Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit

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Die Parole Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit (französisch Liberté, Égalité, Fraternité) ist der Wahlspruch der heutigen Französischen Republik und der Republik Haiti. Er fußt auf den Losungen der Französischen Revolution 1789.

Motto der Revolution[Bearbeiten]

Unter Napoleon III. wurde Liberté, Égalité, Fraternité über 50 Jahre nach der Französischen Revolution zu deren Parole erklärt. Nachdem sie mehrmals in Frage gestellt worden war, setzte sie sich nach 1871 unter der Dritten Republik durch. Man verankerte sie in der Verfassung der Fünften Republik von 1958. Heute ist sie Teil des nationalen Erbes Frankreichs und praktisch an jedem Rathaus sowie anderen öffentlichen Gebäuden zu finden.

Die Begriffe „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“, die Fénelon Ende des 17. Jahrhunderts miteinander in Verbindung brachte, erlangten während der Phase der Aufklärung große Verbreitung.

Während der Französischen Revolution war „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ eine der zahlreichen Losungen, auf die man sich berief. In einer Rede über die Organisation der Nationalgarde sprach sich Maximilien de Robespierre im Dezember 1790 dafür aus, die Worte „Das französische Volk“ und „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ auf Flaggen und Uniformen zu schreiben; sein Vorhaben wurde jedoch nicht angenommen.[1]

Unité, Indivisibilité de la République, Liberté, Égalité, Fraternité ou la mort[Bearbeiten]

1793 begannen die Pariser folgende Worte auf ihre Hausfassaden zu schreiben: „Einheit, Unteilbarkeit der Republik; Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit oder der Tod“, was die Bewohner der anderen Städte rasch nachahmten. Sie wurden jedoch bald aufgefordert, den letzten Teil dieser Aufschrift zu entfernen, da er zu sehr an die Schreckensherrschaft erinnerte, bei der Zehntausende mit der Guillotine hingerichtet wurden.

Revolution und Verfassung von 1848[Bearbeiten]

Wie viele Symbole der Revolution geriet auch diese Devise unter dem Empire in Vergessenheit. Während der Februarrevolution 1848 wurde sie wieder aufgegriffen und erhielt nunmehr eine religiöse Komponente: die Priester feierten den Christus der Brüderlichkeit und segneten die Freiheitsbäume, die zu dieser Zeit gepflanzt wurden. Bei der Abfassung der Verfassung von 1848 wurde die Devise „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ zu einem „Grundsatz“ der Republik erhoben.

Vom Zweiten Empire gemieden, setzte sie sich schließlich unter der Dritten Republik durch. Es machte sich allerdings noch etwas Widerstand breit, selbst bei den anderen Anhängern der Republik: „Solidarität“ wurde zuweilen „Gleichheit“ vorgezogen, die eine soziale Nivellierung beinhaltete, während die christliche Konnotation der Brüderlichkeit nicht auf allgemeine Zustimmung stieß.

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 14. Juli 1880 erschien die Devise wieder auf den Giebeln der öffentlichen Gebäude. Sie wurde in die Verfassungen von 1946 und 1958 aufgenommen und ist heute fester Bestandteil des nationalen Erbes Frankreichs. Sie ist auf den in Umlauf befindlichen Gegenständen zu lesen, wie beispielsweise auf den Geldmünzen oder den Briefmarken.

Freiheit, Gleichheit, Solidarität[Bearbeiten]

Der historische Wahlspruch „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ wird heute oftmals durch „Freiheit, Gleichheit, Solidarität“ oder „Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität“ ersetzt, beispielsweise im Grundsatzprogramm der SPD. Der Grund dafür ist, dass der Begriff der „Solidarität“ im Gegensatz zur „Brüderlichkeit“ geschlechtsneutral ist und Frauen mit einschließt.

Parodien[Bearbeiten]

In Parodien, Sketchen, Zeichentrickfilmen und Comics tauchen immer wieder abgewandelte Formen des Slogans auf, so etwa:

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Während der Revolution waren nur die Begriffe Liberté (Freiheit) und Égalité (Gleichheit) populär. Für den Zusammenhang zwischen kollektiven Erfahrungen und visuellen Medien vgl. Martin Höppl (2010): Druckgraphik der Französischen Revolution. Kunstgeschichte, Kulturanthropologie und Kollektivpsyche. In: Helikon. A Multidisciplinary Online Journal, 1. 144-183. (PDF; 7,2 MB)