Frenk Schinkels

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Frenk Schinkels

Frenkie Schinkels im März 2013

Spielerinformationen
Geburtstag 9. Jänner 1963
Geburtsort RotterdamNiederlande
Größe 168 cm
Position Mittelfeldspieler
Vereine in der Jugend
bis 1980 Feyenoord Rotterdam
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1981–1982
1982–1983
1983–1985
1985–1986
1986–1987
1987–1988
1988
1989–1990
1991–1993
1993
1994
1994
1995
1995–1998
2000–2003
2003–2004
2004–2006
2006–2007
2007
2007–2010
2010–
2010–
Halmstads BK
AZ Alkmaar
Excelsior Rotterdam
Salzburger AK 1914
Wiener Sportklub
FK Austria Wien
SV Spittal/Drau
SK VOEST Linz
VSE St. Pölten
SV Austria Salzburg
VSE St. Pölten
FK Austria Wien
SV Gerasdorf
FC Sturm 19 St. Pölten
SV Karlstetten/Neidling
SV Hollenburg
SV Ratzersdorf
SC Harland
FCU Winklarn
ATUS Velden
SV Karlstetten/Neidling
SV Karlstetten/Neidling (Res.)
34 0(2)
15 0(0)
11 0(3)
19 0(3)
27 0(4)
34 0(2)
2 0(0)
43 0(6)
80 (11)
7 0(0)
16 0(0)
0 0(0)
8 0(0)
0
0
0
0
0
0
[1] 17 0(1)
0 0(0)
3 0(2)
Nationalmannschaft
1992–1993 Österreich 6 0(1)
Stationen als Trainer
1995
1995
1995–1998
2001
2002
2002–2004
2004–2006
2007–2008
2008–2009
2010
2012–
03/13–05/13
SC Stattersdorf
SC Harland
FC Sturm 19 St. Pölten
Kremser SC
ASK Kottingbrunn
SKN St. Pölten
FK Austria Wien
1. FC Vöcklabruck
SK Austria Kärnten
First Vienna FC 1894
Kremser SC (Teammanager)
Kremser SC (interim)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Frenk Schinkels mit einem Fanschal des SK VÖEST Linz, für den er im Frühjahr 1989 sowie die Saison 89/90 in der 2. Division spielte

Frenk „Frenkie“ Schinkels (* 9. Januar 1963 in Rotterdam) ist ein Fußballtrainer und ehemaliger niederländisch-österreichischer Profifußballspieler, der noch immer im unterklassigen Fußball aktiv ist.

Karriere als Fußballspieler[Bearbeiten]

Start in den Niederlanden[Bearbeiten]

Frenk Schinkels durchlebte seine fußballerische Ausbildung in den Niederlanden, wo er als 8-Jähriger bei Feyenoord Rotterdam begann und als 16-Jähriger bereits seinen ersten Vertrag als Profispieler unterschrieb. Mit seinem damaligen Trainer Jan Mak ging der hochtalentierte Mittelfeldspieler Anfang 1981 zum schwedischen Klub Halmstads BK und kehrte zwei Jahre später wieder in die Niederlande zurück. Mit AZ Alkmaar und Excelsior Rotterdam spielte Schinkels in der niederländischen Ehrendivision, bis ihm 1985 bei einem Spiel einmal die Nerven durchgingen und er einen Schiedsrichter insultierte, ihm einen Tritt gegen das Bein versetzte und so für acht Monate gesperrt wurde.[2] Aufgrund dieses tätlichen Angriffs wurde Schinkels von seinem Verein entlassen und verlor jegliche Motivation am Fußballspielen.

Der Sprung nach Österreich[Bearbeiten]

Hugo Hovenkamp, ehemaliger Legionär bei Wacker Innsbruck, überredete den Fußballprofi zum Weitermachen und bot ihn im Sommer 1985 den Tirolern an. Diese entschieden sich für Hansi Müller als Spielmacher, doch Hovenkamp gab nicht auf und brachte Schinkels schließlich im Herbst 1985 beim damaligen Erstligaverein Salzburger AK 1914 unter, wo der 1,68 m große Mittelfeldspieler sofort sein Können bewies. Der in den Niederlanden sehr unglücklich gewordene Schinkels fand sofort Freunde und blühte regelrecht auf. Frenk Schinkels selbst sagte in einem Interview in der Kronen-Zeitung dazu, dass für ihn in Salzburg ein neues, besseres Leben begonnen habe und er bereits damals in Salzburg überlegt habe, österreichischer Staatsbürger zu werden. Vielleicht ist das mit ein Grund, warum sich der gebürtige Rotterdamer schließlich in Österreich niedergelassen hat.

