Friedrich Hund

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Friedrich Hund, Göttingen 1920er Jahre

Friedrich Hermann Hund (* 4. Februar 1896 in Karlsruhe; † 31. März 1997 in Göttingen) war ein deutscher Physiker. Er leistete bedeutende Beiträge zur Entwicklung der Atomphysik. Nach ihm sind die Hundschen Regeln benannt.

Leben[Bearbeiten]

Robert Mulliken und Friedrich Hund 1929 in Chicago
In der Molekülphysik gibt es eine bekannte Methode, die nach den beiden benannt ist, s.u.

Hund war der Sohn eines Eisenwaren- und Haushaltswarenhändlers und ging in Karlsruhe, Erfurt und Naumburg an der Saale zur Schule, wo er 1915 am Realgymnasium das Abitur machte. Er brach sich kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges einen Fuß und musste als Einziger seiner Klasse nicht direkt in den Krieg ziehen. Er half seinem Lehrer Professor Paul Schoenhals beim Unterricht der jüngeren Schüler. Danach war er zwei Jahre beim Wetterdienst der Marine im Ersten Weltkrieg. Seine Eltern konnten ihm kein Studium finanzieren, weshalb sein Lehrer ihm ein kleines Stipendium verschaffte, das er mit Nachhilfe-Unterricht aufbesserte.

Ausbildung und Lehrjahre[Bearbeiten]

Er studierte Mathematik, Physik und Geographie in Marburg und Göttingen und legte 1921/22 seine Lehramtsexamina ab. In Göttingen hörte er unter anderem bei James Franck, David Hilbert, Richard Courant, Carl Runge. 1922 wurde er in Göttingen bei Max Born promoviert mit einer Arbeit über den Ramsauer-Effekt,[n 1] während er sein Referendariat an einem Göttinger Gymnasium ableistete. Er war von 1922 bis 1927 Borns planmäßiger Assistent wie auch Werner Heisenberg und Pascual Jordan (beide außerplanmäßig). Nach der Habilitation 1925 war er Privatdozent für Theoretische Physik in Göttingen. 1926/27 war er einige Monate bei Niels Bohr in Kopenhagen. 1927 wurde er außerordentlicher, 1928 ordentlicher Professor für Theoretische Physik in Rostock. Nach einer Gastprofessur an der Harvard University 1929 ging er nach Leipzig. In Amerika lehrte er außerdem an der University of Chicago und einigen anderen Universitäten.[a 1]

Leipzig (1929 bis 1946)[Bearbeiten]

1929 wurde er als Professor für Mathematische Physik (Nachfolger von Gregor Wentzel) an die Universität Leipzig berufen,[a 2] wo auch Heisenberg wirkte, mit dem er lange Jahre ein Seminar über Struktur der Materie leitete, und die ab Ende der 1920er Jahre ein Zentrum der Theoretischen Physik war. Hund war mit Heisenberg befreundet[a 3] und verteidigte ihn wie andere führende deutsche Physiker auch gegen die bedrohliche, von Johannes Stark entfachte Kampagne (mit einem Artikel im Schwarzen Korps der SS), die sich auch gegen die gesamte „moderne theoretische Physik“ richtete. Hund schrieb Protestbriefe an Paul Koebe, den Dekan der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig, und den Reichsminister für Erziehung Bernhard Rust[n 2] und regte Peter Debye zu einer Stellungnahme an.[n 3] Am Uranprojekt im Zweiten Weltkrieg war er im Gegensatz zu Heisenberg nicht beteiligt.[n 4] Als Heisenberg 1942 nach Berlin ging, übernahm Hund das Direktorat am Leipziger Physik-Institut. 1943 erhielt er wie kurz zuvor Pascual Jordan die Max-Planck-Medaille, die höchste Auszeichnung für theoretische Physik der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, die seit 1939 nicht mehr verliehen worden war.

Unter US-amerikanischer Besatzung wurde er dort nach dem Krieg 1945 Pro-Rektor. Als danach die US-Amerikaner Ende Juni 1945 aus Leipzig abzogen, versteckte er sich, um nicht in ein Lager im Westen transportiert zu werden. Der Grund war nicht sein Haus, sondern er wollte nicht als Kriegsbeute („Sklave“) in den Westen verschleppt werden.[n 5]

Jena (1946 bis 1951)[Bearbeiten]

1946 wechselte er als Professor an die Universität Jena, wo er 1948 Rektor war. Nach eigenen Angaben war ihm die Arbeitslast in Leipzig, wo er auch die Vorlesungen über Experimentalphysik halten musste, beim Neuaufbau der Physikalischen Institute zu groß.[n 6] Der Hauptgrund für den Wechsel war jedoch: Die Institute in Leipzig waren zerstört, in Jena kaum; in Leipzig gab es wenig Kollegen, im Gegensatz zu Jena. Eine für sieben Personen geeignete Wohnung war jedoch Voraussetzung, woran der Wechsel beinahe gescheitert wäre.

In Jena kam es zu Konflikten mit den sowjetischen Besatzungsdienststellen, bei denen er sonst in hohem Ansehen stand.[a 4] 1949 erhielt er den Nationalpreis der DDR.[a 5] Hund verfügte, dass auch Kinder von Hochschullehrern studieren konnten, was von General Kolesnitschenko im Sinne der damaligen ideologischen Auffassungen wieder aufgehoben wurde.[n 7] Hund versuchte, die Verantwortlichkeiten zwischen Jenaer Universität, Thüringer Ministerium und Besatzungsmacht zu klären. In Berlin hatte er erreicht, dass 25 begabte Bewerber in Jena ein Studium der Physik aufnehmen konnten.[a 6] Später war es möglich, dass auch Bewerber zu einem Medizin- oder Theologiestudium zugelassen wurden, die keine Arbeiter- oder Bauernkinder waren.[a 7] Der auftretende Ärztemangel war einer der Gründe.

Eine anonyme Anzeige aus der Universitätsverwaltung, in der Hund mangelnder politischer Aktivität beschuldigt wurde, erreichte das Ministerium im September 1948.[n 8] Ministerin Torhorst bat den Rektor zu einem Gespräch ins Ministerium. Als Hund merkte, dass sie zwar den Auftrag hatte, ihn zu entlassen, aber keine richtigen Gründe, trat er von sich aus zurück.[a 8] Seine Amtszeit als Rektor dauerte somit von Februar bis Oktober 1948.

Ende Juli 1951, nachdem er von einer Gastvorlesung in Frankfurt/Main nach Jena zurückgekehrt war, verließ er die DDR und ging über Berlin mit seiner Familie in den Westen. Seinen Besitz musste er fast komplett zurücklassen, aber die russischen Behörden schickten ihm später seine Möbel und andere Dinge nach.

Wechsel nach Frankfurt am Main[Bearbeiten]

Die zwei wichtigsten Gründe für seinen Wechsel von Jena nach Frankfurt waren: die Zukunft seiner Kinder und die politischen Verhältnisse. Er hatte gehofft, dass eine Demokratie besser funktionieren würde.[a 9]

Hund wurde 1951 Professor in Frankfurt am Main als Nachfolger von Erwin Madelung. Dort fand er auch seinen früheren Mitarbeiter Bernhard Mrowka wieder vor, mit dem er 1935 wichtige Arbeiten zur Physik der Elektronen im Diamant geschrieben hatte.[n 9][a 10]

Drei große Physiker unter sich:
Friedrich Hund, Werner Heisenberg und Max Born anlässlich des siebzigsten Geburtstages Hunds im Februar 1966 in Göttingen

In Frankfurt schrieb er u.a. ein umfangreiches Buch „Materie als Feld“, mit dem er – so im Vorwort – „helfen wolle, den Gegensatz zwischen denkenden und experimentierenden Physikern aufzuheben“ (gemeint ist der Versuch, den Unterschied zwischen theoretischer und experimenteller Physik zu beheben).

Wieder in Göttingen (noch 40 Jahre)[Bearbeiten]

Nach einer Gastprofessur 1956 an der University of Maryland war er ab 1957 als Professor für Theoretische Physik wieder in Göttingen tätig, und zwar als Nachfolger von Richard Becker.

