Friedrich August Peter von Colomb

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Peter von Colombs Grabstein auf den Alten Berliner Garnisonfriedhof
Der Colombstein bei Zwickau erinnert an einen erfolgreichen Streifzug gegen die Franzosen

Friedrich August Peter Colomb, seit 1786 Peter von Colomb, (* 19. Juni 1775[1] in Aurich; † 12. November 1854 in Königsberg) war preußischer Offizier, zuletzt General der Kavallerie.

Herkunft[Bearbeiten]

Colomb wurde als Sohn des preußischen Geheimen Oberfinanzrats und Kammerpräsidenten von Aurich, Pierre (Peter) Colomb (1719–1797; ab 1786 Peter von Colomb) geboren. Sein Bruder Ludwig Christoph von Colomb (1767–1831) war preußischer Präsident in Breslau; seine Schwester Amalie (1772–1850) war ab 1795 mit Gebhard Leberecht von Blücher verheiratet.

Leben[Bearbeiten]

Peter von Colomb trat 1792 in Berlin in das Zietensche Husarenregiment als Junker ein, wurde 1797 Secondelieutenant im Leibhusarenregiment „von Rudorff“, nahm 1806 unter seinem Schwager Blücher an dem Krieg in Thüringen und der Verteidigung von Lübeck teil und wurde 1811 Rittmeister. Als solcher führte er in den Feldzügen von 1813 und 1814 im Rücken der französischen Armee glänzende Streifzüge durch.

So nahm er am 29. Mai 1813 bei Zwickau mit 82 Mann einen ganzen französischen Artilleriepark weg, dessen Begleitung aus sechs Offizieren, 116 Mann Reiterei, 80 Mann Infanterie und mehreren Hunderten bewaffneter Trosssoldaten bestand. Er nahm von 1792 bis 1815 an allen Hauptschlachten der Preußen sowie an über 30 kleineren Gefechten teil.

1815 wurde er Kommandeur des Husaren-Regiments Nr. 8 und Oberstleutnant, 1818 Oberst. Am 20. Oktober 1823 wurde er in das 1. Departement im Kriegsministerium berufen. 1829 wurde er zum Generalmajor befördert und zum Kommandeur der 12. Kavallerie-Brigade in Neiße ernannt. 1838 folgte seine Ernennung zum Kommandanten von Köln, 1839 zum Generalleutnant, 1841 zum Kommandanten von Berlin und Chef der gesamten Gendarmerie und 1843 zum Kommandierenden General des V. Armee-Korps in Posen befördert.

Bei den Unruhen in der Provinz Posen 1846 schritt er energisch ein. Beim Ausbruch der Revolution in derselben Provinz 1848 befürwortete er ein hartes Vorgehen. Demgegenüber setzte der Zivilkommissars der Provinz General Karl Wilhelm von Willisen auf eine Verhandlungslösung. Am 7. Juli 1849 erhielt er unter Ernennung zum General der Kavallerie seinen Abschied, lebte fortan in Königsberg, wo er auch verstarb.

Sein Grab befindet sich auf dem Alten Garnisonfriedhof in Berlin-Mitte.

Von ihm ist die Schrift „Aus dem Tagebuch des Rittmeisters von Colomb“ (Berlin 1854).

Familie[Bearbeiten]

Er war zweimal verheiratet. Seine erste Frau heiratete er 1808 in Berlin Wilhelmine Luise von Stosch (* 26. Oktober 1784; † 22. Oktober 1822). Das Paar hatte folgende Kinder:

  • Peter August Moritz (* 11. Oktober 1810; † 17. Oktober 1833) Auskultator
  • Wilhelm Günther Enno (* 31. August 1812; † 10. Februar 1886), preußischer Generalleutnant ∞ Klara Luise Georgine von Binzer (* 22. Juli 1823)
  • Otto Gebhard (* 12. Dezember 1815; † 1. September 1891), preußischer Generalleutnant
  • Karl Adolf (* 30. Juli 1817; † 1825)

Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er am 21. Juni 1824 in Berlin Marie Henriette von Stosch (* 21. Juni 1791; † 9. April 1857). Das Paar hatte folgende Kinder:

  • Karl Wilhelm (* 17. April 1825; † 25. Februar 1905), preußischer Landgerichtsrat ∞ Adelheid Wilhelmine Marianne Aurelie Luise Henriette von Gustedt (* 12. Juli 1839)
  • Mathilde Amalie Edda (* 31. März 1827; † 1912) ∞ 19. August 1861 Julius Muhr (* 21. Juni 1819; † 9. Februar 1865), Maler
  • Karl Ernst Georg (* 29. August 1831), preußischer Generalmajor ∞ Marie von Hymmen (* 14. Juli 1838)

Werke[Bearbeiten]

Von ihm ist die Schrift „Aus dem Tagebuch des Rittmeisters von Colomb“ (Berlin 1854). Digitalisat

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der 19. Juni wird als Geburtstag in der umfangreichsten Darstellung des Lebens von Peter von Colomb, dem Artikel in Kurt Priesdorffs Soldatisches Führertum, angegeben. Andere Quellen, so Bernhard von Poten (Handwörterbuch der gesamten Militärwissenschaften, 1877) und auch Colombs Grabstein, geben den 19. Juli an.