Friedhof Rakowicki

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Familiengrab Felter des Bildhauers
Karol Hukan
Ein Friedhofsweg
Grabskulptur

Der Friedhof Rakowicki, einer der größten in Krakau, wurde in den Jahren 1801–1802 gegründet.

Geschichte[Bearbeiten]

Er entstand auf dem Vorstadtgelände des seinerzeitigen Vorwerks Rakowice im Zusammenhang mit dem Verbot von Begräbnissen auf kirchlichen Friedhöfen innerhalb der Stadt. Das Gelände wurde von den österreichischen Regierenden gekauft, die Kosten der Anlage wurden von der Stadt Krakau und den Nachbargemeinden getragen. Die erste Beerdigung fand im Januar 1803 statt. 1862 wurde auf dem Friedhofsgelände eine hölzerne Kapelle errichtet. Der Friedhof wurde einige Male erweitert (1863, 1865, 1908) und auf seinem Gelände nahebei 1920 auch ein Armee-Friedhof eingerichtet.

Die Nekropole ist eine Begräbnisstätte der Krakauer, einfacher genauso wie verdienter Bürger aus Kultur und Wissenschaft, der Vorsteher von Adelsgeschlechtern, Unabhängigkeitskämpfern, der Teilnehmer an Aufständen und Kriegen wie beider Weltkriege.

Auf dem Friedhof gibt es u. a. Quartiere der Teilnehmer am Novemberaufstand, Januaraufstand, des Krakauer Aufstands, gefallener Soldaten des Ersten Weltkriegs, der Mitglieder der Polnischen Legion, von Teilnehmern der Attacke bei Rokitna, während der Streiks 1936 umgekommener Arbeiter und Teilnehmer des Zweiten Weltkriegs, darunter Soldaten des Septembers 1939, alliierter Piloten, Partisanen, Opfer der Hitler-Verbrechen, russischer Soldaten aus der Zeit der Befreiung Krakaus 1945.

Der Friedhof Rakowicki ist eine Sehenswürdigkeit von großem historischem und künstlerischem Wert. Ein Teil der Gräber ist das Werk bekannter Architekten, u. a. Teofil Żebrawski, Feliks Księżarski, Sławomir Odrzywolski, Jakub Szczepkowski, und auch Bildhauern wie Tadeusz Błotnicki, Wacław Szymanowski, Karol Huka und anderen.

1981 wurde ein „Komitee zur Rettung des Friedhofs Rakowicki“ gegründet, das Geld sammelte zur Renovierung von Grabmälern von historischem Wert, zum Beispiel gelegentlich einer jährlichen Kollekte.

Es ruhen hier unter anderen:

Władysław Ludwik Anczyc, Teodor Axentowicz, Jerzy Broszkiewicz, Ignacy Chrzanowski, Ignacy Daszyński, Franciszek Dąbrowski, Joseph Dietl, Stanisław Estreicher, Józef Andrzej Gierowski, Marek Grechuta, Anton Hawelka, Roman Ingarden, Karol Irzykowski, Tadeusz Kantor, Juliusz Kleiner, Oskar Kolberg, Kazimierz Kordylewski, Apollo Korzeniowski, Juliusz Kossak, Wojciech Kossak, Barbara Kwiatkowska-Lass, Juliusz Leo, Jan Matejko, Józef Mehoffer, Piotr Michałowski, Helena Modrzejewska, Karol Olszewski, Tadeusz Pankiewicz, Henryk Reyman, Lucjan Rydel, Piotr Skrzynecki, Czesław Słania, Stepan Smal-Stockyj, Marian Smoluchowski, Władysław Szafer, Adolf Szyszko-Bohusz, Rudolf Weigl, Bolesław Wieniawa-Długoszowski, Wiktor Zin

Bildergalerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friedhof Rakowicki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

50.07555555555619.953888888889Koordinaten: 50° 4′ 32″ N, 19° 57′ 14″ O