Friedenskirche (Köln-Mülheim)

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Friedenskirche
Blick zum Altar

Die Friedenskirche im heutigen Köln-Mülheim ist das älteste evangelische Kirchengebäude im heutigen Köln.

Geschichte der Gemeinde[Bearbeiten]

1610 erhielten die Lutheraner und die Calvinisten im Herzogtum Jülich-Berg im Verlauf des Jülich-Klevischen Erbfolgestreits das Privileg, in Mülheim eine Kirche zu bauen und Pfarrer zu berufen. So gilt das Jahr 1610 als das Gründungsjahr der Evangelischen Kirchengemeinde Mülheim am Rhein.

Einer der Regenten, Markgraf Ernst, schenkte beiden Glaubensrichtungen im Jahr 1612 ein gemeinsames Friedhofsgrundstück. Die erste lutherische Kirche stand am Wall an der heutigen Kirchturmstraße. Die Reformierten erwarben ein einfaches Predigthaus am Rhein. 1615 brannten die Kölner Festung und Stadt Mülheim nieder, wobei auch die Kirchen verlorengingen. Erst nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1648 konnte das Gemeindeleben wieder aufleben. Die 1665 am alten Standort neu errichtete Kirche fiel dann im Februar 1784 dem Eisgang des Rheins zum Opfer. Bis zu einem geplanten Neubau konnten die Gottesdienste in der Reformierten Kirche an der Tauben-/Formesstraße gehalten werden.

1837 wurden die zuvor selbständigen Gemeinden auf Anordnung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. zu einer innerhalb der Kirche der Altpreußischen Union vereinigt. Da nun nur noch eine Kirche benötigt wurde, verkaufte man den kleineren Kirchsaal und nannte die Kirche auf Grund des friedlichen Zusammenschlusses Friedenskirche.

Kirchenbau[Bearbeiten]

Bereits zwei Jahre nach der Zerstörung konnte 1786 der Kirchenneubau an der heutigen Wallstraße 70-72, etwas entfernter vom Rhein eingeweiht werden. Ihr Baumeister war Willhelm Hellwig. Von 1845 bis 1848 wurde der kreuzförmigen, mit einer Laterne gekrönten Kirche ein Turm nach Entwürfen des Kölner Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner vorgesetzt. Auffällig sind die auf jeder Seite unter dem Turmabschluss eingebrachten, drei hohen neuromanischen Schallfenster.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Stadtteil als Folge von Fliegerangriffen weitgehend zerstört. Insbesondere die Einschläge vom 28. Oktober 1944 zogen auch die Kirche in Mitleidenschaft. Nach Wiederaufbau von Gemeindezentrum und der benachbarten Lutherkirche als Notkirche wurde im Jahr 1960 die von den Architekten Carl und Karl-Heinz Klag wiederaufgebaute Friedenskirche erneut geweiht. Auf die zuvor doppelt geschweifte Turmspitze mit dazwischenliegender Laterne musste verzichtet werden, sie schließt heute mit einer flachen romanischen Pyramide ab. Das Kircheninnere wurde 1998/99 neu gestaltet.

Die Orgel aus der Werkstatt des Mülheimer Orgelbauers Willi Peter wurde 1965 eingebaut.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friedenskirche (Köln-Mülheim) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

50.9638667.001292Koordinaten: 50° 57′ 49,9″ N, 7° 0′ 4,7″ O