Fremdgruppe

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Eine Fremdgruppe (oder auch engl. outgroup) stellt eine Soziale Gruppe dar, mit der ein ihr zugehöriges Individuum (Akteur) keine von einem „Wir-Gefühl“ geprägten sozialen Beziehungen verbindet – im Gegensatz zur Eigengruppe.

Die Unterscheidung in Eigen- und Fremdgruppe kann aufgrund biologischer (Geschlecht, Alter, Ethnie, Sexualität) oder historischer (Staatsangehörigkeit, Kultur, Religion) Merkmale erfolgen. Wie Tajfels Minimalgruppen-Forschung zeigt, können jedoch auch völlig willkürliche Unterscheidungsmerkmale binnen Minuten zu Vorurteilen, Stereotypen und Diskriminierung führen.

Eine Fremdgruppe kann oft negativ beurteilt werden und zu der Eigengruppe in Gegnerschaft stehen. Im täglichen Leben stellen sich manche Sekundärgruppen (zum Beispiel die Schulklassen, siehe Mobbing) als Fremdgruppen dar, aber auch ein Teil der eigenen Herkunftsfamilie kann – obwohl Primärgruppe – sich im Laufe der Zeit funktional einer Fremdgruppe annähern. Auf der anderen Seite können sich Fremdgruppen zu Eigengruppen entwickeln, wie zum Beispiel zwei Familien durch Verschwägerung eine gemeinsame Eigengruppe werden oder der Eintritt einer Person in ein ihr bisher fremdes Kollegium es zu ihrer Eigengruppe macht.

Die Wahrnehmung, nach der die Mitglieder der Fremdgruppe einander ähnlicher sind, als dies tatsächlich der Fall ist („Wir sind Individuen; die anderen sind alle gleich“), bezeichnet man als Fremdgruppenhomogenität. Im Experiment von Quattrone und Jones (1980)[1] wurde Studenten der Universitäten Princeton und Rutgers ein Video gezeigt, auf dem ein Student seine Vorliebe für klassische oder Rockmusik äußert. Der Versuchsperson wurde entweder gesagt, dieser Student sei an derselben oder an der anderen Universität wie sie selbst. Die Versuchsperson sollte nun schätzen, wie viele Kommilitonen des Studenten denselben Musikgeschmack haben wie dieser. Glaubte die Versuchsperson, der Student wäre Mitglied der Fremdgruppe (also an der jeweils anderen Uni), fiel diese Schätzung deutlich höher aus, als bei der Eigengruppe. Dieses Ergebnis („Kennt man einen, kennt man alle“) wurde in den USA, Europa und Australien in vielen Studien repliziert.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. G.A. Quattrone, E.E. Jones: The perception of variability within ingroups and outgroups: Implications for the law of small numbers. Journal of Personality and Social Psychology, 38, S. 141-152
  2. E. Aronson, T. D. Wilson, R. M. Akert: Sozialpsychologie. Pearson Studium. 6. Auflage 2008. ISBN 978-3-8273-7359-5, S. 432

Siehe auch[Bearbeiten]