Friedrich Grützmacher

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den Bruder von Leopold Grützmacher. Für den Sohn von Leopold Grützmacher siehe Friedrich Grützmacher der Jüngere.
Friedrich Grützmacher

Friedrich Wilhelm Ludwig Grützmacher (* 1. März 1832 in Dessau; † 23. Februar 1903 in Dresden) war ein deutscher Cellist und Komponist.

Leben[Bearbeiten]

Der ältere Bruder von Leopold Grützmacher war ein Schüler von Friedrich Schneider. 1849 wurde er Erster Cellist am Gewandhausorchester Leipzig und Cellolehrer am Leipziger Konservatorium. Seit 1860 war er Königlicher Kammervirtuose am Hoforchester Dresden.

Friedrich Grützmacher war Schüler seines Vaters und Karl Drechslers. Er schrieb eine Hohe Schule des Violoncellspiels und komponierte neben zahlreichen Cellostücken ein Cellokonzert, Ouvertüren und Fantasien für Orchester, kammermusikalische Werke, Klavierstücke und Lieder. Heute ist Grützmacher vor allem dadurch bekannt, dass er das Cellokonzert Nr. 9 B-Dur G 482 von Luigi Boccherini einer massiven Umarbeitung unterzog, indem er die Solostimme brillanter gestaltete, Teile von anderen Werken Boccherinis in das Konzert einfügte und so den Notentext erheblich veränderte. Diese Version ist bis heute sehr populär geblieben und wird häufig gespielt.

Grützmacher starb 1903 in Dresden und wurde auf dem Trinitatisfriedhof beigesetzt.[1]

Werke[Bearbeiten]

  • op. 4 Cinq morceaux pour Violoncelle et Piano
  • op. 6 Trio pour Pianoforte, Violon et Violoncelle
  • op. 7 Fantaisie hongroise pour Violoncelle avec Piano ou Orchestre
  • op. 9 10 morceaux en style national
  • op. 10 Konzert für Violoncello mit Orchester Nr. 1
  • op. 13 Erinnerung an Leipzig (Duo)
  • op. 19 3 Romanzen (ca.1851)
Nr. 1 für Violine und Orchester (oder Quartett, oder Pianoforte)
Nr. 2 für Viola und Orchester (oder Quartett, oder Pianoforte)
Nr. 3 für Violoncell und Orchester (oder Quartett, oder Pianoforte)
  • op. 22 3 Duos für 2 Violoncelli a-Moll, D-Dur, C-Dur
  • op. 31 Variationen über ein Original-Thema. Concert-Stück für das Violoncell mit Begleitung des Orchesters, oder des Pianoforte
  • op. 33 Große Concert-Fantasie über Themen aus der romantischen Oper "Santa Chiara"
  • op. 38 Technologie des Violoncellospiels: 24 Etüden für Violoncello
  • op. 42 Konzert für Violoncello mit Orchester Nr. 2
  • op. 46 Konzert für Violoncello mit Orchester Nr. 3, e-Moll
  • op. 54 Concert-Ouvertüre D-Dur für großes Orchester
  • op. 60 Transcriptionen classischer Musikstücke für Violoncell & Pianoforte
  • op. 60 No. 4 Walzer (Franz Schubert)
  • op. 60 No. 5 Romanesca: Melodie aus dem 16. Jahrhundert (Anonymus)
  • op. 65 Weihegesang für vier Violoncelle
  • op. 67 Tägliche Studien für Violoncello
  • op. 72 12 Etüden für Violoncello (Violoncello 2 ad libitum)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Todtenschau. In: Dresdner Geschichtsblätter, Nr. 1, 1904, S. 227.