Friedrich Heinrich von der Hagen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Friedrich Heinrich von der Hagen
Grab Hagens und seiner Frau Marie Josephine geb. Reynack an der Kirche in Angermünde-Schmiedeberg

Friedrich Heinrich von der Hagen (* 19. Februar 1780 in Angermünde-Schmiedeberg in der Uckermark; † 11. Juni 1856 in Berlin) war ein deutscher Germanist.

Leben[Bearbeiten]

Hagen wurde vor allem in der älteren Wissenschaftsgeschichte als Mitbegründer des Universitätsfaches der Germanistik bezeichnet.[1] Seine Arbeit verlor im Zuge des 'Wissenschaftskrieges' mit den Brüdern Grimm aber an Einfluss[2]. Er wurde 1810 erster außerordentlicher Professor für altdeutsche Literatur in Berlin, im Jahr 1818 ordentlicher Professor in Breslau. 1821 kehrte er als Ordinarius an die Berliner Universität zurück. 1841 wurde er zum Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften ernannt.

Er ist durch seine Textausgaben altdeutscher und mittelhochdeutscher Dichtungen bekannt geworden. Dazu gehörte 1807 die Übersetzung des Nibelungenliedes ins Neuhochdeutsche und 1810 dessen Herausgabe in der Ursprache, außerdem eine Sammlung deutscher Volkslieder. Hagen pflegte wissenschaftliche Kontakte mit Ludwig Tieck, den Brüdern Grimm, Achim von Arnim, Clemens Brentano und Johann Wolfgang von Goethe.

Hagen war Herausgeber der Germania, des Jahrbuchs der Berlinischen Gesellschaft für Deutsche Sprache und Alterthumskunde.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Bluhm, Lothar: 'compilierende oberflächlichkeit' gegen 'gernrezensirende Vornehmheit': Der Wissenschaftskrieg zwischen Friedrich Heinrich von der Hagen und den Brüdern Grimm. In: Romantik und Volksliteratur. Hrsg. von Lothar Bluhm und Achim Hölter. Heidelberg 1999, S. 49
  2. Bluhm, Lothar: 'compilierende oberflächlichkeit' gegen 'gernrezensirende Vornehmheit': Der Wissenschaftskrieg zwischen Friedrich Heinrich von der Hagen und den Brüdern Grimm. In: Romantik und Volksliteratur. Hrsg. von Lothar Bluhm und Achim Hölter. Heidelberg 1999, S.49 - 70

Werke[Bearbeiten]

  •  Gottfrieds von Straßburg Werke aus dem beßten Handschriften mit Einleitung und Wörterbuch. Josef Max, Breslau 1823.
  •  Minnesinger: Deutsche Liederdichter des zwölften, dreizehnten und vierzehnten Jahrhunderts. 4 Auflage. Barth, 1838 (Digitalisat in der Google-Buchsuche).

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]