

Jahr 1400 1710 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner ca. 70 ca. 200 506 370 466 416 366 464 489 641 753 918

Am 31. Dezember 2013 lebten 968 Menschen in Freienwil, der Ausländeranteil betrug 14,2 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 55,1 % römisch-katholisch und 27,4 % reformiert; 2,0 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[7] 94,2 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 1,7 % Französisch, 1,5 % Englisch.[8]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Baden zuständig. Freienwil gehört zum Friedensrichterkreis Kirchdorf.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Freienwil gibt es gemäss Betriebszählung 2008 etwa 100 Arbeitsplätze, davon 32 % in der Landwirtschaft, 10 % in der Industrie und 58 % im Dienstleistungssektor.[9] Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in den Agglomerationen Baden und Zürich. Freienwil ist deshalb vor allem eine Wohngemeinde.

Verkehr[Bearbeiten]

Freienwil liegt an der wenig befahrenen Kantonsstrasse zwischen Ennetbaden und Lengnau. Der Durchgangsverkehr führt zum grössten Teil östlich am Dorf vorbei durch Ober- und Unterehrendingen. Nach Oberehrendingen besteht eine Querverbindung. Das Dorf wird durch stündlich verkehrende Postautos der Linie BadenEndingenDöttingen erschlossen (während der Hauptverkehrszeit alle 30 Minuten).

Innenansicht der Kapelle in Freienwil

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Primarschule. Die Realschule und die Sekundarschule können in Lengnau besucht werden, die Bezirksschule in Endingen. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Baden und Wettingen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Freienwil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 144–145.
  4. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1070, Swisstopo
  5.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 158.
  6. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  7. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.
  8. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.
  9. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.