Frida Kahlo

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Frida Kahlo (Mitte) mit Diego Rivera, 1932, Foto: Carl van Vechten

Frida Kahlo de Rivera (* 6. Juli 1907 in Coyoacán, Mexiko-Stadt, als Magdalena Carmen Frieda Kahlo y Calderón; † 13. Juli 1954 ebenda) war eine mexikanische Malerin. Sie zählt zu den bedeutendsten Vertreterinnen einer volkstümlichen Entfaltung des Surrealismus, wobei ihr Werk bisweilen Elemente der Neuen Sachlichkeit zeigt.

Leben[Bearbeiten]

Familie[Bearbeiten]

Frida Kahlo, porträtiert von ihrem Vater Wilhelm (1919)

Frida Kahlo wurde unter dem Namen Magdalena Carmen Frieda Kahlo y Calderón geboren. Ihr Vater, Carl Wilhelm Kahlo (1871–1941), entstammte einer bürgerlichen Familie aus Pforzheim. Frida Kahlo behauptete, die väterliche Familie sei ungarisch-jüdischer Abkunft gewesen, jedoch belegen neuere Biografien, dass der Vater einer lutherisch-deutschen Familie mit Wurzeln in Pforzheim und Frankfurt entstammte.[1]

Wilhelm Kahlos Mutter starb bei der Geburt des zweiten Kindes und sein Vater heiratete erneut. Da Wilhelm sich mit seiner Stiefmutter nicht verstand, wanderte er am 12. Mai 1890 als 19-Jähriger nach Mexiko aus. Er ließ sich in Mexiko-Stadt als Fotograf nieder und heiratete die Mexikanerin María Cárdena. Nach vier Jahren ließ er sich einbürgern und hieß fortan Guillermo Kahlo (Guillermo ist spanisch für Wilhelm). 1897 starb María jedoch, und er heiratete Matilde Calderón y Gonzalez aus Oaxaca.

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Das Geburtshaus Frida Kahlos, das sogenannte Casa Azul in Coyoacán, wurde 1904 von Kahlos Vater erbaut. Heute befindet sich in dem Haus ein Museum.

Frida Kahlo wurde 1907 als drittes Kind von Matilde und Guillermo Kahlo geboren (damals noch als „Frieda“), verschob später allerdings ihr Geburtsdatum auf das Jahr 1910, das Jahr der Mexikanischen Revolution.[2] Sie fand es wichtig, hervorzuheben, dass ihr Leben in ihren Augen mit dem neuen Mexiko begonnen habe. Die Revolution stürzte die Familie in große finanzielle Schwierigkeiten, sodass sie das Haus mit einer Hypothek belasten und einen Teil des französischen Mobiliars verkaufen musste.[3]

Fridas Mutter, die Analphabetin war, lehrte Frida und ihre Schwestern früh Nähen, Sticken und das Erledigen der Hausarbeit. Zudem bestand sie auf dem täglichen Besuch der Kirche. Frida und ihre jüngere Schwester Cristina lehnten sich jedoch gegen das Weltbild der Mutter auf.[4] Als Frida sieben Jahre alt war, lief ihre ältere Schwester Matilde von zu Hause weg, um mit ihrem Freund zu leben. Auch als einige Jahre später der Kontakt zur Schwester wieder hergestellt war, verzieh Fridas Mutter ihr nicht. Die Familie versöhnte sich erst 1927.[5] Fridas Vater, der neben seinem Beruf wenig Zeit mit seinen sechs Töchtern verbrachte (Frida wuchs mit drei Schwestern und zwei Halbschwestern auf), erkor Frida dennoch zu seinem Lieblingskind und führte sie bald an die Kunst des Fotografierens heran. Frida lernte von ihm das genaue Beobachten der Natur, das Aufnehmen und Entwickeln von Fotos und Techniken des Retouchierens.[6]

Als Sechsjährige erkrankte Frida Kahlo an Kinderlähmung und behielt nach langem Krankenlager ein dünneres und etwas kürzeres rechtes Bein zurück. Trotz des fortan notwendigen Tragens einer Ferseneinlage trieb das Kind viel Sport, etwa beim Schwimmen oder Radfahren.[7]

Ab 1922 besuchte Kahlo die Escuela Nacional Preparatoria, eine der besten mexikanischen Schulen.[8] Dort lernte sie unter anderem Xavier Villaurrutia und Jorge Cuesta kennen.[9]

Am 17. September 1925 bohrte sich bei einem Busunglück eine Stahlstange durch ihr Becken, sodass Kahlo ihren Alltag fortan immer wieder liegend und in einem Ganzkörpergips oder Stahlkorsett verbringen musste; sie begann, im Bett als Beschäftigung zu malen.

