Frieden von Nystad

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Das schwedische Reich vor dem Frieden von Nystad. Im Frieden gingen die deutschen Besitzungen bis auf Wismar und Nordwestvorpommern, die baltischen Besitzungen Kurland, Livland und Estland sowie Ingermanland und Ostkarelien verloren.

Der Frieden von Nystad (finnisch Uusikaupunki) beendete am 30. Augustjul./ 10. September 1721greg. den Großen Nordischen Krieg zwischen Schweden und Russland.

Die russische Seite war durch den Geheimrat Heinrich Johann Friedrich Ostermann und Graf Jacob Daniel Bruce vertreten, die schwedische Seite durch Graf Johann von Lilienstedt[1] und Baron Otto Reinhold Strömfelt.[2]

Der Vertrag bestand aus einer Präambel sowie 24 Artikeln. Danach musste Schweden die Provinzen Livland, Estland und Ingermanland sowie einen Teil Kareliens an Russland abtreten. Damit gewann Russland einen breiten Zugang zur Ostsee.

Im Gegenzug räumte Russland die besetzten Gebiete Schwedisch-Finnlands und verpflichtete sich, Reparationen in Höhe von zwei Millionen Reichstalern zu zahlen. Außerdem erhielt Schweden „auf ewige Zeiten“ das Recht, in Riga, Reval und Arensburg Getreide im Wert von 50.000 Rubel alljährlich zollfrei aufzukaufen.[3] Ausgenommen waren hiervon nur Jahre der Missernte.

Während Russland durch die Gebietsgewinne im Baltikum zur europäischen Großmacht aufstieg, verlor Schweden seine seit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges behauptete Position als nordeuropäische Großmacht.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Treaty of Nystad – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Svenskt biografiskt handlexikon, 1906, Band II, S. 61
  2. Svenskt biografiskt handlexikon, 1906, Band II, S. 551
  3. Stökl: Russische Geschichte, Stuttgart, 1990, S. 362