Friedrich Günther (Schwarzburg-Rudolstadt)

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Fürst Friedrich Günther von Schwarzburg-Rudolstadt

Friedrich Günther von Schwarzburg-Rudolstadt (* 6. November 1793 in Rudolstadt; † 28. Juni 1867 ebenda) war von 1814 bis 1867 Fürst von Schwarzburg-Rudolstadt, Graf von Hohnstein, Herr von Blankenburg, Leutenberg etc. Der Fürst gehörte zum Haus Schwarzburg.

Leben[Bearbeiten]

Friedrich Günther war Sohn des Fürsten Ludwig Friedrich II. von Schwarzburg-Rudolstadt und dessen Gemahlin Karoline von Hessen-Homburg. Der Prinz wurde 1810/11 für ein Jahr zur Ausbildung nach Genf geschickt. Dies diente unter anderem dem Erlernen der französischen Sprache. Neben der Schweiz bereiste der Prinz Italien. Ebenfalls in jungen Jahren begleitete er 1813/14 seinen Onkel Philipp von Hessen-Homburg im Krieg gegen Frankreich und konnte die Geschehnisse beobachten. Friedrich Günther heiratete 1816 in erster Ehe Auguste von Anhalt-Dessau. Seine Gattin verstarb 1854, und es folgten später zwei nicht standesgemäße Ehen. Diese Verbindungen riefen große Kritik im Fürstentum hervor.

Friedrich Günther wurde 1814 Fürst und blieb dies 53 Jahre. Dies macht ihn zum schwarzburgischen Regenten mit der längsten Regierungszeit. Zuvor regierte seine Mutter Karoline zwischen 1807 und 1814. Der Fürst war an Regierungsgeschäften eher desinteressiert und überließ die Entscheidungen anderen Personen. Seine Mutter hatte weiterhin Einfluss im Fürstentum. Der Fürst erließ am 8. Januar 1816 eine Verfassung. Die Rechte des Landtages wurden aufgewertet. Nunmehr benötigte der Regent bei der Erhebung von Steuern und bei der Verabschiedung von Gesetzen die Zustimmung des Landtages. Das Fürstentum wurde zuvor 1815 Mitglied des Deutschen Bundes. Später trat das Land dem Deutschen Zollverein bei. Die Verfassung des Norddeutschen Bundes trat kurz nach dem Tode Friedrich Günthers in Kraft. Nach innenpolitischen Unruhen führte Friedrich Günther am 10. März 1848 die Pressefreiheit ein. Diese beseitige er später wieder. Zudem wurden 1854 Parteien und Vereine verboten. Ökonomisch betrachtet war das Land rückständig.

Der Fürst starb am 28. Juni 1867. Als Regent folgte sein Bruder Albert.

Familie[Bearbeiten]

Fürst Friedrich Günther war dreimal verheiratet. In erste Ehe heiratete er 1816 Prinzessin Auguste von Anhalt-Dessau (1793-1854), Tochter des Prinzen Friedrich von Anhalt-Dessau. Das Paar hatte folgende Kinder:

  • Friedrich Günther (* 31. Januar 1818; † 16. März 1821) - Erbprinz zu Schwarzburg-Rudolstadt,
  • Günther (* 5. Mai 1821; † 11. November 1845) - Erbprinz zu Schwarzburg-Rudolstadt,
  • Gustav Adolf (* 7. Januar 1828; † 30. November 1837).

Nach dem Tod seiner erste Frau heiratete er 1855 in morganatischer Ehe Gräfin Helene von Reina (1835-1860). Sie war eine leibliche Tochter des Prinzen Georg und Adoptivtochter des Prinzen Wilhelm von Anhalt-Dessau (beide Schwäger des Fürsten aus seiner ersten Ehe).[1][2] Das Paar hatte folgende Kinder:

  • Helene (* 2. Juni 1860; † 17. Mai 1937) - Prinzessin von Leutenberg, ∞ 1884 Prinz Hans von Schoenaich-Carolath (1849–1910), angeheirateter Onkel der Hermine von Schoenaich-Carolath,
  • Sizzo (* 3. Juni 1860; † 24. März 1926) - Prinz von Leutenberg, ab 1896 Prinz von Schwarzburg.

Seine dritte Frau wurde 1861 Marie Schultze (1840-1909). Es war abermals eine morganatische Ehe, daher erhob der Fürst sie 1861 zur Gräfin von Brockenburg. Diese Ehe blieb kinderlos.

Daneben hatte Fürst Friedrich Günther drei weitere, außerehelich geborene Töchter mit Friederike Thowart (1820-1884):

  • Marie (* 12. April 1843; †? )
  • Emma (* 12. Dezember 1846; †?)
  • Helene (* 7. November 1848; †?).

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Stammliste von Anhalt.
  2. Vgl. zum Nachfolgestreit infolge der nicht ebenbürtigen zweiten Ehe Reichold, S. 223-26.