Leben und künstlerische Karriere[Bearbeiten]

Im September 1926, mit neunzehn Jahren, malte sie ihr erstes Selbstporträt, das Selbstbildnis mit Samtkleid. Entgegen allen medizinischen Erwartungen lernte Frida wieder gehen, litt aber ihr ganzes Leben unter den schweren Schädigungen des Unfalls. Das Malen wurde zum Ausdruck ihrer seelischen und körperlichen Qualen. Durch den Unfall konnte sie keine Kinder mehr bekommen. Mehrere Fehlgeburten verarbeitete sie in Bildern wie Meine Geburt; über den Schmerz hinwegtrösten konnten sie jedoch nicht.

In diesem Doppelhaus in San Ángel (Mexiko-Stadt) lebten Rivera und Kahlo 1934 bis 1940.

Frida Kahlo heiratete am 21. August 1929 den mexikanischen Maler Diego Rivera, damals 43 Jahre alt und bereits weltberühmt durch seine riesigen politisch-revolutionären Wandbilder (Murales). Rivera wurde 1929 aus der Partido Comunista Mexicano ausgeschlossen und auch Kahlo verließ die Partei. Frida beklagte die häufige Untreue ihres Gatten, die sie ebenfalls in ihren gefühlsbetonten Bildern verarbeitete. Am 6. November 1939 ließ sie sich von ihm scheiden und flüchtete sich in Alkohol, Affären und ihre Malerei. Doch trotz der Schwierigkeiten blieb Rivera immer ein wichtiger Mann in ihrem Leben: Am 8. Dezember 1940 heiratete sie ihn ein zweites Mal.

In den 1930er Jahren unterstützte sie zusammen mit Diego Rivera den russischen Revolutionär und einstmals wichtigsten Mann neben Lenin, Leo Trotzki, dem sie 1937 ein Haus in Coyoacán schenkte. 1938 lernten André Breton und Ehefrau Jacqueline Lamba auf einer Vortragsreise in Mexiko das Künstlerehepaar kennen; mit Lamba verband sie eine enge Freundschaft.[10] Sie hatte in der Folgezeit noch verschiedene andere Liebesaffären, nicht nur mit Trotzki, sondern auch mit dem Fotografen Nickolas Muray, der costa-ricanischen Sängerin Chavela Vargas und dem Deutschen Heinz Berggruen, der später ein bedeutender Kunstsammler wurde. Das hielt sie jedoch nicht davon ab, gegen Ende ihres Lebens Trotzkis Gegenspieler Josef Stalin zu verehren. Im Museo Frida Kahlo finden sich zwei Porträts, die sie von Stalin anfertigte.

Gemeinsam mit ihrem Mann zählte sie 1943 zu den ersten Lehrkräften an der „La Esmeralda“.

Erst 1953 wurden ihre Werke erstmals in einer Einzelausstellung in ihrer Heimat gezeigt, eine Anerkennung, die sie sich schon lange gewünscht hatte. Zu dieser Zeit bereits ans Bett gefesselt, ließ sie sich im Bett zur Vernissage tragen.[11] Wenig später wurde ihr rechter Unterschenkel (vom Knie abwärts) amputiert.[12]

Die emanzipierte Malerin und charismatische Rebellin starb am 13. Juli 1954 an einer Lungenembolie. Einige Freunde von Frida Kahlo schlossen auch einen Selbstmord nicht aus, da die Malerin schon früher versucht haben soll, sich das Leben zu nehmen. Eindeutige Beweise gibt es aber nicht, da Diego Rivera die Obduktion ihrer Leiche ablehnte.

Werk und Bedeutung[Bearbeiten]

Frida Kahlo ist die mit Abstand bekannteste Malerin Mexikos, wenn nicht sogar Lateinamerikas. Ihre Bilder wurden von der mexikanischen Regierung offiziell zum „nationalen Kulturgut“ erklärt. Ihr Ganzkörper-Selbstbildnis Raíces erzielte im Mai 2006 einen Versteigerungserlös von 5,6 Millionen US-Dollar und gilt damit als das bislang teuerste Bild eines lateinamerikanischen Künstlers.

Zu ihrem Mythos hat ihr bewegtes Leben beigetragen: ihre Krankheit, ihre Leiden, ihre Ehe mit Diego Rivera, dessen Untreue und ihre Affären. Hinzu kommen ihr revolutionärer Eifer und ein leidenschaftlicher Nationalismus. Sie hat sich bevorzugt traditionell gekleidet, ihre Frisur nach Art der einheimischen Frauen hochgesteckt und deren selbstgemachten Schmuck getragen. Damit hat sie ihre indigenen Wurzeln bewusst öffentlich betont, was in der mexikanischen Gesellschaft bis in die Gegenwart eher ungewöhnlich ist. Eine indigene Abstammung wird zumeist als unvorteilhaft empfunden.

Frida Kahlo als Künstlerin bearbeitete ihr eigenes Leiden in ihren Bildern – insbesondere natürlich ihre chronische Krankheit, aber auch ihre Eheprobleme. Unter ihren 143 Bildern sind 55 Selbstbildnisse. Nach unzähligen Operationen an Wirbeln und der Amputation ihres rechten Fußes blieb von Fridas Lebensfreude in ihrer Kunst kaum etwas übrig. Frida wirkt in all ihren Bildern ernst, wobei die Ernsthaftigkeit aber meistens von hellen Farben kontrastiert wird. Ihr Damenschnurrbart und die zusammengewachsenen Augenbrauen werden in ihren Selbstporträts zu ihrem „Markenzeichen“. Oft werden sie von ihr viel stärker hervorgehoben, als sie in Wirklichkeit waren. Oft weisen kleine Symbole in ihren Bildern auf seelische und körperliche Wunden hin. Frida Kahlos Werke weisen surrealistische Einflüsse auf, doch lehnte sie selbst diese Zuschreibung ab.

Diego Rivera will Frida nie künstlerisch beeinflusst haben, sondern soll ihre Eigenart und Selbstständigkeit stets voll akzeptiert haben. Einem Kritiker schrieb er: „Ich empfehle sie Ihnen nicht, weil ich ihr Ehemann bin, sondern weil ich ein fanatischer Bewunderer ihres Werkes bin.“[13] Nach ihrem Tod bekannte er, sie sei das Wichtigste in seinem Leben gewesen. Frida Kahlo notierte in ihren Tagebüchern, sie hätte ohne Diegos Liebe das qualvolle Dasein nicht ertragen können.

Frida Kahlo bezieht sich in ihren Werken oft auf die präkolumbische mexikanische Kunst der Azteken und Maya, und sie reflektiert die europäische Kunstgeschichte. Ihre Arbeiten befassen sich zudem mit sozialen und politischen Problemen. Frida Kahlo war überzeugte Marxistin und brachte dieses in Werken wie etwa „El marxismo dará salud a los enfermos“ (1954) (span.: Der Marxismus wird den Kranken Heilung bringen) zum Ausdruck.

Selbstbildnisse mit Tieren[Bearbeiten]

Im Werk Frida Kahlos tauchen in den 1940er Jahren vermehrt Selbstbildnisse mit Tieren auf. Die meisten dieser Tiere hielt sie sich auch im realen Leben. Sie besaß unter anderen einen Itzcuintli Hund, mehrere Vögel, ein Reh und zwei Affen. Letztere tauchten zu dieser Zeit mehr als sieben Mal in ihren Portraits auf. Dabei bildete sie jedoch nicht nur ihre Haustiere realistisch ab, sondern wollte durch sie ihre seelischen Zustände verkörpern. Da die Malerin in diesem Abschnitt ihrer Karriere sehr darauf bedacht war, mit ihrer Kunst Geld zu verdienen, wählte sie beispielsweise Affen, statt schockierender Körperdarstellungen, die Auftraggeber abgeschreckt hätten.[14] Die Werke die Kahlo in den 1940er Jahren schuf, ähneln sich stark. Sie malte meist Brustportraits. Die Selbstbildnisse mit Affen ähneln sich aber auch durch die leicht schräge Haltung ihres Kopfes und der abschirmenden Blätterwand. Sie unterscheiden sich nur durch kleine Details, wie verschiedene Symbole und die Farbgebung. Auch die Wirkung der Affen variiert. Manchmal unterstreichen die Tiere ihre Einsamkeit, ein anderes Mal stellt der Affe ihr zweites Ich dar. Es ist oft nicht deutlich, ob er ihr Freund oder Feind ist.[15]

Farbkanon[Bearbeiten]

Anfang der 1940er Jahre notierte die Malerin die Bedeutung ihrer Farben in ihrem Tagebuch:

Grün= warmes, gutes Licht.

