Anna Sebastian

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Frieda Benedikt)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Frieda Benedikt (* 3. November 1916 in Wien/Österreich; † 3. April 1953 in Paris) − besser bekannt unter ihrem Pseudonym Anna Sebastian, verheiratete Frieda Widholm[1] − war eine Schriftstellerin englischer Sprache.

Leben[Bearbeiten]

Sie entstammte einer österreichisch-jüdischen Journalistenfamilie und war die zweite von vier Töchtern des Ernst Benedikt (1882–1973) und der Irma von Rosen.

Nach dem Anschluss Österreichs wurde Benedikt ins Exil getrieben und sie hat bis 1946 in England, bis 1952 verheiratet in Schweden und schließlich in Frankreich gelebt[2]. Drei Romane wurden veröffentlicht, bevor sie im Alter von 37 Jahren an Drüsenkrebs starb.

Benedikt hat in Wien mit 21 Jahren Elias Canetti kennengelernt, dessen Roman Die Blendung sie sehr hoch schätzte. Danach ist eine professionelle wie auch persönliche Beziehung entstanden, die bis zu Benedikts Tod bestand. Canetti selbst schildert Aspekte der Entstehung und Fortsetzung dieser Beziehung in Das Augenspiel und Party im Blitz, aber Hanuscheks Canetti-Biographie bietet wohl eine vollständigere wie auch balanciertere Darstellung dieses komplizierten Verhältnis an. Benedikt hat sich selbst als seine „Schülerin“ betrachtet und ihre drei bei Jonathan Cape veröffentlichte Romane sind Canetti gewidmet. Ihr Schaffen wurde von den englischen Kritikern überwiegend positiv aufgenommen.

Werke[Bearbeiten]

  • Let Thy Moon Arise (Roman; von Sebastian selbst vom Deutschen ins Englische übertragen. Einzige Ausgabe bei Jonathan Cape, London, 1944)
  • The Monster. Roman; EA bei Jonathan Cape, London 1944; franz. Ausgabe Le Monstre, Calmann-Levy, Paris 1946; schwed. Ausgabe Monstret, Albert Bonniers, Stockholm 1951
    • In Deutsch: Anna Sebastian, Friedl (sic!) Benedikt; Übers. Christel Wiemken; Nachwort Susanne Ovadia[3]: Das Monster. Roman. Ed. Memoria, Hürth 2004 ISBN 3930353210
  • People from My Journal (Beitrag in The Windmill Vol 1, No 3, Heinemann, London, 1946)
  • The Dreams. Roman. Jonathan Cape, London 1950

Literatur[Bearbeiten]

  • Stevie Smith: The Moon in the River in: Time and Tide, 4 March 1944
  • Phillip Henderson: A New Talent in: Time and Tide, 9 February 1950, S. 261
  • Angus Wilson: New Novels in: The Listener, 9 February 1950, S. 261
  • Francis Wyndham: New Novels in: The Observer, 12 February 1950
  • Peter J. Conradi: Iris: The Life of Iris Murdoch. W. W. Norton, New York 2001. ISBN 0-393-32401-X pbk
  • Susanne Ovadia: Nachwort zu Das Monster, Memoria, Hürth 2004. ISBN 3-930353-21-0 S. 319 - 328
  • Sven Hanuschek: Elias Canetti. Biographie. Carl Hanser, München 2005. ISBN 3-446-20584-5
    • dsb.: Rezension zum Roman "Das Monster" Online; zuerst FR, 3. März 2004

Weblinks[Bearbeiten]

Notizen[Bearbeiten]

  1. Quelle (PDF; 417 kB)
  2. Zahlen nach Web-Quelle "Literaturepochen"
  3. Schwester von Frieda Benedikt