Friedrich Hermann Lütkemüller

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Friedrich Hermann Lütkemüller (* 16. Februar 1815 in Papenbruch; † 19. Oktober 1897 in Wittstock/Dosse) war ein deutscher Orgelbauer.

Inhaltsverzeichnis

Leben [Bearbeiten]

Lütkemüller-Typenschild von 1858 an der Orgel in Groß Gievitz

Von 1830 bis 1833 absolvierte er eine Lehre bei Johann Friedrich Turley in Treuenbrietzen und ging anschließend auf Wanderschaft. Dabei kam er in die Werkstätten von Carl August Buchholz in Berlin und Gottlieb Heise in Potsdam. Von 1834 an arbeitete er bei Eberhard Friedrich Walcker in Ludwigsburg. Dort erreichte er meisterhafte Fähigkeiten und konnte den über mehrere Monate abwesenden Walcker in der Leitung des Baus der Orgeln für die Kirchen in St. Petersburg (1838–1840) und Reval (1840–1842) vertreten. 1843 gründete er in Wittstock eine eigene Werkstatt, in der er rund 180 Instrumente fertigte. Neben wenigen drei- und zweimanualigen Orgeln baute Lutkemüller überwiegend einmanualige Instrumente mit mechanischen Schleifladen. Der Orgelbauer Albert Hollenbach ist sein Schüler.

Er ist auch Erfinder einer Doppeltraktur, für die er 1880 ein Patent erhielt. Der Prototyp dieser Orgel steht in Marwitz bei Velten und ist erhalten. Die Patentorgel stand in Sydow und ist nicht mehr erhalten.

Werkliste (Auswahl) [Bearbeiten]

Jahr Opus Ort Kirche Bild Manuale Register Bemerkungen
1844 1 Königsberg (Prignitz) Ev. Kirche I/P 8
1844–1846 2 Wittstock Ev. Kirche St. Marien Ev. Kirche St. Marien III/P 44 nur noch Gehäuse und Spieltisch erhalten
1850 Kötzlin
1852 Barsikow
1853 Damelack
1854 Putlitz Ev. Kirche St.Nikolai I/P 650 Thaler Versicherungssumme damals, 2012 in einem ersten Abschnitt repariert
1855 Ludorf Dorfkirche
1856 Gadow jetzt Klosterkirche Malchow
1856 Wuthenow Schinkelkirche Schinkelkirche erhalten[1]
1856 Radensleben
1858 Rüthnick Kosten damals, 600 Taler und nur noch in Fragmenten erhalten.
1858 Tangermünde St. Stephanskirche grundlegender Umbau der Orgel Hans Scherers des Jüngeren
1858 Groß Gievitz Dorfkirche Groß Gievitz Dorfkirche Groß Gievitz erhalten
1858 Badingen (Zehdenick) erhalten
1859 Gnoien Marienkirche Marienkirche 1892 von Lütkemüller selbst nochmals umgebaut
1859 Woosten Dorfkirche Dorfkirche erhalten
1860 Dargun
1860 Wredenhagen Kirche Wredenhagen Kirche Wredenhagen erhalten
1860/1861 Teetz Dorfkirche Die Orgel wurde von 1999 bis 2010 in der Nikolaikirche (Berlin) als Konzertorgel genutzt, wurde 2010 wieder in Teetz aufgebaut[2].
1862 Volkenshagen Dorfkirche Volkenshagen
1863 Marwitz Ev. Kirche I/P 11 Patentorgel, erhalten
1863 Behren-Lübchin Dorfkirche
1864 Kriesow
1865 Manker Dorfkirche Manker fünfteiliges Proskekt[3]
1866 Sietow Dorfkirche Sietow I/P 9
1867 100 Seehausen (Altmark) Ev. Kirche St. Petri III/P 44 restauriert erhalten
1868 Güstrow Güstrower Dom III/P 37 restauriert erhalten
1872 Kirch Kogel Dorfkirche I/P 7 restauriert erhalten[4]
1874 Ruest Ev. Kirche I/P 7 nicht spielbar, Pfeifen beschädigt
1875 Lexow Ev. Kirche I/- 3 Reparatur 1992 durch Wolfgang Nußbücker (Plau)
1876 Bantikow
1881 Lohmen (Mecklenburg) Orgel der Kirche in Lohmen I/P 12 Restaurierung 1994 durch Dirk Steinecke (Verl)
1882 Zühlsdorf erhalten aber nicht bespielbar[5]
1882 Mesendorf
1883 Pinnow Dorfkirche Pinnow
1884 Klosterfelde Dorfkirche I/P 7 restauriert erhalten; neogotischer Prospekt[6]
1888 Wittstock Heilig-Geist-Kirche
1890 Niemerlang
1892 Kraak

Literatur [Bearbeiten]

  • Friedrich Hermann Lütkemüller: Patentschrift Nr. 11708, „Einrichtung an Orgeln, mittels einer Klaviatur zwei Manuale zu spielen“. Patent ab 9. März 1880, ausgegeben den 17. December 1880.
  • Friedrich Hermann Lütkemüller: Die Patent-Orgel von Lütkemüller, in: Die Orgel- und Pianobau-Zeitung, 3, 1881, S. 83 f.
  • Uwe Pape: Die Orgel in Marwitz – eine „zweimanualige Orgel mit einem Clavier“ von Friedrich Hermann Lütkemüller. In: Ars Organi, 36, 1988, S. 83–92.
  • Uwe Pape: Friedrich Hermann Lütkemüller, Wittstock. In: Acta Organologica, Band 26, 1998, S. 289-318.
  • Uwe Pape: Friedrich Hermann Lütkemüller. Berlin 2001 (2. Auflage), 347 S.

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Rainer Fellenberg: Die Schinkelkirche – Orgel (de) In: Schinkelkirche zu Wuthenow. Evangelische Ortskirchengemeinde Wuthenow in der Gesamtkirchengemeinde Ruppin. 25. April 2010. Abgerufen am 13. Mai 2010.
  2. Claudia Seiring: Die Orgel kehrt heim, in Ruppiner Anzeiger vom 7. Oktober 2010
  3. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmale in Brandenburg, Landkreis Ostprignitz-Ruppin, Teil 2: Gemeinde Fehrbellin, Amt Lindow (Mark) und Stadt Rheinsberg, Ulrike Schwarz und Matthias Metzler und andere, Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms am Rhein, 2003, ISBN 3-88462-191-2, Seite 334
  4. Kirche zu Kirch Kogel (de) In: Kirchgemeinde Lohmen. Abgerufen am 28. Dezember 2010.
  5. Gemeindebrief des Kirchenverbundes Basdorf-Wandlitz-Zühlsdorf; abgerufen am 10. Dezember 2010 (PDF; 956 kB)
  6. Flyer Dorfkirche Klosterfelde vom Mai 2010

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Friedrich Hermann Lütkemüller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien