Freunde mit Geld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Freunde mit Geld
Originaltitel Friends With Money
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2006
Länge 88 Minuten
Altersfreigabe FSK o. A.
Stab
Regie Nicole Holofcener
Drehbuch Nicole Holofcener
Produktion Anthony Bregman
Musik Rickie Lee Jones, Craig Richey, Deb Talan, Steve Tannen
Kamera Terry Stacey
Schnitt Richard Marks
Besetzung

Freunde mit Geld (Friends with Money) ist eine Filmkomödie der Regisseurin Nicole Holofcener aus dem Jahr 2006.

Handlung[Bearbeiten]

Olivia, eine Unentschlossene, weigert sich aufgrund von Mobbing durch ihre Schüler weiterhin als Lehrerin in einer Eliteschule zu arbeiten. Sie verdient ihr Geld als Putzfrau, trauert stark einer unglücklichen Affäre mit einem verheirateten Mann nach. Diesen verfolgt sie regelmäßig mit anonymen Anrufen. Dabei hat sie das Schnorren teurer Kosmetikproben in Kaufhäusern zur hohen Kunst entwickelt. Olivia legt scheinbar keinen Wert auf Geld. Dabei frustriert sie das Ertragen ständiger Gefälligkeiten ihrer wohlhabenden Freundinnen und ihrer merkwürdigen Kommentare, wenn man sich zwecks Umschulung eine größere Summe leihen möchte. Olivia „lebt alleine, sie kifft, und sie ist ein Dienstmädchen“, höhnt Jane, die erfolgreiche Modemacherin.

Jane serviert solche taktlos zynischen Kommentare mit schneidender Wucht. Sie steigert sich aus subjektiv empfundenen Ungerechtigkeiten gegenüber Kellnerinnen oder Leuten, die sich an den Supermarkt-Kassen vordrängeln, in Tobsuchtsanfällen bis sie nach einem Kollaps im Krankenhaus landet. Dabei legt sie im Gegensatz zu ihrem Beruf keinen Wert auf die eigene Kleidung und Körperhygiene. Zum Ekel Olivias wäscht sich Jane beispielsweise wochenlang nicht die Haare. Ihr Mann Aaron, der so sehr auf Höflichkeit und elegante Kleider achtet, dass ihn ihre Freundinnen für einen verkappten Schwulen halten, geht ihr nur noch auf die Nerven, da sie Angst vor den Wechseljahren hat. Als Aaron einen vermeintlich homosexuellen Designer gleichen Vornamens kennenlernt, erfährt die Situation eine Umkehrung: Dieser ist ebenfalls verheiratet und dessen Frau unterstellt ihm ebenfalls eine homosexuelle Neigung.

Das zweite Ehepaar schildert eine noch schlimmere Midlife Crisis: Für Christine ist das gemeinsame Drehbuchschreiben mit ihrem Mann unerträglich geworden. Sie beginnt ihn zu hassen für die Besessenheit, mit der er eine zerbröckelnde Ehe durch eine monströse Vergrößerung ihrer Villa kitten will, die die Wohnqualität aller Nachbarn negativ beeinträchtigt, und für seine verletzende Offenheit. Dabei tragen sie ihren Konflikt vordergründig beim gemeinsamen Drehbuchschreiben aus, indem sie die handelnden Figuren Stellvertreterkriege führen lassen.

Franny ist wunschlos glücklich mit einem Multimillionär, und der Sex mit ihm ist nach wie vor großartig. Bei so viel Geld erübrigen sich Karrierefragen, und Streit gibt es höchstens darum, wie sinnvoll die Veranstaltung von aufwendigen Wohltätigkeits-Abendessen ist, wenn man Geld für gute Zwecke spenden möchte. Das einzig wahre Konfliktpotential besteht in der Erziehung der gemeinsamen Kinder, die insbesondere er verwöhnt.

Gerade Franny versucht Olivia durch ein Date mit ihrem Fitnesstrainer Mike von ihrer Affäre abzubringen. Dieser entpuppt sich jedoch als recht gewissenloser Macho, der nur an schnellem Sex interessiert ist und Olivia extra ein klischeebeladenens Dienstmädchen-Outfit zu Weihnachten schenkt.

