Frida Leider

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Gedenktafel am Haus Granseer Straße 9, in Berlin-Mitte
Gedenktafel am Haus Ziegelstraße 12, in Berlin-Mitte
Konzertplakat aus dem Jahr 1941

Frida Leider (* 18. April 1888 in Berlin; † 4. Juni 1975 ebenda) war eine hochdramatische Sopranistin und eine der bedeutendsten Opernsängerinnen des 20. Jahrhunderts.

Leben[Bearbeiten]

Frida Leider kam aus recht einfachen Verhältnissen, ihr Vater war Zimmermann. Trotzdem erhielt sie zunächst eine gute Schulbildung. Die weitere Ausbildung scheiterte aber durch den frühen Tod des Vaters, weshalb sie zunächst als Bankangestellte arbeiteten musste und nur in ihrer Freizeit Gesangsunterricht bei verschiedenen Lehrern nehmen konnte.

Ihr erstes Engagement erhielt sie 1915 am Stadttheater von Halle (Saale), wo sie als Venus im Tannhäuser debütierte. In den Folgejahren führte sie ihr Weg über Rostock und Königsberg an die Hamburgische Staatsoper, wo sie von 1919-23 fest engagiert war. In dieser Zeit wurde sie bekannt, machte ihre ersten Schallplattenaufnahmen und erarbeitete sich ein breites Repertoire (u. a. die Donna Anna im Don Giovanni von Mozart, die Leonore in Beethovens Fidelio, die Norma von Bellini, die Aida von Verdi, vor allem aber die großen Wagner-Partien wie Isolde und Brünnhilde).

1921 gastierte sie erstmals als Isolde an der Staatsoper ihrer Heimatstadt Berlin, die ab 1923 ihr Stammhaus wurde und der sie während ihrer ganzen Karriere eng verbunden blieb. Von Berlin aus führten sie nun regelmäßige Gastspiele an die großen Opernhäuser der Welt, u. a. das Royal Opera House Covent Garden in London (von 1924 bis 1938 jedes Jahr), an die Wiener Staatsoper (ab 1924), die Mailänder Scala (ab 1927), das Nationaltheater München, die Pariser Opéra, das Teatro Colón in Buenos Aires, nach Chicago, Zürich, Stockholm usw. Auch an der Metropolitan Opera in New York (Antrittsrolle: Isolde) trat sie in der Saison 1933/34 in 20 Vorstellungen von fünf Wagner-Rollen auf.

Daneben sang sie auch bei den Wagnerfestspielen in der Zoppoter Waldoper(1924, 1925, 1927) und den Bayreuther Festspielen (1928 bis 1938).

In dieser Zeit galt sie als gesuchteste Wagnersängerin der Welt.

In Deutschland allerdings wurde ihre Situation im Verlauf der 1930er-Jahre immer schwieriger, weil ihr Ehemann, der Konzertmeister der Berliner Staatsoper, Professor Rudolf Deman (1880-1960), Jude war, und die Sängerin trotz ständig steigenden politischen Drucks eine Scheidung ablehnte.

1938 konnte Deman gerade noch in die Schweiz fliehen. Leider selbst blieb in Deutschland, litt aber sehr unter der Trennung und stand 1942 zum letzten Mal auf der Opernbühne. Danach gab sie nur noch Liederabende.

Nach Kriegsende hätte die Sängerin zwar die Möglichkeit gehabt, wieder auf der Bühne zu singen, sie entschied sich aber dagegen und übernahm stattdessen von 1945 bis 1952 die Leitung des Gesangsstudios der Staatsoper. Daneben begann sie damit, Regie zu führen, u. a. bereits 1945 bei Engelbert Humperdincks Hänsel und Gretel und 1947 in einer von Wilhelm Furtwängler dirigierten Inszenierung von Tristan und Isolde.

Von 1948 bis 1958 hatte sie außerdem eine Professur an der Berliner Musikhochschule inne.

Am 16. Januar 1946 trat Frida Leider im Berliner Admiralspalast zusammen mit der Altistin Margarete Klose zum letzten Mal öffentlich auf.

1959 veröffentlichte die Sängerin ihre Memoiren unter dem Titel: „Das war mein Teil - Erinnerungen einer Opernsängerin“. Danach zog sie sich aus der Öffentlichkeit weitgehend zurück. Am 23. Oktober 1968 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. Sie ist in einem Ehrengrab auf dem Friedhof Heerstraße im Berliner Ortsteil Westend, nahe dem Olympiagelände, beigesetzt.

Heute kümmert sich die Frida-Leider-Gesellschaft mit Sitz in Berlin um den künstlerischen Nachlass der Sängerin.

Bedeutung[Bearbeiten]

Frida Leider gilt bis heute als eine der bedeutendsten hochdramatischen Sopranistinnen aller Zeiten. Besondere Merkmale ihrer Darstellungen sind deren besondere Spannung und Ausdruckskraft, und der weiche, lebendige Klang ihrer Stimme mit ihrem schnellen, leichten Vibrato.

Leider selbst betonte immer wieder, dass sie eigentlich gar keine typische Wagnerstimme habe, sondern eine italienische Stimmtechnik. Dadurch konnte sie nicht nur Wagner singen, sondern ein sehr großes und weitgefächertes Repertoire, was man anhand ihrer zahlreich erhaltenen Aufnahmen kontrollieren kann, auf denen sie auch Mozart, Beethoven oder Verdi stilsicher und überzeugend singt.

Schriften[Bearbeiten]

  • Frida Leider: Das war mein Teil – Erinnerungen einer Opernsängerin. Berlin: Herbig 1959. (Autobiographie)
  • Frida Leider: Eine preußische Isolde. In: Josef Müller-Marein und Hannes Reinhardt: Das musikalische Selbstportrait. Hamburg, Nannen 1963
  • Frida Leider: Playing my part. London, Calder and Boyars 1966. (Englische Übersetzung der Autobiographie, Diskographie)
  • Frida Leider: Das war mein Teil. Berlin (DDR), Henschel 1981.
    (Leicht gekürzte Ausgabe mit einem zusätzlichen Text Leiders Aus dem Nachlaß von 1973, Diskographie)

Literatur[Bearbeiten]

  • Rolf Badenhausen: Leider, Frida. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 14, Duncker & Humblot, Berlin 1985, ISBN 3-428-00195-8, S. 135 f. (Digitalisat).
  • Desmond Shawe-Taylor: Frida Leider. In »Opera«, 1988
  • Jakob Vieten: Frida Leider - Discographie. Münster 1995 (Stimmen die um die Welt gingen, Heft 48)
  • K.J. Kutsch; Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. Dritte, erweiterte und aktualisierte Auflage. Berlin 2000

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frida Leider – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien