Friederike (Operette)

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Werkdaten
Titel: Friederike
Form: Singspiel
Originalsprache: deutsch
Musik: Franz Lehár
Libretto: Ludwig Herzer und Fritz Löhner-Beda
Uraufführung: 4. Oktober 1928
Ort der Uraufführung: Berlin
Ort und Zeit der Handlung: Sesenheim und Straßburg (Elsass) 1771 und 1779
Personen
  • Friederike Brion (Sopran)
  • Johann Wolfgang Goethe (Tenor)
  • Salomea Brion (Soubrette)
  • Lenz (Tenorbuffo)
  • Karl August, Großherzog von Sachsen-Weimar (Schauspieler)
  • Johann Jakob Brion, Pfarrer in Sesenheim (Schauspieler)
  • Magdalena, seine Frau (Alt)
  • Die Studenten Weyland, Lenz, Lerse, Stilling und Engelbach
  • Hauptmann von Knebel, Prinzenerzieher
  • Madame Schöll
  • Gesellschaft, Bauernvolk (Chor)

Friederike ist eine Operette von Franz Lehár. Der Komponist selbst bezeichnete sein Werk als Singspiel. Das Libretto verfassten Ludwig Herzer und Fritz Löhner-Beda. Uraufführung war am 4. Oktober 1928 am Metropol-Theater in Berlin, bei der Richard Tauber den jungen Goethe spielte.

Orchester[Bearbeiten]

Zwei Flöten, zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Fagotte, vier Hörner, zwei Trompeten, drei Posaunen, eine Harfe, Schlagwerk und Streicher

Handlung[Bearbeiten]

Die Operette spielt im Dorf Sesenheim und in der Stadt Straßburg im Elsass, die beiden ersten Akte im Jahr 1771 und der dritte Akt 1779.

Erster Akt[Bearbeiten]

Bild: Vor dem Pfarrhaus in Sesenheim

Jakob Brion, der Pfarrer von Sesenheim, hat zwei Töchter: die lebenslustige, etwas gefallsüchtige Salomea, und die ernstere Friederike. Wieder einmal kommt Johann Wolfgang Goethe, der zurzeit in Straßburg Jura studiert, zu Besuch. Er wird von ein paar Kommilitonen begleitet, von denen es Weyland und Lenz auf Salomea abgesehen haben. Diese ist einem Flirt nicht abgeneigt; sie fühlt sich gar geschmeichelt, dass sie gleich von zwei Burschen umworben wird. Goethes Herz hingegen schlägt mehr für Friederike. Ihr ernsteres Wesen kommt seinem Naturell eher entgegen. Bisher hat er es allerdings noch nicht gewagt, sie zu küssen. Er ist etwas abergläubisch, denn als er einmal in Straßburg einer holden Schönen einen leidenschaftlichen Kuss auf die Lippen drückte, hatte sie diejenige verflucht, die Goethes Herz nach ihr erobern sollte.

Heute aber bricht das Eis. Als sich Goethe von Friederike verabschiedet, kann er sich nicht mehr zurückhalten. Beide umarmen und küssen sich innig.

Zweiter Akt[Bearbeiten]

Bild: Bürgerlicher Salon in Straßburg

Madame Schöll, eine angesehene Dame des Großbürgertums, hat Goethe in ihren Salon geladen. Mit von der Partie sind auch ihre beiden Nichten Friederike und Salomea Brion. Letztere ist inzwischen mit Goethes Freund Weyland verlobt. Auch Goethe beabsichtigt, heute diesen Schritt zu wagen. Er hat schon zwei Ringe besorgt und ist gerade dabei, einen davon seiner Angebeteten an den Finger zu stecken, doch plötzlich wird die Unterhaltung durch die Ankunft des Hauptmanns und Prinzenerziehers von Knebel gestört. Knebel bringt ihm die Botschaft, sein Herr, der Großherzog von Sachsen-Weimar, bitte darum, dass er in seine Dienste trete. Goethe ist hin und her gerissen. Einerseits genießt er es, von solch hoher Stelle gewünscht zu werden, aber andererseits weiß er auch, dass er ledig bleiben muss, falls er der Berufung folgt. Deshalb gibt er dem Hauptmann einen Korb.

Jetzt hält Weyland es für angebracht einzugreifen. Er macht seiner künftigen Schwägerin klar, dass Goethe ein Genie sei und dass der Ruf an den Sachsen-Weimarer Hof ihm eine einmalige Chance biete, die er unbedingt wahrnehmen müsse. Hier gelte es, in größeren Dimensionen zu denken. Friederike ist von Weylands Worten beeindruckt. Fortan spielt sie ihrem Geliebten vor, dass es mit ihrer Liebe zu ihm nicht ernst gemeint ist. Goethe erkennt das Mädchen nicht wieder. Geschockt verlässt er das Haus, ohne sich zu verabschieden. Friederike aber bleibt traurig zurück.

Dritter Akt[Bearbeiten]

Bild: Vor dem Pfarrhaus in Sesenheim

Acht Jahre sind vergangen, als der Weg Goethe wieder einmal ins Elsass führt. Diesmal wird er von Karl August begleitet, dem Großherzog von Sachsen-Weimar, mit dem er inzwischen freundschaftlich verbunden ist. Beide machen Station in Sesenheim, wo Goethe früher oft zu Gast war. Dem Dichter ist inzwischen klar geworden, welch großes Opfer Friederike für ihn gebracht hat. Sie wollte seiner glanzvollen Zukunft nicht im Wege stehen. Diesmal nehmen Goethe und Friederike bewegt voneinander Abschied.

Berühmte Arien[Bearbeiten]

Tonträger[Bearbeiten]

Weblink[Bearbeiten]