Rötliches Purpur= aztekisch, Tlapalli, altes Blut des Birnenkaktus, die lebendigste und älteste Farbe.

Braun= Farbe des Muttermals, des vergehenden Blattes, die Erde.

Gelb= Wahnsinn, Krankheit, Angst. Ein Teil der Sonne und Freude.

Kobaltblau= Elektrizität und Reinheit. Liebe.

Schwarz= nichts ist schwarz, wirklich überhaupt nichts.

Laubgrün= Blätter, Trauer, Wissenschaft. Ganz Deutschland hat diese Farbe.

Grünliches Gelb= noch mehr Wahnsinn und Geheimnis; alle Gespenster tragen Anzüge in dieser Farbe, oder zumindest kommt die Farbe in der Unterkleidung vor.

Dunkelgrün= die Farbe von schlechten Nachrichten und guten Geschäften.

Marineblau= Entfernung. Auch Zärtlichkeit kann von diesem Blau sein.

Magenta= Blut? Na wer weiß?![16]

Rezeption[Bearbeiten]

Frida Kahlo und Diego Rivera, Papierskulptur von Miguel Linares anlässlich des mexikanischen Día de los Muertos

Die weitaus größte Rezeption hat die Künstlerin in schriftlicher Form, vor allem in Biographien, Einführungen und Kommentaren zu unzähligen Bildbänden und Ausstellungskatalogen, gefunden. In den meisten Fällen werden Leben und Kunst in enger Verknüpfung präsentiert.

Sie musste allerdings sehr lange um Anerkennung kämpfen. Trotz einiger Erfolge, eine wirkliche Würdigung ihrer Arbeit bekam sie nicht zu Lebzeiten, sondern erst lange nach ihrem Tod:

„Zu Lebzeiten war Frida Kahlo vor allem die exotische Blume am Knopfloch des großen Meisters Diego Rivera. Nach ihrem Tod 1954 war es lange Zeit still um sie, und erst zu Beginn der 1970er Jahre wurde sie im Zuge der Frauenbewegung wiederentdeckt. Seitdem hat es zahlreiche Ausstellungen ihrer Werke und vielfältige Hommagen an die Frau und Künstlerin Frida Kahlo gegeben, und ihre Popularität ist stetig gestiegen. In ihrer Wirkung hat sie Diego Rivera längst übertroffen.“

Karen Genschow: Frida Kahlo, S. 120

Die Rezeption in der Kunst[Bearbeiten]

Eine Schule im eigentlichen Sinne hat Frida Kahlo nicht begründet, obwohl sie eine Zeit lang Professorin an der Akademie „La Esmeralda“ war.

Film[Bearbeiten]

Frida Kahlos Leben wurde mehrmals im Film dargestellt.

