Friedrich Dolezalek (Chemiker)

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Friedrich Dolezalek (* 5. Februar 1873 in Sziget; † 10. Dezember 1920 in Berlin) war ein deutscher Chemiker und Professor für physikalische Chemie an der Technischen Hochschule Berlin.

Leben[Bearbeiten]

Die Familie des Eisenbahnbauingenieurs Karl Dolezalek zog kurz nach der Geburt des Sohnes Friedrich mit dem älteren Sohn Carl Anton Vincens in das schweizerische Göschenen. Dort wirkte Karl Dolezalek am Bau des Gotthardtunnels mit. 1877 wurde Karl als Professor nach Hannover berufen, sodass sein Sohn mitkam. Friedrich besuchte fortan bis 1893 das Realgymnasium in Hannover. Anschließend studierte er bis 1895 Chemie und Elektrotechnik an der Technischen Hochschule Hannover. Er wechselte an die Universität Göttingen, wo er bis 1897 physikalische Chemie und Elektrochemie studierte. Die anschließenden drei Jahre war er Assistent beim späteren Nobelpreisträger Walther Nernst und promovierte dort um 1899 über die Dampfspannung homogener Gemische. Es schlossen sich einige kürzere Arbeitsverhältnisse an: Von 1900 bis 1901 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Physikalisch-technischen Reichsanstalt, dann bei Siemens & Halske, wo er bis 1904 die Pupinspule und den Bau von Hochfrequenzmaschinen verbesserte. 1902 habilitierte sich Friedrich Dolezalek an der Technischen Hochschule Berlin und wurde 1904 als Dozent an die neugegründete Technische Hochschule Danzig berufen. Bereits 1905 wechselte er zurück an die Universität Göttingen, wo er als Nachfolger Nernsts die kommissarische Leitung des Instituts für physikalische Chemie übernahm. Zwei Jahre später wechselte er in derselben Funktion an die Technische Hochschule Berlin,[1] wo er 1913 als ordentlicher Professor berufen wurde. Nach Beginn des Ersten Weltkriegs wurde er als Offizier dem Ingenieurkomitee zugeteilt und arbeitete dort an Horchgeräten für Miniergeräusche und neuen Methoden zum Auffinden von Erzen. Nach dem Krieg setzte Friedrich Dolezalek die unterbrochene Aufbauarbeit für das elektrochemische Institut fort und verstarb krankheitsbedingt kurz nach der Eröffnung desselben. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf.

Dolezalek war in erster Ehe (1900) verheiratet mit Helene Samwer (1873–1908), Tochter von Karl Friedrich Lucian Samwer.[2] 1910 heiratete er Paula Maria († 1955), Tochter des Bauunternehmers Bomhoff aus Westerland/Sylt, und hatte mit ihr zwei Söhne und eine Tochter, darunter Alexander Dolezalek (1914–1999).[3]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Über ein hochempfindliches Quadrantenelektrometer, um 1897
  • Die Dampfspannung homogener Gemische, Promotion, um 1899
  • Theorie des Bleiakkumulators, Habilitation, 1901, Übersetzungen ins Amerikanische und Französische
  • Binäre Gemische und konzentrierte Lösungen, 1908

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. o.A., in: Kunst, Wissenschaft und Literatur, in: Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe) 1. März 1907, S. 4
  2. Alfred Schulze: Dolezalek, Friedrich, in: Neue Deutsche Biographie, Bd. 4, Berlin 1959, S. 59
  3. Gerd Simon unter Mitwirkung von Petra Geiling, Dagny Guhr und Ulrich Schermaul: Chronologie Dolezalek, Alexander (PDF; 437 kB), Typoskript 2002–2009, abgerufen am 27. November 2009