Frente para la Victoria

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Logo des Frente para la Victoria

Frente para la Victoria (FPV, span. Front für den Sieg) ist ein Parteienbündnis in Argentinien, das dem Mitte-Links-Spektrum zugerechnet wird und einen Teil der heutigen Ausprägungen des Peronismus umfasst. Seit Néstor Kirchners Wahlsieg 2003 gilt das Bündnis als stärkste politische Kraft des Landes; es verfügt im Kongress gemeinsam mit seinen Verbündeten über die absolute Mehrheit der Sitze in Abgeordnetenhaus und Senat.

Organisation und Struktur[Bearbeiten]

Das lockere Parteienbündnis, das nicht den in Argentinien möglichen Status einer festen Parteienkonföderation besitzt, sondern bei jeder Wahl neu als Allianz (Listenvereinigung) registriert wird, besteht hauptsächlich aus den Provinzverbänden der peronistischen Partei Partido Justicialista (PJ), die die Regierungspolitik von Néstor Kirchner und Cristina Fernández de Kirchner unterstützen. Weiterhin gehören die eigens zur Konsolidierung der Allianz 2003 gegründete Partei Partido de la Victoria sowie die 2010 gegründete Partei KOLINA ununterbrochen dem Frente para la Victoria an.

Daneben wird das Bündnis von wechselnden Klein- und Regionalparteien unterstützt, darunter seit 2011 die nach ihrer Mitgliederzahl drittgrößte argentinische Partei Partido Frente Grande, die der Hauptakteur in der Allianz Frente País Solidario war. Auch einzelne Politiker und Provinzverbände der früheren Volkspartei Unión Cívica Radical hatten sich zeitweise dem FPV angeschlossen. Bei Wahlen tritt das FPV oft sowohl unter einem eigenen Logo, als auch unter dem offiziellen PJ-Logo an.

Viele eng mit dem Parteienbündnis und der als Kirchnerismo bezeichneten Regierungspolitik des Ehepaars Kirchner verbundene Organisationen sind in der 2012 auf Initiative Cristina Kirchners gegründeten[1] politischen Front Unidos y Organizados organisiert, darunter die bedeutende peronistische Jugendorganisation La Cámpora.

Geschichte[Bearbeiten]

Das FPV wurde auf Bundesebene 2003 anlässlich der Präsidentschaftswahlen gegründet. Wegen Differenzen um den Präsidentschaftskandidaten konnte die Partido Justicialista nicht geschlossen zur Wahl antreten und stellte daher drei verschiedene Listen auf. Die Unterstützer von Néstor Kirchner, dem damaligen Gouverneur der Provinz Santa Cruz, firmierten dabei unter dem Namen Frente para la Victoria, der von Kirchner bei den Provinzwahlen in Santa Cruz bereits seit 1991 benutzt wurde.[2] Nach der Wahl, die von Kirchner gewonnen wurde, blieb die Fragmentierung der Partei bestehen. So trat das Frente para la Victoria ebenfalls zu den Parlamentswahlen 2005 und den Präsidentschaftswahlen 2007 an und gewann beide Wahlen souverän.

Ab 2008 gingen nach dem Konflikt zwischen Regierung und Agrarverbänden zunehmend führende Politiker des Partido Justicialista auf Distanz zur Regierung Kirchner. Diese verbündeten sich unter dem Schlagwort Peronismo Federal und gründeten ebenfalls eine Wahlallianz, Compromiso Federal.[3][4] Die Spaltung zwischen FPV und Peronismo Federal blieb auch in den Folgejahren bestehen.

Profil[Bearbeiten]

Das FPV wird oft mit dem linken, sozialdemokratisch orientierten Flügel der PJ gleichgesetzt, obwohl in der Allianz auch konservative Politiker wie Gildo Insfrán, Guillermo Moreno und José Alperovich sowie Wirtschaftsliberale wie Amado Boudou auftreten. Laut dem Programm tritt das Bündnis für einen erweiterten Föderalismus, soziale Sicherung und Rechtssicherheit sowie durch einen neokeynesianistischen Wirtschaftsplan zur Förderung der heimischen Unternehmen ein.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cristina Kirchner le dedicó el acto a los jóvenes: "Los custodios de este legado histórico son todos ustedes", La Nación, 3. Mai 2012
  2. Provinzwahlen in Santa Cruz 1991, Wahlatlas von Andy Tow, abgerufen am 26. Oktober 2013
  3. Acuerdo del PJ disidente: enfrentará a Kirchner, La Nación, 10. Juni 2010
  4. Website des Bündnisses Compromiso Federal, abgerufen am 26. Oktober 2013

Weblinks[Bearbeiten]