Frick Collection

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Die Frick Collection befindet sich im ehemaligen Stadtpalais von Henry C. Frick am Central Park
Hintergarten des Frick-Hauses, von Russell Page gestaltet

Die Frick Collection ist ein Kunstmuseum in New York City in den USA.

Lage[Bearbeiten]

Die Frick Collection liegt am südlichen Ende der Museum Mile, in der Upper East Side in New York Citys Stadtteil Manhattan an der Fifth Avenue und der 70th Street.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorbild für die Frick Collection ist die Sammlung von Richard Wallace, der sein Wohnhaus in London zusammen mit seiner Kunstsammlung in ein Museum umwandelte und der Öffentlichkeit als Wallace Collection zugänglich machte. Henry Clay Frick (1849-1919) sah diese Sammlung in London und war von der intimen Präsentation der Kunstwerke begeistert.

Frick hatte in der Pittsburgher Stahlindustrie ein beachtliches Vermögen angesammelt und fusionierte sein Unternehmen mit dem von Andrew Carnegie. 1905 zog er nach New York City, um hier seinen Lebensabend zu verbringen. Er beauftragte die Architekten Carrère and Hastings mit dem Bau einer Villa am Central Park. An der Ecke Fifth Avenue und 70. Straße entstand in den Jahren 1913/1914 für 5.000.000 $ ein repräsentativer Wohnsitz für Henry Clay Frick und seine Frau Adelaide. Nach seinem Tod im Jahr 1919 ging das Wohnhaus mit der Kunstsammlung von 131 Bildern in eine Stiftung über, wurde aber zunächst von seiner Witwe bewohnt. Nach ihrem Tode 1931 wurde das Gebäude für eine museale Nutzung umgebaut, zwei Ausstellungsräume, ein Konzert- und Vortragssaal sowie ein Atrium hinzugefügt. 1935 öffnete die Frick Collection die Türen für die Öffentlichkeit. Neben dem Haus und der Sammlung vermacht Henry Clay Frick der Stiftung 15 Millionen Dollar für Unterhalt der Sammlung und weitere Erwerbungen. Die Stiftung kaufte 75 weitere Bilder an. 1977 erhielt die Frick Collection zwei weitere Ausstellungsräume für Wechselausstellungen.

2011 wurde der Portikus des Ausstellungsgebäudes verglast und für die Sammlung Meißener Porzellans von Henry H. Arnhold sowie für Skulpturen eingerichtet.[1]

Die Frick Collection war Vorbild für viele Mäzene in den Vereinigten Staaten, beispielsweise das Kimbell Art Museum im texanischen Fort Worth. Andrew Mellon stiftete seine Kunstsammlung und finanzierte den Bau der National Gallery in Washington, D.C..

Sammlungen[Bearbeiten]

Die Sammlung der Frick Collection zeigt in 16 Galerieräumen mehr als 1100 Kunstwerke von der Renaissance bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert.

Die italienische Malerei der Renaissance wird durch Künstler wie Giovanni Bellini, Gentile Bellini, Agnolo Bronzino, Cimabue, Duccio di Buoninsegna, Gentile da Fabriano, Fra Filippo Lippi, Piero della Francesca, Tizian und Paolo Veronese repräsentiert. Hinzu kommen spätere Künstler wie Giovanni Battista Tiepolo und Francesco Guardi.

Die englische Malerei des 18. Jahrhunderts ist mit sieben Werken von Thomas Gainsborough vertreten. Weitere britische Maler in der Frick Collection sind John Constable, Francis Cotes, William Hogarth, John Hoppner, Thomas Lawrence, Henry Raeburn, Joshua Reynolds, George Romney und Joseph Mallord William Turner.

Zu den herausragenden Kunstwerken der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts gehören von Jan Vermeer die Gemälde Frau mit Dienstmagd, Die unterbrochene Musikstunde und Der Soldat und das lachende Mädchen, bedeutende Werke von Rembrandt van Rijn, sowie Gemälde von Gerard ter Borch, Jan van de Capelle, Aelbert Cuyp, Frans Hals, Jan van der Heyden, Meindert Hobbema, Gabriel Metsu, Jacob van Ruisdael, Salomon van Ruysdael, Isaac van Ostade und Philips Wouwerman. Darüber hinaus zeigt die Frick Collection die flämischen Künstler Pieter Brueghel der Ältere, Gerard David, Hans Memling, Peter Paul Rubens, Jan van Eyck und Anthonis van Dyck, von dem sich acht Bilder in der Frick Collection befinden.

Als spanische Maler sind Francisco de Goya, El Greco und Diego Velázquez vertreten, während deutsche Kunst mit einem Werk von Konrad Witz und zwei Gemälden von Hans Holbein d. J. nur marginal präsent ist.

Ein Schwerpunkt des Museums ist die französische Malerei, wobei den Malern François Boucher und Jean-Honoré Fragonard eigene Räume gewidmet sind. Ebenfalls in der Sammlung befinden sich Werke von Jean-Baptiste Pater, Jean-Marc Nattier, Jean-Antoine Watteau, Claude Lorrain, Jean Baptiste Greuze, Chardin und Jacques-Louis David. Zu den ausgestellten Künstlern des 19. Jahrhunderts gehören Camille Corot, Charles-François Daubigny, Jean-Auguste-Dominique Ingres, Edgar Degas, Jules Dupré, Jacob Maris, Anton Mauve, Édouard Manet, Jean-François Millet, Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir, Théodore Rousseau und Constant Troyon.

Zu den wenigen amerikanischen Künstlern in der Frick Collection gehören Gilbert Stuart, von dem das Museum ein Porträt George Washingtons in seiner Sammlung hat, sowie eine umfangreiche Sammlung von Grafiken und Gemälden James McNeill Whistlers. Darüber hinaus besitzt die Frick Collection bedeutende Skulpturen, Uhren des 16. bis 19. Jahrhunderts,[2] Silberarbeiten, wertvolle Teppiche, chinesisches Porzellan, Emaillearbeiten aus Limoges und französische Möbel des 18. Jahrhunderts.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Neben Wechselausstellungen und Vorträgen finden im Museum regelmäßig Konzerte statt. Eine umfangreiche Kunstbibliothek ist dem Museum angeschlossen.

Zu den Besonderheiten der Frick Collection gehört, dass die 131 Bilder der ursprünglichen Sammlung von Henry Clay Frick nach dem Willen des Mäzens das Gebäude nicht verlassen und damit nicht an andere Museen ausgeliehen werden dürfen. Eine weitere Besonderheit ist die Regelung, dass Kinder bis zum zehnten Lebensjahr keinen Einlass erhalten.

Ausgestellte Werke[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. New Portico Gallery, Frick Collection, abgerufen am 8. Januar 2012
  2. Website der Frick Collection, abgerufen am 1. Mai 2010

Literatur[Bearbeiten]

  • Charles Ryskamp: Art in the Frick Collection: Paintings, Sculpture, Decorative Arts. Harry N. Abrams, 1996, ISBN 0-8109-1972-9.
  • Bernice Davidson, Nadia Tscherny, Charles Ryskamp: Paintings from the Frick Collection. Harry N. Abrams, 1991, ISBN 0-8109-3710-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frick Collection – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

40.771111111111-73.9675Koordinaten: 40° 46′ 16″ N, 73° 58′ 3″ W