Friedrich Hund (rechts) diskutiert 1993 mit Carl Friedrich von Weizsäcker, der bei ihm in Leipzig promoviert hatte

1964 wurde Friedrich Hund emeritiert.[n 10] Er blieb aber auch danach wissenschaftlich und in der Lehre aktiv, nicht nur in Göttingen, wo er bis 1990 Vorlesungen hielt, sondern auch 1968 als Gastprofessor in Köln, 1969 in Heidelberg, 1970 in Frankfurt am Main und später in Wuppertal. Seine besondere Expertise galt dabei der Geschichte der modernen Physik, die er persönlich miterlebt und -gestaltet hat.

Die letzten Jahre seines Lebens war er blind, was ihn jedoch nicht davon abhielt, Vorträge zu halten und zu diskutieren.

Zu seinen Doktoranden gehören Harry Lehmann (Jena 1950), Hans Euler (mit Heisenberg), Carl Friedrich von Weizsäcker (in Leipzig) sowie – wieder in Göttingen - Jürgen Schnakenberg und Gert Eilenberger und in Frankfurt Heinz Bilz. Siegfried Flügge war in Leipzig sein Assistent und Edward Teller sein Hilfsassistent.[n 11]

Werk[Bearbeiten]

Hund veröffentlichte mehr als 250 Aufsätze und Schriften.[n 12]

Noch vor Entstehung der Quantenmechanik deutete Hund die komplizierten Spektren der Elemente von Scandium bis Nickel. Auf der Grundlage der Quantenmechanik trug er dann wesentlich zur Theorie der Molekülspektren und zur Aufklärung des Zusammenhangs von Termstruktur und Symmetrie quantenmechanischer Systeme bei.[n 13]

Er stellte 1925 die Hundsche Regel auf[n 14], die zunächst eine rein empirische Regel in der Atomphysik war, erst später begründet und zu drei Regeln erweitert wurde. 1926/27 entdeckte und beschrieb er den später so genannten Tunneleffekt (dessen Entdeckung meist George Gamow zugeschrieben wird) zuerst bei optisch isomeren Molekülen.[n 15]

In der Molekülphysik und -spektroskopie unterscheidet man nach Hund die so genannten Hundschen Kopplungsfälle (a) bis (e), je nach der Art und Weise, in der die verschiedenen quantenmechanischen Drehimpulse (Elektronenspin, Bahndrehimpuls, Rotation) zum Gesamtdrehimpuls koppeln (Vektoraddition). Bekannt ist in der Molekülphysik auch die Hund-Mulliken-Methode (heute meist Molekülorbital-Theorie genannt), die von der Heitler-London-Methode zu unterscheiden ist und auch in der theoretischen Chemie eine große Rolle spielt. Bei ihrer Formulierung arbeitete er mit Robert S. Mulliken zusammen, den er seit 1925 in Göttingen kannte und mit dem er 1927 in Göttingen, 1929 in Chicago und 1930 und 1933 in Leipzig zusammenarbeitete.[n 16]

Das Seminar Heisenberg mit Hund[a 11] erlangte Weltgeltung und zog Schüler aus vielen Ländern an. In Leipzig verbreiterte Hund sein Arbeitsfeld und wandte sich auch der Kernphysik zu. Unabhängig von Eugene Wigner untersuchte er 1937 als erster eine angenäherte SU (4)-Symmetrie in den Kernspektren (die sich bei Spin- und Isospininvarianz der Kernkräfte ergibt).[n 17] Er untersuchte 1936 auch das Verhalten von Materie unter sehr hohem Druck mit Anwendungen in der Astrophysik,[n 18] sowie systematische Probleme der theoretischen Festkörperphysik (Elektronenwellenfunktionen in Kristallgittern, insbesondere unter dem Einfluss von Magnetfeldern, vor allem im Diamantgitter).[n 9]

In seinen späteren Jahren befasste sich Hund vor allem mit der Geschichte der Physik, speziell der Quantentheorie, deren Wandel in den zwanziger Jahren er selbst mitgestaltet hatte. Er verfasste – außer der unten genannten spezielleren Literatur – eine verbreitete systematische Lehrbuchreihe der theoretischen Physik, die zum Teil in andere Sprachen übersetzt wurde. Er schrieb 1978: Es ist mir eine Freude, dass Herr Kollege K. Yamazaki sich der Mühe einer japanischen Übersetzung meiner Geschichte der Quantentheorie unterzogen hat.

