Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei

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Logo der FAP

Die Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei (Kurzbezeichnung: FAP) war eine autoritär nationalistische, als rechtsextremistisch bzw. neonazistisch[1][2] eingestufte Kleinpartei in der Bundesrepublik Deutschland, die von 1979 bis zum 24. Februar 1995 bestand. Mit Wirkung letzteren Datums wurde die FAP aufgrund ihrer Verfassungswidrigkeit verboten, allerdings nicht als „Partei“, da das Bundesverfassungsgericht der FAP nicht die Eigenschaften einer Partei zusprach, sondern nur die eines Vereines. Die FAP wurde somit nach dem in Deutschland gültigen Vereinsrecht verboten.

Geschichte[Bearbeiten]

Die FAP entstand 1979 als Abspaltung von der Unabhängigen Arbeiter-Partei (UAP). Damals trug sie noch den Namen Sozial-Liberale Deutsche Partei (SLP). Bis Anfang der 1980er war sie eine eher unbedeutende Gruppierung, wurde jedoch 1983 von der Aktionsfront Nationaler Sozialisten/Nationale Aktivisten (ANS/NA) nach deren Verbot unterwandert. Bis 1988 blieb Martin Pape, Gründer der FAP, Bundesvorsitzender. Nachdem Michael Kühnen sich offen zu seiner Homosexualität bekannte, kam es zum Streit zwischen Anhängern und Gegnern Kühnens, der letztlich in der Spaltung der FAP mündete. Die FAP hatte nun zwei Flügel, die Anhänger Michael Kühnens und seine Gegner um Jürgen Mosler. 1988 wurde Friedhelm Busse zum Bundesvorsitzenden gewählt und blieb es bis zu ihrem Verbot. 1990 verließen die Kader Jürgen Mosler und Michael Swierczek die Gruppierung und mit ihnen große Teile ihrer Mitglieder.

Die FAP war unter anderem berüchtigt für aggressiv-nationalistische Propaganda, ihre inhaltliche Nähe zum Nationalsozialismus und gewalttätige, rassistisch motivierte Übergriffe, vor allem gegen dunkelhäutige Menschen unterschiedlicher (auch deutscher) Nationalität und andere Minderheiten in Deutschland. Relativ erfolgreich war sie in den 1980er Jahren unter anderem in der Rekrutierung loser Zusammenhänge rechter Jugendlicher und Teilen der Hooligan-Szene sowie in der Unterstützung kroatischer Paramilitärs durch rekrutierte Söldner aus Deutschland.

Einige Anhänger und Mitglieder der FAP wurden wegen unterschiedlicher Straftaten angeklagt und verurteilt. Viele ehemalige Kader der FAP sind heute in der NPD und den so genannten freien Kameradschaften aktiv.

Beteiligung an Wahlen[Bearbeiten]

Die FAP war weder bundes- noch landespolitisch an einer parlamentarischen Vertretung beteiligt. Sie blieb bei Wahlen stets weit unter der Fünf-Prozent-Hürde und der für die Wahlkampfkostenerstattung notwendigen Stimmenanzahl. Sie trat bei der Bundestagswahl 1987 mit einer Landesliste nur in Bremen an und erhielt dort 405 Zweitstimmen (0,09 %); ihre Direktkandidaten in den beiden Wahlkreisen Celle–Uelzen und Stuttgart I erhielten jeweils 0,1 %. Auch auf Länderebene blieb die FAP bei Wahlen eine Randerscheinung wie beispielsweise bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg 1986 mit 0,1 % (713 Stimmen). Bei der Europawahl 1989 erreichte die rechtsextreme Partei 0,1 % (19 151 Stimmen).

Prominente Mitglieder[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Christians: Die Reihen fest geschlossen: die FAP, zu Anatomie und Umfeld einer militant neofaschistischen Partei in den 80er Jahren, Verlag Arbeit & Gesellschaft, Marburg 1990, ISBN 3-89419-007-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verfassungsschutzbericht 1997, S. 114f.
  2. Wichard Woyke (Hrsg.): Handwörterbuch des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland. 5., überarbeitete und aktualisierte Auflage. Leske und Budrich, Opladen 2003, S. 583.
  3. http://www.antifa-nazis-ddr.de/nazis/bildergallerie.html