Friedenspfeife

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Indianerpfeifen

Die Friedenspfeife (Lakota: Chanunpa Wakan, Cheyenne: He'ohko) oder Kalumet (nordfranzösisch calyme „Pfeifenrohr-Pflanze“ wie z.B. Symphoricarpos albus) ist eine bei nordamerikanischen Indianern verwendete rituelle Pfeife.

Verwendung[Bearbeiten]

In außerindianischer Rezeption ist die Friedenspfeife ein gebräuchliches Symbol für eine Streitschlichtung. Die Friedenspfeife wurde früher „Heilige Pfeife“ genannt und diente mehreren indianischen Ethnien, wie zum Beispiel den Lakota und den Cheyenne-Indianern, zum Gebet. Die „Heilige Pfeife“ wurde auch zu Friedensabschlüssen, zur „Besiegelung“ von Freundschaften und während des Abschlusses von Verhandlungen, Geschäften und Verträgen geraucht. Daher prägten die weißen Siedler, die in diesen Zusammenhängen mit dem Ritual in Berührung kamen, den Begriff Friedenspfeife.

Symbolik[Bearbeiten]

Der Legende der Lakota nach wurde sie den Menschen durch die Weiße Büffelkalbfrau (Whope) geschenkt, zusammen mit den Sieben Riten. Der Tradition entsprechend symbolisiert die Pfeife den Menschen, der auf der Achse der Welt steht. Der Pfeifenkopf steht für Mutter Erde, der Pfeifenstiel für das menschliche Ich und den Evolutionsweg des Menschen. Er wird in der Regel aus Catlinit geschnitten, Tonstein aus den heiligen Steinbrüchen im heutigen Minnesota. Das Pfeifenrohr wird aus dem Holz der Weißesche hergestellt, die das gesamte Pflanzenreich vertritt. In der Vereinigung dieser Kräfte steigt mit dem Rauch, der Seele, das Gebet der Menschen auf zum Großen Geist. Die Pfeife stellt in dieser Vorstellung eine Nabelschnur dar, die den Menschen mit dem Universum verbindet.

Ritual[Bearbeiten]

Pfeifen, deren Aussehen die nordamerikanischen Siedler von Indianerpfeifen übernahmen

Während des Stopfens der Pfeife werden Süßgras und Salbei verbrannt. Der Rauch soll positive und negative Energien anziehen und böse Geister verjagen. Die Heilige Pfeife wird von Norden nach Süden und von Osten nach Westen durch den Rauch gezogen und im Uhrzeigersinn in alle sechs Himmelsrichtungen (Westen, Norden, Osten, Süden, oben/Himmel und unten/Erde) gehalten. Dann wird sie angezündet und es werden vier Züge für die Großväter der vier Himmelsrichtungen geraucht. Anschließend wird sie, wieder im Uhrzeigersinn, durch den Kreis der Versammelten gereicht.

Pfeifenbeutel[Bearbeiten]

Ein wichtiger Ritualgegenstand ist auch der Pfeifenbeutel, der nach der Überzeugung der Lakota positive und negative Energien speichert und die Pfeife so in einem ständigen Energiefeld hält. Durch die Fransen, die bis zur Erde reichen, werden Erdkräfte aufgenommen und in den Beutel geleitet.

Die Urpfeife wird zusammen mit verschiedenen Gegenständen, zum Beispiel der – laut Überlieferung der Lakota – ersten von Menschen gefertigten Pfeife, in einem Medizinbeutel aufbewahrt, und von einem dazu bestimmten Hüter geschützt. Der derzeitige, 19. Hüter, Arvol Looking Horse, verwahrt sie mit anderen heiligen Gegenständen in einem eigens dafür errichteten achtseitigen Haus. Der Beutel wird nur unter besonderen rituellen Vorkehrungen und zu besonderen Anlässen, zum Beispiel nach dem Sonnentanz im August 1997, der Öffentlichkeit gezeigt.

Bedeutung[Bearbeiten]

Wie bei den anderen Zeremonien ist auch bei der Friedenspfeife das Bewusstsein von Ganzheitlichkeit, von Kreisprozessen und von der Verbindung der Pole ein wesentliches Element.

Literatur[Bearbeiten]

  • Life, letters and travels of Father Pierre-Jean de Smet, S.J.. Missionary labors and adventures among the wild tribes of the North American Indians, Vol. 1. Francis P. Harper, New York 1801-1873. Beschreibung einer Zeremonie mit der Friedenspfeife bei den Cheyenne auf Seite 211.
  • Powell A. Moore: The Calumet Region: Indiana's Last Frontier. Indiana Historical Bureau, 1959.