Sportlich ging es für Schinkels in den Jahren danach jedenfalls aufwärts. Vom SAK 1914 wechselte er zum Wiener Sport-Club und ein Jahr später zur Wiener Austria. Mit den Veilchen wurde er 1987/88 Vizemeister hinter Rapid und kam in 36 Erstligaspielen auf 31 Einsätze. Im Juli 1987 nahm Schinkels dann endgültig die österreichische Staatsbürgerschaft an und feierte bereits am 28. Juli 1987 bei einem Testspiel gegen eine bayerische Auswahl sein Debüt im österreichischen Olympiateam. Der damalige Teamchef der Nationalmannschaft Branko Elsner bekundete Interesse am neuen Mittelfeldmotor der Austria und konnte sich den ehemaligen Holländer als Verstärkung im österreichischen Team vorstellen. In der Folgesaison kam Schinkels unter dem neuen Trainer August Starek jedoch nur noch auf drei Einsätze in der Bundesliga und die Hoffnungen auf ein Debüt im Nationalteam zerschlugen sich mit der Bestellung von Josef Hickersberger zum neuen Nationalcoach. Im Herbst 1988 wechselte Frenk Schinkels für zwei Spiele zum SV Spittal/Drau und unterschrieb dann im Frühjahr 1989 beim SK VOEST Linz.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

1991 ging Frenk Schinkels zum VSE St. Pölten und wuchs dort endgültig zu einem Führungs- und Spitzenspieler in der österreichischen Bundesliga heran. Am 25. März 1992 erfüllte sich für ihn ein langgehegter Wunsch: Unter Trainer Ernst Happel debütierte er beim Länderspiel gegen Ungarn in Budapest für sein neues Heimatland. Insgesamt absolvierte Schinkels von 1992 bis 1993 sechs Länderspiele für die österreichische Nationalmannschaft. Seinen sportlichen Höhepunkt im Team markierte er am 27. Mai 1992 bei der knappen 2:3-Niederlage der Österreicher in Sittard gegen die Niederlande, als er in der 89. Minute mit einem herrlichen Kopftor ausgerechnet gegen seine ehemaligen Landsleute den Anschlusstreffer erzielte. Die weiteren Torschützen waren damals Frank Rijkaard, Ruud Gullit, Dennis Bergkamp und Toni Polster. Sein letztes Spiel für Österreich absolvierte Schinkels am 27. März 1993 bei der Niederlage gegen Frankreich in Wien.

1993 wurde Schinkels mit dem SV Austria Salzburg österreichischer Vizemeister, kehrte jedoch 1994 kurzzeitig wieder zum VSE St. Pölten zurück. Im Sommer 1994 erhielt er nochmals einen leistungsbezogenen Vertrag bei der Wiener Austria, kam unter Trainer Egon Coordes aber zu keinem einzigen Meisterschaftseinsatz. Zwischen Schinkels und dem deutschen Coach schien die „Chemie“ von Anfang an nicht zu passen, der Spieler fühlte sich vom Trainer benachteiligt und äußerte dies auch öffentlich in einem Interview. Damit war seine zweite Karriere bei den Wiener Violetten auch schon wieder beendet. 1995 wechselte er schließlich zum SV Gerasdorf in die 2. Division, wo er auch seine Karriere als Profifußballer beendete.

Karriere als Trainer[Bearbeiten]

Erfolgreiche Lehrjahre in den unteren Klassen[Bearbeiten]