  • Zum ersten Mal im Jahr 1965 in The Life and Death of Frida Kahlo, erzählt von Karen and David Crommie. Als der Film 1966 am Internationalen Filmfestival von San Francisco gezeigt wurde, war Frida Kahlo dem Kinopublikum noch weitgehend unbekannt.
  • Frida Kahlo – Es lebe das Leben (Frida, naturaleza viva) des mexikanischen Regisseurs Paul Leduc entstand im Jahr 1984, Ofelia Medina interpretiert in authentischer Weise Leben und Leiden von Frida Kahlo. Die Erzählung weist einen chronologisch nicht linearen Stil auf, Erinnerungen, Fragmente werden aneinander gereiht, viele der Szenen sind akustisch untermalt mit Musik und Radioprogrammen dieser Zeit, die Geschehnisse spielen sich oft wortlos ab. Kahlos Welt von Schmerz, Isolation, Einsamkeit und Leid wird erlebbar.
  • Im Jahr 2000 entstand der experimentelle Kurzfilm Frida Kahlo’s Corset von Liz Crow.
  • Frida, die bis jetzt letzte Verfilmung mit Salma Hayek als Hauptdarstellerin, stammt aus dem Jahr 2002. Der Film basiert auf der von Hayden Herrera veröffentlichten Biografie Frida Kahlos. Diese Hollywood-Produktion machte Frida Kahlo einer breiten Öffentlichkeit bekannt. In ihr tritt auch Chavela Vargas kurz auf („La Llorona“) sowie die mexikanische Sängerin Lila Downs.
  • Eila Hershon und Roberto Guerra: Frida Kahlo. Dokumentation, 62 Min., Arthaus Musik GmbH 2007 (1983), ISBN 978-3-939873-16-7.
  • Bei Frida Kahlo. Fernseh-Dokumentation, Frankreich, 2011, 53 Min., Regie: Xavier Villetard, Produktion: arte France, Inhaltsangabe von arte.

Theater[Bearbeiten]

Es gibt zahlreiche von Kahlos Leben inspirierte Theaterstücke und Inszenierungen, darunter Attention peinture fraîche, das im Sommer 2006 auf dem Theaterfestival in Avignon aufgeführt wurde und zuvor schon erfolgreich in Paris war.

Darüber hinaus gibt es das Tanztheater Frida Kahlo von Johann Kresnik, das 1992 in Bremen uraufgeführt wurde.

Im Jahr 2008 entstand das Stück FRIDA [KAHLO] – Farbiges Band um eine Bombe unter der Regie von Anja Gronau und künstlerischer Mitarbeit/Dramaturgie von Sabrina Glas. Darin wird ihr künstlerisches und politisches Schaffen in den Mittelpunkt gerückt.

Musiktheater: Liebeslied ans Leben – Frida Kahlo. Szene für Mezzosopran und Klavier von Rainer Rubbert (Musik) und Tanja Langer (Text) aus dem Liederzyklus Künstlerinnen, Uraufführung 2010 in Berlin.

Im Jahr 2011 inszenierte Nora Hecker ihr Stück Frida. Gehst du? Nein! im Theaterhaus Berlin Mitte. Das Stück setzt sich aus Bildbeschreibungen und Tagebucheinträgen der Malerin zusammen.

Oper[Bearbeiten]

Die mexikanische Komponistin Marcela Rodríguez der Kammeroper Las cartas de Frida fügt in ihrem Werk Ausschnitte aus dem Leben von Frida Kahlo zusammen. Dabei verarbeitet sie Texte der Künstlerin aus dem im Jahr 2002 veröffentlichten Nachlass. Die Oper wurde am 26. Oktober 2011 am Städtischen Theater Heidelberg[17] welturaufgeführt, mit der Sopranistin Sybille Witkowski in der Hauptrolle und Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters der Stadt Heidelberg unter der musikalischen Leitung von Mirga Gražinytė-Tyla. Auch etliche Zusatzvorstellungen bestätigten den Erfolg des Bühnenwerks. Die Oper Las cartas de Frida wurde für kleines Orchester und einen Sopran komponiert. Die Sprache der Oper (Libretto) ist mexikanisch als ein Dialekt des Spanischen.

Der finnische Komponist Kalevi Aho arbeitet an einer vieraktigen, abendfüllenden Kammeroper mit dem Titel Frida y Diego. Das Libretto (in spanischer Sprache) von Maritza Nuñez basiert auf den Biografien von Frida Kahlo und Diego Rivera. Die Rolle der Frida Kahlo ist mit einer Altistin besetzt. Die Uraufführung ist für die Herbstsaison 2014 am Musiikkitalo (Musikzentrum Helsinki) geplant.[18]

Das Frida-Kahlo-Museum[Bearbeiten]

