Friedrich August Genth

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Friedrich August Genth

Friedrich August Ludwig Karl Wilhelm Genth (* 16. Mai 1820 in Wächtersbach; † 2. Februar 1893 in Philadelphia) war ein deutsch-amerikanischer Chemiker und Mineraloge. [1] [2]

Er studierte in Heidelberg und Gießen und promovierte 1845 in Marburg unter Robert Wilhelm Bunsen zum Dr. phil. Er wurde zunächst Assistent bei Bunsen und dann Privatdozent an der Uni Marburg.

Im Sommer 1848 wanderte er in die USA aus und gründete in Philadelphia eines der ersten chemisch analytischen Laboratorien. Kurzzeitig war er auch Superintendent einer Silbermine in North Carolina. 1850 kehrte er nach Philadelphia zurück und eröffnete sein Labor wieder. 1872 wurde er Professor für Chemie an der University of Pennsylvania, zwei Jahre später Geologe beim Geological Survey sowie 1877 Chemiker am Board of Agriculture. 1880 wurde er Präsident der American Chemical Society. Im Frühling 1888 nahm er den Unterricht am Privatlaboratorium wieder auf.

Genth entwickelte eine große Leidenschaft für Minerale und sammelte oder erwarb im Laufe seines Lebens fast 12000 Mineral- und 70 Meteoritenstücke. Seine Sammlung bildet einen wesentlichen Teil der geologischen Sammlung der Universität von Pennsylvania. Er entdeckte und beschrieb 23 neue Minerale, so unter anderem den Calaverit (1868)[3], Cosalit (1868), Schirmerit (1874, diskreditiert 2008[4]), Coloradoit (1877), Phosphuranylit (1879), Lansfordit (1888), Nesquehonit (zusammen mit Penfield 1890) und Aguilarit (1891)[5].

Ehrungen[Bearbeiten]

Zwei neuentdeckte Minerale wurden nach ihm benannt, der Genthit (1840, mit Anerkennung der CNMNC umbenannt in Antigorit[6]) und der Genthelvin (1944)[7].

Die kooperative Gesamtschule seiner Heimatstadt Wächtersbach ist nach ihm benannt (seit dem 17. Juni 1997).[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Friedrich August Genth 1820-1893 Chemist–Mineralogist–Collector (Version vom 28. Juli 2010 im Internet Archive)
  2. a b Friedrich-August-Genth-Schule in Wächtersbach: Unser Namenspatron
  3. Friedrich August Genth: Contributions to mineralogy - e. Calaverite, a new mineral. In: American Journal of Science. 1868, 45, S. 314-316 (Volltext).
  4. IMA/CNMNC List of Mineral Names 2009 (PDF 1,8 MB)
  5. Friedrich August Genth: Contributions to mineralogy - 1. Aguilarit, a new species. In: American Journal of Science. 1891, S. 402-402 (Volltext).
  6. Mineralienatlas:Genthit
  7. Mindat - Genthelvite (englisch)