Freifunk

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Router für Freifunk

Freifunk ist eine nicht-kommerzielle Initiative im deutschen Sprachraum, die ihren Ursprung in Berlin hat. Sie widmet sich dem Aufbau und Betrieb selbstverwalteter lokaler Computer-Netzwerke als freies Funknetz. Hauptzielsetzungen sind ein hoher Grad an Zensurresistenz, eine Förderung von lokaler Kommunikation und ein möglichst dezentraler Aufbau. Freifunk baut auf dem Picopeering-Agreement[1] auf, das für ein diskriminierungsfreies Netzwerk sorgen soll (siehe Netzneutralität). Weiterhin ist den Betreibern wichtig, dass Anonymität gewährleistet ist und dass keine Überwachung stattfinden kann.

Technik[Bearbeiten]

Wie in vielen anderen freien Funknetzen kommt auch bei Freifunk Meshtechnologie zum Einsatz. In einem Mesh-Netzwerk verbinden sich die beteiligten Router über eine bestimmte Software miteinander. Wenn Router ausfallen, berechnet diese Software automatisch neu, über welche anderen Router die Datenpakete das Ziel erreichen. Im Fall von Freifunk ist dies eine Freifunk-Firmware, die in der Regel auf OpenWrt und weiterer freier Software basiert. Es gibt viele verschiedene Implementierungen der Firmware, je nach in der lokalen Community eingesetzten Hardware und Protokolle (z. B. OLSR und B.A.T.M.A.N.).[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Freifunk-Initiative installiert Funkantennen in Berlin-Kreuzberg.

Im April 2000 versuchten Consume und free2air unabhängig voneinander in London die Einrichtung von freien Netzwerken. In den Workshops Consume Clincs wurden Vereinbarungen getroffen und Regeln aufgestellt, welche die Kommunikation untereinander und überregional regeln sollen.

Am 12. und 13. Oktober 2002 fand im Rahmen der Konferenz Urban Drift unter dem Titel BerLon im Berliner bootlab ein Workshop über freie drahtlose Bürgernetze in Berlin und London statt. Ein Ergebnis der BerLon war eine Vereinbarung über Grundsätze zum Aufbau von freien Netzwerken, das Picopeering-Agreement. Dieses beschreibt, wie in einem Freifunk-Netz der Transit von Daten über fremde Geräte gehandhabt wird. Noch während der BerLon vereinbarten einige der Anwesenden künftig regelmäßige Treffen in Berlin zum Aufbau eines eigenen freien Funknetzwerks abzuhalten. Unter dem Namen wavelöten finden seitdem mittwochs regelmäßige Treffen in der Berliner c-base statt. Parallel dazu wurde der Grundstein für das deutschsprachige Webportal freifunk.net gelegt.

Im September 2003 gründeten einige Aktive den gemeinnützigen Förderverein Freie Netzwerke e. V. um freie Kommunikationsinfrastrukturen ideell und finanziell zu unterstützen.[3]

Die praktische Umsetzung der Idee in Form einer leicht zu installierenden Software für handelsübliche WLAN-Router hat erheblich zum Erfolg der Initiative in den folgenden Jahren beigetragen.

Im Jahr 2012 erlangten die Freifunker in Berlin mit dem Projekt Freedom Fighter Box eine große mediale Aufmerksamkeit. Dieses Projekt richtet sich gegen die Störerhaftung, dessen Abschaffung die Aktivisten fordern. Durch die Störerhaftung können Betreiber eines un- oder eines schlecht gesicherten WLANs für Handlungen von Benutzern des WLANs mitverantwortlich gemacht werden. Für den Betreiber können dadurch Kosten wegen einer Abmahnung entstehen. Diese Unsicherheit führt dazu, dass immer mehr WLAN-Zugangspunkte geschlossen werden, beispielsweise in Cafés oder an öffentlichen Plätzen. Die von Freifunk verschenkte Freedom Fighter Box ist ein fertig eingerichteter WLAN-Router, der die Daten aus dem offenen WLAN über einen schwedischen VPN-Anbieter ins Internet leitet.[4][5][6] In Schweden existiert die Störerhaftung nicht.

Im Oktober 2012 entschied die Medienanstalt Berlin-Brandenburg, den Aufbau eines Backbone-Netzes der Berliner Freifunk-Community mit 30.000 Euro zu fördern.[7][8][9] Seit 2013 werden dafür Standorte in Betrieb genommen, sowohl auf öffentlichen Gebäuden wie Rathäusern, als auch auf Kirchen und Privathäusern.[10][11]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Picopeering-Agreement
  2. Erläuterungen zur Firmware im Freifunk-Wiki
  3. Website des Fördervereins Freie Netzwerke e. V.
  4. Artikel zur „Freedom Fighter Box“ im freifunk-Blog
  5. Kai Biermann: Berliner Verein verschenkt anonyme Netzzugänge. In: ZEITOnline zur „Freedom Fighter Box“ vom 19. Juni 2012.
  6. Meldung zur „Freedom Fighter Box“ auf heise.de
  7. Freifunk-Blogbeitrag Neues Setup verstärkt Berliner Freifunk-Netz
  8. Medienanstalt Berlin-Brandenburg
  9. netzpolitik.org informiert über die Fördergelder für Freifunk
  10. Link zur Berliner Freifunk-Karte
  11. Berliner Landesinitiative für Gratis-WLAN stockt