Hund führte seit 1912 ein wissenschaftliches Tagebuch, das – neben den weiter unten genannten anderen Dokumenten – in der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen aufbewahrt wird.[n 19]

Familie[Bearbeiten]

Ingeborg Seynsche, 1930
Friedrich Hund mit Gattin Ingeborg und ihren fünf Kindern, Jena 1950

Friedrich Hund ehelichte am 17. März 1931 die Mathematikerin Ingeborg Seynsche.

Seine spätere Gattin promovierte 1930 an der Georg-August-Universität Göttingen zum Doktor der Philosophie[u 1] mit der Dissertation: Zur Theorie der fastperiodischen Zahlenfolgen[n 20] bei Richard Courant. Es war ein Thema der Mathematik auf Anregung von Harald Bohr und Alwin Walther.[n 21] Später befasste sie sich unter anderem mit den zweiseitigen Flächenornamenten.[a 12]

Die Familie hatte sechs Kinder: Gerhard (* 1932), Dietrich (1933–1939), Irmgard (* 1934), Martin (* 1937), Andreas (* 1940) und Erwin (* 1941).

Seine letzte Ruhestätte befindet sich in München, wo auch Gattin Ingeborg, seine Schwester Gertrud und Schwiegersohn Dieter Pfirsch begraben sind.

Ehrungen[Bearbeiten]

