Friedens- und Freundschaftsvertrag von Algier

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englische Fassung des Vertragstextes

Der Friedens- und Freundschaftsvertrag von Algier zwischen den USA und dem Osmanischen Reich wurde am 5. September 1795 unterzeichnet.

Geschichte[Bearbeiten]

1783 begann die neue, im Vergleich zu Europa bescheidene Seefahrernation der USA, Schiffe unter ihrer eigenen Flagge segeln zu lassen. Am 25. Juli 1785 wurde das erste Schiff, das unter dieser neuen Flagge fuhr, vor Algerien von osmanischen Schiffen erobert. Das Schiff stammt aus Boston, fuhr unter Kapitän Isaak Stevens und hieß Maria. Später wurde auch das Schiff Dauphin des Kapitäns O'Brien aus Philadelphia geentert. Zwischen Oktober und November 1793 wurden weitere elf Schiffe von den Osmanen geentert. Der amerikanische Kongress sagte am 27. März 1794 Präsident George Washington 700.000 US-Dollar für den Bau von sechs Fregatten[1] gegen die osmanischen Piraten zu. Wegen der osmanischen Bedrohung der Schifffahrt wurde damit der Grundstein der US-Navy gelegt.

Bedeutung[Bearbeiten]

Am 5. September akzeptierten die USA einen Vertrag mit dem Osmanischen Reich. Demnach sollten die USA, im Gegenzug für die Auslieferung ihrer Geiseln in Algerien und für freie Fahrt unter US-amerikanischer Flagge im Atlantik und im Mittelmeer, einmalig 642.000 Goldstücke und weiterhin jährlich 12.000 osmanische Goldstücke (21.600 US-Dollar) zahlen. Der Vertrag war auf Türkisch verfasst, hatte 22 Artikel und wurde vom amtierenden Präsidenten George Washington und dem Beylerbey Cezayirli Hasan Pascha alias Hasan Dey als Stellvertreter des Sultans unterzeichnet, da der US-Präsident George Washington vom osmanischen Sultan nicht als gleichrangiger Ansprechpartner akzeptiert wurde. Dieser Vertrag war in der Geschichte der USA der einzige fremdsprachige Vertrag und der einzige Vertrag, in dem die USA sich zu Tributzahlungen an einen anderem Staat verpflichteten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hierbei handelte es sich um die USS Constitution, USS United States , USS President, USS Constellation , USS Congress und USS Chesapeake.

Quellen[Bearbeiten]

  • Hunter Miller (Hrg): Treaties and Other International Acts of the United States of America, 1931.

Weblinks[Bearbeiten]