Casa Azul

Kahlos farbenfrohes Elternhaus, das wegen seiner in Blautönen gehaltenen Außenwände Casa Azul (Blaues Haus) genannt wird, liegt in der Calle Londres 247 in Coyoacán. Zwischen 1929 und ihrem Tod 1954 lebte Frida Kahlo hier mit ihrem Mann Diego Rivera. Das Haus ist seit 1959 als Museum eingerichtet. Bei Umbauarbeiten wurden in einem Wandschrank 180 Kleidungsstücke aus der Region Oaxaca im Stil ihrer Selbstporträts gefunden, ebenso Ohrringe, die von Picasso stammen sollen, sowie Schals, Schuhe und indigener Schmuck. Die meisten dieser Fundstücke wurden in einer weltweit beachteten Ausstellung anlässlich des einhundertsten Geburtstags der Künstlerin im Sommer 2007 gezeigt. Das Museum umfasst einen großen Teil von Kahlos Besitz und ihrer Gemälde.[11]

Ausstellungen[Bearbeiten]

Ausstellungen von Frida Kahlos Werk sind selten und schwer zu organisieren. Zum einen umfasst das Gesamtwerk von Frida Kahlo, die nur 47 Jahre alt wurde, lediglich 144 Ölgemälde, zum anderen verfügte ihr Ehemann Diego Rivera, dass die Exponate, die sich im Museum Casa Azul in Coyacán befinden, Mexiko niemals verlassen dürfen. Nur die Sammlung Dolores Olmendo Patiño mit rund 25 Bildern und die Sammlung Gelmann mit 17 Bildern umfassen einen Bestand ihres Schaffens, der in der Vergangenheit auch außerhalb Mexikos ausgestellt war.

Der amerikanische Galerist Julien Levy zeigte ihre erste Einzelausstellung in seiner New Yorker Galerie; sie lief vom 1. bis 15. November 1938. André Breton verfasste einen Beitrag im Katalog der Ausstellung.[19]

Die erste Frida-Kahlo-Ausstellung in Deutschland fand 1982 statt und kam aus London, Whitechapel Gallery. Frida Kahlo and Tina Modotti, kuratiert von Laura Mulvey und Peter Wollen, war zunächst im Berliner Haus am Waldsee zu sehen, anschließend im Kunstverein Hamburg und im Kunstverein Hannover. 1993 gab es eine große Ausstellung in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt: Die Welt der Frida Kahlo – Das Blaue Haus, kuratiert von Erika Billeter; 2006 im Bucerius Kunst Forum in Hamburg, kuratiert von Ortrud Westheider.

Da die Werke Frida Kahlos weltweit verstreut sind, viele auch Mexiko nicht verlassen dürfen oder von Privatsammlern nicht oder nur sehr bedingt veröffentlicht werden, wichen einige Museen auf lizenzierte Repliken zurück, wie beispielsweise das Kunstmuseum Gehrke-Remund in Baden-Baden, für die Ausstellung Leid und Leidenschaft. Die Repliken wurden von ausgebildeten Kunstmalern in den Originalgrößen, mit Original-Material (Öl auf Leinwand, Öl auf Holz- bzw. Metallplatte) und im Originalstil gemalt. Neben den Kunstwerken und Fotos umfasste die Ausstellung (2009–2013) das kulturelle und historische Umfeld von Frida Kahlos Leben und ihrer Zeit in Mexiko: Tehuana Huipiles (Blusen) und Kleider, Schmuck, präkolumbianische Skulpturen, mexikanische Votivbilder und das gesamte Umfeld, in denen die Künstlerin gelebt und gearbeitet hat.[20][21]

Im Martin-Gropius-Bau in Berlin fand im Jahr 2010 eine Frida Kahlo – Retrospektive statt. Die von Helga Prignitz-Poda kuratierte Ausstellung lief vom 30. April bis zum 9. August 2010 und verzeichnete einen Besucherrekord von 235.000 Gästen. Anschließend war sie vom 1. September bis zum 5. Dezember 2010 im Bank Austria Kunstforum in Wien zu sehen. Auch in Wien verzeichnete die Ausstellung einen Besucherrekord von über 300.000 Besuchern. In der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall waren vom 28. April bis zum 16. September 2012 unter dem Titel MEXICANIDAD Bilder von Frida Kahlo und anderer mexikanischer Künstler zu sehen.

