Freiheit statt Sozialismus

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Freiheit statt Sozialismus war die wichtigste Parole der CDU bei der Bundestagswahl 1976. Die CSU verwendete den Slogan Freiheit oder Sozialismus.[1]

Die Parole wurde von Alfred Dregger für den 1976er Wahlkampf geprägt und auch lanciert[2]. Die Wendung richtete sich gegen die Ostpolitik. Freiheit symbolisierte das demokratisch-politische System der Bundesrepublik Deutschland, demgegenüber sollte Sozialismus auf das politische System der Deutschen Demokratischen Republik verweisen. Er wurde (wie auch die anderen Slogans der Union im Bundestagswahlkampf 1976) jeweils mit einem vorangestellten "Aus Liebe zu Deutschland" kombiniert.[3]

Im Wahlkampf sollte der Slogan diese Symbolik auf die Politik von CDU und SPD übertragen. Auf der einen Seite stünde dann die Politik der Union, die konsequent die westliche Freiheit verteidigt und auf der anderen Seite die SPD, die diese Freiheit durch die Ostpolitik (aber auch andere Politikbereiche) gefährde.

Die Bundestagswahl 1976 endete mit einem deutlichen Stimmenzuwachs der Union auf 48,6 Prozent. Inwieweit dieser Slogan dazu beigetragen hat, ist nicht feststellbar.

Der Slogan war hoch umstritten. Nach Meinungsumfragen wurde er zu Beginn des Wahlkampfes im Frühjahr 1976 von 65 % der Befragten abgelehnt. Jedoch zeigte er Wirkung im Sinne der Unionsparteien dadurch dass er die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf ein Thema richtete, in dem die Union vom Wähler deutlich höhere Kompetenz zugesprochen wurde, als der Regierung. Zeichen dieser Wirkung war die Zustimmung zum Ziel "Verhindern, dass kommunistische Einflüsse in Europa vordringen" während des Wahlkampfes von 51 % auf 59 % zunahm. 46 zu 15 % der Wähler sahen in dieser Frage eine höhere Kompetenz der Union gegenüber der SPD[4]

Hans Filbinger übernahm die Parole im selben Jahr im Landtagswahlkampf Baden-Württembergs und erreichte eine absolute Mehrheit.

Weitere Verwendung[Bearbeiten]

Der Slogan wurde mehrfach in späteren Wahlen aufgegriffen. So warb die DSU im Wahlkampf zur ersten freien Volkskammerwahl 1990 mit demselben Slogan [5]. Die FDP verwendete den Slogan bei der Hessischen Landtagswahl 2008.

Mit dem 2011 erschienenen Buch Freiheit statt Kapitalismus spielt die Politikerin der Linken Sahra Wagenknecht auf den Slogan an.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Jörg Schmidt: Die deutsche Freiheit: Geschichte eines kollektiven semantischen Sonderbewusstseins, 2010, ISBN 3941743058, Seite 338, Online
  2. Konrad Adenauer Stiftung
  3. Konrad Adenauer Stiftung
  4. Nikolaus Jackob: Wahlkämpfe in Deutschland: Fallstudien zur Wahlkampfkommunikation 1912-2005, 2007 ISBN 3531151614, Seite 201-202, Online
  5. Ulrich H. Brümmer: Parteiensystem und Wahlen in Sachsen: Kontinuität und Wandel von 1990 bis 2005 unter besonderer Berücksichtigung der Landtagswahlen, 2006, ISBN 3531148354, Seite 66, Online
  6. Neues Deutschland