Friedrich Götze

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Friedrich Götze im Jahr 2010

Friedrich Götze (* 6. August 1951 in Hameln) ist ein deutscher Mathematiker, der sich mit Wahrscheinlichkeitstheorie, mathematischer Statistik und Zahlentheorie beschäftigt.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Götze studierte Mathematik und Physik an der Universität Göttingen und der Universität Bonn und wurde 1978 an der Universität Köln bei Johann Pfanzagl promoviert (Asymptotic Expansions in the Central Limit Theorem in Banach Spaces)[1], wo er danach Assistent war, unterbrochen von einem Jahr als Gastprofessor an der University of California, Berkeley. 1983 habilitierte er sich in Köln (Asymptotische Entwicklungen in zentralen Grenzwertsätzen). 1984 wurde er Professor für Mathematik an der Universität Bielefeld. 1990/91 und 2002/2003 war er Dekan der Fakultät für Mathematik.

Er befasste sich mit asymptotischen Methoden, Konvergenzraten und Grenzwertsätzen in der mathematischen Statistik, Markow-Prozessen, stochastischen Algorithmen, Wahrscheinlichkeitstheorie, Funktionalanalysis, spektraler Verteilung bei Zufallsmatrizen[2]. Er wandte wahrscheinlichkeitstheoretische Methoden in der analytischen Zahlentheorie und der Geometrie der Zahlen an, unter anderem auf das Problem der Verteilung und Dichte von Gitterpunkten in Ellipsen. Hier gelang ihm mit der Einführung grundlegender neuer Methoden unter anderem ein neuer (effektiver) Beweis für die 1986 von Margulis bewiesene Oppenheim-Vermutung.[3] Er ist Sprecher des DFG-Sonderforschungsbereichs Spektrale Strukturen und Topologische Methoden in der Mathematik.

2009 wurde er Mitglied der Leopoldina. 2012 hielt er die Gauß-Vorlesung (Der mehrdimensionale zentrale Grenzwertsatz und die Geometrie der Zahlen). Für seine Verdienste um den Aufbau des europäischen Forschungsinstituts Eurandom wurde er 2014 mit dem Orden von Oranien-Nassau ausgezeichnet.[4]

Götze ist Vorstand im wissenschaftlichen Beirat des Weierstraß-Instituts (zu dessen Gründungsmitgliedern er gehört) und im Vorstand der Gesellschaft für Mathematische Forschung, die das Forschungsinstitut für Mathematik in Oberwolfach trägt[5]. Er ist Fellow des Institute for Mathematical Stochastics (IMS) und Mitglied der Academia Europaea.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Friedrich Götze im Mathematics Genealogy Project (englisch)
  2. Götze, Alexander Tikhomirov On the circular law for random matrices, Annals of Probability, Band 38, 2010, S. 1444-1492
  3. Bentkus, Götze Lattice point problems and distribution of values of quadratic forms, Annals of Mathematics, Band 150, 1999, S. 977-1027, Götze, Margulies Distribution of values of quadratic forms at integral points 2010
  4. Niederländischer König ehrt Bielefelder Mathematiker. In: Neue Westfälische vom 28. August 2014 (abgerufen am 28. August 2014).
  5. Gesellschaft für Mathematische Forschung e.V.