Nach Beendigung seiner aktiven Karriere entschied sich Schinkels, dem Fußball treu zu bleiben, und erwarb mit der UEFA-Profi-Lizenz die höchste Trainer-Ausbildung im Fußballgeschäft. Eine Zeit lang fungierte er noch als Spielertrainer beim unterklassigen SC Stattersdorf, bevor er 1995 seine erste reine Trainerstelle beim Kremser SC annahm. Obwohl er den Verein zum Meistertitel der Niederösterreichischen Landesliga führte, wurde er am Ende der Saison nach einem Streit mit dem Präsidenten Herbert Steininger entlassen. Anschließend trainierte er wiederum als Spielertrainer den Verein FC Sturm 19 St. Pölten, mit dem er in der Spielsaison 1996/97 überlegen den Meistertitel der 2. Landesliga West gewann und damit in die 1. Landesliga aufstieg und sich dort bis zu seinem Ausscheiden 1998 etablierte. Später folgten in der Regionalliga Ost der ASK Kottingbrunn (2000/2001) und ab 2002 der SKN St. Pölten (vierter Platz 2004 und Cup Viertelfinale nach Siegen über Wörgl, SW Bregenz und Austria Salzburg (5:1). Schinkels machte sich als Fußball-Experte beim TV-Sender Premiere Austria einen Namen und fungierte als Veranstalter des St. Pöltner Fußballcamps für Spieler und Torhüter.

Vom Chefscout zum Meistertrainer[Bearbeiten]

Im Dezember 2004 wurde Schinkels von Frank Stronach als Chefscout zur Wiener Austria geholt. Am 6. Mai 2005 folgte er als Trainer dem entlassenen Betreuerduo Günter Kronsteiner und Lars Søndergaard nach. Vorerst teilte er sich seine Aufgaben mit dem ebenfalls neu bestellten Teammanager Peter Stöger. Vier Wochen nach seiner Premiere bei den Violetten feierte er mit dem Pokalgewinn 2005 seinen ersten Erfolg auf der Betreuerbank.

Die Saison 2005/06 begann für Schinkels mit einer kurzen Negativserie der Austria und ersten „Stinkels raus“-Plakaten und -Rufen von Seiten der Fans. Nach einem erfolgreichen letzten Meisterschaftsdrittel gewann die von ihm trainierte Austria am 6. Mai 2006 ihren 23. österreichischen Meistertitel mit einem 2:1-Erfolg über den FC Wacker Innsbruck bei gleichzeitiger Niederlage des FC Red Bull Salzburg gegen Pasching. Für Schinkels war dies der erste Meistertitel und sein bisher größter Erfolg in seiner bis dahin noch kurzen Trainerlaufbahn.

Nach dem Totalabverkauf der Meistermannschaft und dem dadurch verursachten schlechtesten Start eines Meisters in der Bundesligageschichte wurde Schinkels am 23. Oktober 2006 gemeinsam mit Sportdirektor Peter Stöger beurlaubt.

Schinkels fungierte daraufhin wieder, wie schon vor seinem Engagement bei der Wiener Austria, als Experte beim TV-Sender Premiere. Am 7. November 2006 wurde er in den Aufsichtsrat des SKN St. Pölten kooptiert und wurde dort Berater des Vorstandes. Am 22. Mai 2007 übernahm Schinkels den Trainer-Job beim damaligen Regionalliga-Klub 1. FC Vöcklabruck, wo er als Herbstmeister der Saison 2007/08 auf dem besten Wege war, die Mannschaft in die Erste Liga zu führen. In der Winterpause der Saison 2007/08 erfolgte die Trennung von Vöcklabruck und Schinkels wurde Sportdirektor beim Bundesliga-Klub SK Austria Kärnten. Am 24. Februar 2008 übernahm er von Klaus Schmidt das Traineramt für die restliche Saison 2007/08. Die Mannschaft verlor in ihrem ersten Spiel unter Schinkels mit 0:2 Toren gegen den SK Rapid Wien im eigenen Stadion. Schlussendlich schaffte er es aber, den schon fast für unmöglich gehaltenen Klassenerhalt in der vorletzten Runde mit einem torlosen Unentschieden gegen die SV Ried zu fixieren.

In der Saison 2008/09 wolle er die sportlichen Geschicke des Vereins als Manager leiten; ein junger Trainer sollte zur Mannschaft stoßen. Schinkels, der einen Vertrag bis zum 30. Juni 2013 unterschrieb, musste jedoch Trainer der Mannschaft bleiben und bildete das Bindeglied zum Vorstand. Nachdem der Mannschaft in der Saison 2009/10 in 16 Runden nur ein Sieg und drei Unentschieden gelangen, bot Schinkels am 21. November 2009 nach der 0:3-Heimniederlage gegen die SV Mattersburg dem Vorstand des SK Austria Kärnten seinen Rücktritt an, der ohne Gegenstimme angenommen wurde.[3][4]

Am 26. April gab der First Vienna FC 1894 die Verpflichtung von Schinkels als Trainer für die restlichen sechs Meisterschaftsspiele und eine eventuelle Relegation bekannt.[5] Ende August 2010 wurde Schinkels mit sofortiger Wirkung beurlaubt.