Die größte private Sammlung wird in einer Dauerausstellung im Museo Dolores Olmedo (Mexiko-Stadt) gezeigt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ansel Adams, Elena Poniatowska, Carla Stellweg: Frida Kahlo. Die verführte Kamera – ein photographisches Porträt von Frida Kahlo. Wiese, Basel 1992. ISBN 3-909158-71-4
  • Isabel Alcántara, Sandra Egnolff: Frida Kahlo und Diego Rivera. Pegasus-Bibliothek. Prestel, München 2005. ISBN 3-7913-3244-9
  • Bilkis Brahe: Tragödien sind albern. Frida Kahlo (1907–1954). Eine amerikanische Malerin. Widerständige Frauen. Bd. 4. Edition AV, Lich 2007. ISBN 3-936049-80-7
  • Pierre Clavilier: Frida Kahlo, les ailes froissées. Jasmin, Clichy 2006. ISBN 2-912080-53-3
  • Uta Felten; Tanja Schwan (Hrsg.): Frida Kahlo. Körper, Gender, Performance. Edition Tranvía, Frey, Berlin 2008, ISBN 978-3-938944-15-8 (= Tranvía sur. Band 18, Texte deutsch und spanisch).
  • Christine Fischer-Defoy (Hrsg.): Frida Kahlo. Das private Adressbuch. Koehler & Amelang, Leipzig 2009, ISBN 978-3-7338-0367-4.
  • Maren Gottschalk: Die Farben meiner Seele. Die Lebensgeschichte der Frida Kahlo. Beltz & Gelberg, Weinheim 2010, ISBN 978-3-407-81060-1.
  • Karen Genschow: Frida Kahlo. Leben, Werk, Wirkung. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-518-18222-2 (= Suhrkamp Basisbiographie. Band 22).
  • Salomon Grimberg: Ich werde Dich nie vergessen … Frida Kahlo und Nickolas Muray. Unveröffentlichte Photographien und Briefe (Originaltitel: I Will Never Forget You … übersetzt von Christian Quatmann). Schirmer-Mosel, München 2004. ISBN 978-3-8296-0120-7.
  • Francisco Haghenbeck: Das geheime Buch der Frida Kahlo. [Roman] (Originaltitel: Hierba Santa, übersetzt von Maria Hoffmann-Darteville), Insel Taschenbuch 4001, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-458-35701-8.
  • Hayden Herrera: Frida Kahlo, Malerin der Schmerzen, Rebellin gegen das Unabänderliche. Scherz verlag, München 1983, ISBN 3-502-18309-0.
  • Hayden Herrera: Frida Kahlo. Ein leidenschaftliches Leben. Scherz, Bern 1995, ISBN 3-502-18311-2.
  • Frida Kahlo: Gemaltes Tagebuch. Kindler, München 1995, ISBN 3-463-40276-9.
  • Frida Kahlo und Tina Modotti. Katalog der Whitechapel Gallery, London 1982. Neue Kritik, Frankfurt 1982, ISBN 3-8015-0180-9 (deutsch).
  • Helga Prignitz-Poda, Salomon Grimberg und Andrea Kettenmann (Hrsg.): Frida Kahlo. Das Gesamtwerk. Aus dem Amerikanischen v. Bodo Schulze, spanischen Texte übers. v. Gabriela Walterspiel und Veronica Reisenegger. Neue Kritik, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-8015-0215-5.
  • Helga Prignitz-Poda: Frida Kahlo – Retrospektive. Ausstellungskatalog Martin-Gropius-Bau. Prestel, München 2010, ISBN 3-7913-5009-9.
  • Helga Prignitz-Poda: Frida Kahlo. Die Malerin und ihr Werk. Schirmer-Mosel, München 2003. ISBN 3-8296-0067-4.
  • Guadalupe Rivera, Marie-Pierre Colle, Ignacio Urquiza: Mexikanische Feste. Die Fiestas der Frida Kahlo. Christian, München 1998. ISBN 3-88472-398-7
  • Juan Coronel Rivera, Rainer Huhle, Gaby Franger (Hrsg.): Fridas Vater. Der Fotograf Wilhelm Kahlo. Von Pforzheim bis Mexiko. Schirmer-Mosel, München 2005, ISBN 3-8296-0197-2.
  • Linde Salber: Frida Kahlo. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1997, ISBN 3-499-50534-7.