Spätestens als Olivia ihre Zufallsbekanntschaft Marty zu einem der gemeinsamen Treffen mitbringt, wird allmählich klar, dass Geld allein wohl doch nicht glücklich macht. Marty war ursprünglich einer ihrer Auftraggeber beim Putzen, der sie auch noch beim Preis runterhandelte, und sie geht mehr aus Verzweiflung mit ihm aus. Sie hat jedoch mit Marty, vordergründig ein einsamer Stubenhocker, der jedoch in Wahrheit ein reicher Erbe ist, letztlich doch das große Los gezogen.

Kritiken[Bearbeiten]

„Die episodisch erzählte Komödie gehorcht der simplen Dramaturgie einer Fernseh-Sitcom. Auch die soliden Darsteller können der schablonenhaften Figurenpsychologie kein Leben einhauchen.“

Lexikon des internationalen Films

"Leider nahezu unbeachtet lief Friends with Money in den USA, obwohl der Film einiges an Ausdruck und Unterhaltung zu bieten hat. Dafür sorgen nicht nur die tollen Darstellerleistungen, sondern auch das gute Drehbuch, welches eine tiefgehende Geschichte erzählt aber dennoch den Humor nicht zu kurz kommen lässt." (Markus Ostertag, moviemaze.de)

"Was die Inszenierung angeht, hält sich Holofcener komplett zurück und stellt sich voll und ganz in den Dienst ihrer Figuren und deren Geschichten. Ohne irgendwelche Spielereien filmt sie das Geschehen einfach nur grundsolide ab, was aber gerade in diesem Genre keinen wirklichen negativen Kritikpunkt darstellt. Und langweilig wird einem eh nicht, dafür wechselt der Film einfach auch viel zu schnell zwischen den einzelnen Handlungssträngen hin und her, lässt eine herkömmliche Komödiendramaturgie sowieso vermissen. Vielmehr macht es gerade einen Teil der Qualität von „Friends With Money“ aus, dass er im Endeffekt, auch wenn es im Verlauf mal die eine oder andere Entwicklung gibt, nur einen Ausschnitt – ohne klar definierten Anfang oder abschließendes Ende - aus dem Leben der Frauen zeigt, wodurch er sich noch einmal deutlich von der Dutzendware der Konkurrenz positiv abheben kann." (filmstarts.de)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Frances McDormand gewann 2007 den Independent Spirit Award als beste Nebendarstellerin. Nicole Holofcener als Drehbuchautorin wurde für den Independent Spirit Award nominiert, unterlag jedoch Jason Reitman (Thank You for Smoking). Nicole Holofcener gewann 2006 den Women in Film Crystal Award (Dorothy Arzner Directors Award).

DVD-Veröffentlichung[Bearbeiten]

Die deutschsprachige Veröffentlichung auf DVD fand schon ein halbes Jahr nach dem Kinostart unter dem englischen Originaltitel am 6. März 2007 statt. Diese DVD beinhaltet einen Audiokommentar der Regisseurin und des Produzenten, der enthüllt, dass manche Szenen improvisiert wurden und aufgrund des Mitwirkens Jennifer Anistons bei den Dreharbeiten in Los Angeles und Hollywood unter stetem Druck der Paparazzi stattfanden. Dies wird auch durch einen Blick hinter die Kulissen bei den Dreharbeiten (10 min) belegt, da man beispielsweise bei der ruhelosen Autofahrt Olivias im Hintergrund häufig die fotografierenden Paparazzi erblickt. Eine kurze Einspielung (3:25 min) zeigt die Premiere in Los Angeles und eine etwas längere Sequenz (4:25 min) dokumentiert diverse Interviews im Rahmen der Pressekonferenz als Eröffnungsfilm beim Sundance Film Festival.

Wissenswertes[Bearbeiten]

Nicole Holofcener konnte zunächst Catherine Keener für das Drehbuch begeistern. Diese lehnte die Rolle der Olivia ab, empfahl ihr jedoch dafür die eigene Freundin Jennifer Aniston. Nachdem Frances McDormand zugesagt hatte, war die Verpflichtung der anderen Schauspieler kein Thema mehr.

Weblinks[Bearbeiten]