Anfang Dezember 2012 wurde Schinkels als Teammanager des fünftklassigen Kremser SC mit Spielbetrieb in der 2. LLW NÖ in den Verein geholt. Ende März übernahm er interimistisch das Traineramt des Fünftligisten und hielt dieses Amt rund zwei Monate lang inne, ehe mit Christian Karl ein neuer Trainer gefunden wurde.[6] Karl, der vom SV Rehberg kommt, wird bei ebendiesem Ex-Verein durch den unter Schinkels als Co-Trainer des Kremser SC tätigen Harald Hummel ersetzt.[7] Nach dem Amtsantritt des neuen Cheftrainers ist Frenkie Schinkels weiterhin als Teammanager im Verein aktiv.

Erfolge und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Erfolge als Spieler[Bearbeiten]

Erfolge als Trainer[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

2006 erhielt er das Sportehrenzeichen der Stadt St. Pölten.

Privatleben[Bearbeiten]

Frenk Schinkels ist in zweiter Ehe mit seiner Frau Romana verheiratet. Die beiden haben einen gemeinsamen Sohn. Aus seiner ersten Ehe mit seiner Frau Esther, die er seit seinen Jugendtagen in den Niederlanden kannte, hat er vier Töchter. Esther war seine große Jugendliebe und zog mit ihm 1985 nach Österreich. Nach der Geburt ihrer ersten gemeinsamen Tochter führte er sie 1987 vor den Traualtar. 1995 kam Esther Schinkels bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Schinkels lebt in St. Pölten.[8] Sein Neffe Thiery, selbst Amateurfußballspieler, u.a. ab 2011 beim unterklassigen UFC Rastenfeld im Waldviertel,[9] wurde im September 2012 zu drei Jahren Haft verurteilt, nachdem er mit insgesamt 25.000 Tabletten Ecstasy gehandelt hatte und bald darauf festgenommen wurde; anfangs drohten ihm sogar 15 Jahre Haft.[10]

Auftritte im Österreichischen Fernsehen[Bearbeiten]

Frenk Schinkels nahm an der 7. Staffel der ORF-Unterhaltungssendung Dancing Stars Teil in der er es mit seiner Profitanzpartnerin Roswitha Wieland bis ins Finale schaffte, sich dort aber seiner Gegnerin Petra Frey (gemeinsam mit Profitänzer Vadim Garbuzov) geschlagen geben musste. Im Rahmen der Fußball Europameisterschaft 2012 analysierte Frenk Schinkels abwechselnd mit anderen ehemaligen Fußballprofis (wie zum Beispiel Herbert Prohaska) die Spiele der EM für den ORF. Weiters versuchte Frankie Schinkels mit Marlena Martinelli eine musikalische Karriere zu starten. Der Erfolg blieb jedoch aus. In der Saison 12/13/14 war er bei Puls4 Moderator der Champions League.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Einsatzdaten ab der Saison 2008/09
  2. Frenkie Schinkels über dieses Vergehen bei Willkommen Österreich am 14. Juni 2012 (ab 08:13), abgerufen am 11. Juni 2013
  3. Kurier: Frenk Schinkels ist zurückgetreten (abgerufen am 22. November 2009)
  4. SK Austria Kärnten: Frenkie Schinkels ist nicht mehr Trainer des SK Austria Kelag Kärnten (abgerufen am 22. November 2009)
  5. Frenkie Schinkels soll Vienna retten (abgerufen am 26. April 2010)
  6. Christian Karl übernimmt Traineramt in Krems, abgerufen am 11. Juni 2013
  7. Harald Hummel wird neuer Rehberg-Coach, abgerufen am 11. Juni 2013
  8. http://www.frenkieschinkels.at/privat/familie.html
  9. Thiery Schinkels auf fussballoesterreich.at, abgerufen am 11. Juni 2013
  10. 3 Jahre Haft für Schinkels Neffen, abgerufen am 11. Juni 2013