  • Dieter Wunderlich: Frida Kahlo. Ihr Werk., Hörbuch mit Vera Müller, CD, 42 Min., Hoerwerk Leipzig 2005, ISBN 9783861899068
  • Salomon Grimberg: Frida Kahlo: Bekenntnisse. München 2009, ISBN 978-3-7913-4188-0.
  • Gérard de Cortanze, Lorraine Audric: Frida Kahlo und Diego Rivera. Gesehen von Gisèle Freund. Verlagshaus Jacoby & Stuart, Berlin 2014, ISBN 978-3-942787-32-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frida Kahlo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gaby Franger und Rainer Huhle: Fridas Vater: Der Fotograf Guillermo Kahlo. Von Pforzheim bis Mexiko Schirmer-Verlag/Mosel; 2. Auflage Dezember 2009, ISBN 3-8296-0197-2
  2. Hayden Herrera: Frida. Biographie de Frida Kahlo. Übersetzt aus dem Englischen von Philippe Beaudoin. Editions Anne Carrière, Paris 1996, S. 20.
  3. Hayden Herrera: Frida. Biographie de Frida Kahlo. Übersetzt aus dem Englischen von Philippe Beaudoin. Editions Anne Carrière, Paris 1996, S. 29.
  4. Hayden Herrera: Frida. Biographie de Frida Kahlo. Übersetzt aus dem Englischen von Philippe Beaudoin. Editions Anne Carrière, Paris 1996, S. 30.
  5. Hayden Herrera: Frida. Biographie de Frida Kahlo. Übersetzt aus dem Englischen von Philippe Beaudoin. Editions Anne Carrière, Paris 1996, S. 31–32.
  6. Hayden Herrera: Frida. Biographie de Frida Kahlo. Übersetzt aus dem Englischen von Philippe Beaudoin. Editions Anne Carrière, Paris 1996, S. 39–40.
  7. Hayden Herrera: Frida. Biographie de Frida Kahlo. Übersetzt aus dem Englischen von Philippe Beaudoin. Editions Anne Carrière, Paris 1996, S. 34.
  8. Hayden Herrera: Frida. Biographie de Frida Kahlo. Übersetzt aus dem Englischen von Philippe Beaudoin. Editions Anne Carrière, Paris 1996, S. 43.
  9. Hayden Herrera: Frida. Biographie de Frida Kahlo. Übersetzt aus dem Englischen von Philippe Beaudoin. Editions Anne Carrière, Paris 1996, S. 50.
  10. Jacqueline Lamba, jacqueline-lamba.com, abgerufen am 10. März 2014
  11. a b Hayden Herrera: Frida. Biographie de Frida Kahlo. Übersetzt aus dem Englischen von Philippe Beaudoin. Editions Anne Carrière, Paris 1996, S. 9.
  12. Herrera, Hayden (1983). A Biography of Frida Kahlo. New York: HarperCollins. ISBN 978-0-06-008589-6
  13. Raquel Tibol: Frida Kahlo. Ein offenes Leben., S. 88.
  14. Frida Kahlo. Das Gesamtwerk, hrsg. von Helga Prignitz- Poda, Salomón Grimberg und Andrea Kettenmann. Frankfurt am Main 1988.
  15. Prignitz- Poda, Helga: Frida Kahlo. Die Malerin und ihr Werk. München 2003.
  16. Tagebuch, The Diary of Frida Kahlo. Mexiko, New York 1995.
  17. Spielplan des Städtischen Theaters Heidelberg Las cartas de Frida. Abgerufen am 8. Februar 2013
  18. http://www.fennicagehrman.fi/fileadmin/tiedostot/highlights/Highlights_4-2012_koko_lehti.pdf, S. 3. Abgerufen am 18. Dezember 2012
  19. Frida Kahlo, moma.org, abgerufen am 11. März 2014
  20. http://www.openpr.com/news/283050/Kunstmuseum-Gehrke-Remund-and-Frida-Kahlo-Exhibition-celebrate-their-5th-anniversary.html Kunstmuseum Gehrke-Remund and Frida Kahlo Exhibition celebrate their 5th anniversary
  21. http://www.baden-baden.tv/Baden-Baden/Meldung/2013/05/15/Kunstmuseum-Gehrke-Remund-schliesst-Partnerschaft-ab-Frida-Kahlo-Ausstellung-bleibt-bis-30-Juni-2013-in-Baden-Baden1368631620.htm Kunstmuseum Gehrke-Remund schließt Partnerschaft ab - Frida Kahlo Ausstellung bleibt bis 30. Juni 2013 in Baden-Baden