Friedenskirche (Ludwigshafen am Rhein)

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Friedenskirche

Die Friedenskirche ist ein protestantisches Kirchengebäude in Ludwigshafen am Rhein.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Friedenskirche wurde 1931/1932 als zweites protestantisches Gotteshaus in Ludwigshafen-Friesenheim durch die Joseph Hoffmann & Söhne AG nach Plänen der Architekten Karl Latteyer und Hans Schneider, die aus einem Architekturwettbewerb als Sieger hervorgegangen waren, in der besonderen Form einer Rundkirche errichtet. Konzipiert wurde sie mit 1200 Sitz- und 300 Stehplätzen und einem freien Raum im Chor für 200 Konfirmanden und 200 Mitwirkende bei musikalischen Aufführungen im Bereich der Orgel.

Die Friedenskirche gilt mit ihrer Rundkirchengestaltung und dem Turm in der Mitte als besonders markantes Beispiel für den protestantischen Kirchenbau zwischen den beiden Weltkriegen. Auf Grund ihrer modernen Konzeption sorgte sie weit über die Grenzen der Pfalz hinaus für Aufsehen. Der Bau entstand auf einem kreisrunden Grundriss von 35 Metern Durchmesser. Die Halle besteht aus einer 13 Meter hohen Eisenbetonkonstruktion mit zwölf Rippen. Die Gesamthöhe des Baus betrug ursprünglich bis zur Kreuzspitze 54,40 Meter. Von der Innenausstattung war das in Freskotechnik ausgeführte Golgatha-Altarbild des Malers Max Slevogt von herausragender Bedeutung.

1943/1944 wurde die Kirche durch mehrere Bombenangriffe schwer beschädigt und 1954/1955 unter der Leitung des Architekten Ernst Zinsser (Hannover) unter Vornahme einiger Veränderungen neu errichtet. Die früher in einem Anbau gelegenen Räume für die Gemeindearbeit und den Konfirmandenunterricht lagen nun im Erdgeschoss; der eigentliche Kirchenraum mit Empore rückte in das Obergeschoss und ist über zwei Treppen aus der Vorhalle zu erreichen. Der ursprünglich 12 Meter hohe Glockenturm wurde um 3 Meter verkürzt. Durch die Verwendung von Schallschluckplatten und Akustikputz konnte auf eine Übertragungsanlage verzichtet werden. Das den Bombenangriffen zum Opfer gefallene Slevogt-Fresko wurde nicht wiederhergestellt. An seiner Statt wurde das von Harry MacLean gestaltete Altarbild, als Mosaik ausgeführt

1992 wurde die Friedenskirche unter Denkmalschutz gestellt. Der Architekturführer Rheinland-Pfalz würdigt sie als bedeutendes Baudenkmal der 1950er Jahre.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ralph Haas: Ernst Zinsser. Leben und Werk eines Architekten der Fünfziger Jahre in Hannover. Hannover 2000, ISBN 3-931585-11-5.
  • Karin Leydecker, Enrico Santifaller: Baustelle Heimat. Architekturführer Rheinland-Pfalz 1945–2005. Schnell und Steiner, Regensburg 2005, ISBN 3-7954-1759-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friedenskirche Ludwigshafen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

49.4945833333338.4252777777778Koordinaten: 49° 29′ 40,5″ N, 8° 25′ 31″ O