Hund war seit 1933 Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften, seit 1944 der Leopoldina, seit 1949 der Deutschen Akademie der Wissenschaften in der DDR (und von deren Nachfolgerin, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, deren Ehrenmitglied er seit 1994 war) und seit 1958 der Göttinger Akademie der Wissenschaften, deren Ehrenmitglied er seit 1991 war. Er war Ehrenmitglied der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Heisenberg, Dieter Pfirsch und andere: Den Professoren Friedrich Hund und M. Czerny zum 60. Geburtstag gewidmet. Springer-Verlag Berlin Göttingen Heidelberg 1956, Zeitschrift für Physik, Band 144
  • Max Born: Friedrich Hund 70 Jahre. Physikalische Blätter, Band 22, 1966, S. 79
  • Heinz Gerischer: F. Hund zum 75. Geburtstag – Die Bunsen-Gesellschaft gratuliert ihrem Ehrenmitglied. Berichte der Bunsen-Gesellschaft für physikalische Chemie 1971, früher Zeitschrift für Elektrochemie, Band 75/2
  • Joachim Poppei: Das Leben und Wirken Friedrich Hunds: unter besonderer Berücksichtigung der Zeit in Leipzig und Jena. Sektion Physik der Karl-Marx-Universität Leipzig, 1. Dezember 1983, 26 Seiten. Nachlass Friedrich Hund bei der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
  • J. Hajdu: Friedrich Hund zum 90.. Physikalische Blätter, Band 42, 1986, S. 1
  • Ein Gespräch zum 90. Geburtstag von Friedrich Hund. Bild der Wissenschaft, 2/1986, S. 63–66
  • Carl Friedrich von Weizsäcker: Friedrich Hund zum 95. Geburtstag. Physikalische Blätter, Band 47, 1991, S. 61
  • Banger; Canel; Czjzek; Eilenberger; Fischer; Froböse; Gerlach; Hajdu; Hofacker; Keiter; Labusch; Langbein; Schnackenberg; Teichler: Friedrich Hund zum 95. Geburtstag. Göttingen 1991, 269 S.
  • Michael Schaaf: Zum 100. Geburtstag von Prof. Dr. Friedrich Hund. CENSIS-REPORT-20-96, Hamburg, Februar 1996
  • Werner Kutzelnigg: Friedrich Hund und die Chemie. Angewandte Chemie, Band 108, 1996, S. 629–643
  • Hubert Laitko: Physikgeschichte von innen betrachtet – Friedrich Hund als Historiker seines Fachs. Nachrichten der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, 1996
  • Manfred Schroeder (Hrsg.): Hundert Jahre Friedrich Hund: Ein Rückblick auf das Wirken eines bedeutenden Physikers. Nachrichten der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, 1996 (Beiträge von G. Eilenberger, K. Hentschel, G. Herzberg, D. Langbein, H. Rechenberg, I. Supek, H. G. Walther, C. F. v. Weizsäcker).
  • Siegfried Flügge (Hrsg.): Friedrich Hund zum 70. Geburtstag. Springer Tracts in Modern Physics, 1966
  • J. Hajdu: Friedrich Hund: Weg und Werk. Zeitschrift für Physik D, Band 36, 1996, S. 191–195
  • Interview mit Klaus Hentschel, Renate Tobies. NTM (Internationale Zeitschrift für Geschichte und Ethik der Naturwissenschaften, Technik und Medizin), Band 4, 1996, S. 1–18
  • Interview vom 12. März 1994 mit M. Schaaf Nach Göttingen ging einer, der sich etwas zutraute, Phys. Blätter, Juni 1997
  • Bernhard Kockel Friedrich Hund 80 Jahre, Physikalische Blätter, Band 32, 1976, S. 78/79, Online
  • Helmut Rechenberg: Friedrich Hund 100 Jahre: Pionier und Lehrer der Physik, Zeitzeuge des Jahrhunderts. Philipp von Zabern, Mainz 1996, Akademie-Journal 1/96, S. 44–49
  • Peyerimhoff; Herzberg; Canel; Hajdu und andere: Herrn Professor Friedrich Hund zum 100. Geburtstag. Springer-Verlag 1996, Zeitschrift für Physik D, Band 36, Heft 3/4
  • Riffert; Müther; Herold; Ruder: Matter at High Densities in Astrophysics – Compact Stars and the Equation of State – In Honor of Friedrich Hund's 100th Birthday. Springer Tracts in Modern Physics 133, Berlin 1996, 274 S. ISBN 3-540-60605-X
  • Carl Friedrich von Weizsäcker, Edward Teller, Hendrik B. G. Casimir, Aage Bohr, Ulrich Schröder, Eleonore Trefftz: Friedrich Hund zum 100. Geburtstag – Grüße und Glückwünsche aus aller Welt. VCH Weinheim 1996, Physikalische Blätter 52, Heft 2, S. 114–115
  • Helmut Reeh: Nachruf in Spektrum (Informationsorgan der Universität Göttingen), 1997, Heft 2
  • Helmut Rechenberg, Gerald Wiemers: Friedrich Hund (1896–1997). Sächsische Lebensbilder, 2004
  • Smrdu, Andrej: Hundovo pravilo – Die Hundsche Regel. Kemija, Snov in Spremembe 1, S. 75–78, Ljubljana 2006, ISBN 961-6433-66-0
  • Helmut G. Walther: Die ersten Nachkriegsrektoren Friedrich Zucker und Friedrich Hund. Sonderdruck aus Hochschule im Sozialismus. Studien zur Geschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena (1945–1990), Band 2, S. 1911–1928. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2007.
  • Ronald Beyer, Constanze Mann: Die Ehrenbürger der Stadt Jena. Band 17 der Reihe Dokumentationen der Städtischen Museen Jena, 2007, ISBN 978-3-930128-84-6.
  • Kurzbiografie zu: Hund, Friedrich. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 1, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.

Nachlass[Bearbeiten]

Beurlaubung von Friedrich Hund, vom zuständigen Staatssekretär der DDR genehmigt für das Sommersemester 1951

Eine umfangreiche Sammlung von Dokumenten aus dem Nachlass von Friedrich Hund befindet sich in der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, darunter auch der Briefwechsel mit den Ministerien der DDR, während der Jenaer Zeit und einige Jahre danach, insbesondere die Beurlaubung des Herrn Professor Dr. Friedrich Hund für die Zeit vom 1.4.-31.7.1951, erteilt vom Staatssekretär für Hochschulwesen der DDR, Prof. Dr. Harig, 8. März 1951.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. veröffentlicht in Zeitschrift für Physik, Band 13, 1923, S. 241
  2. Beschwerde über den Präsidenten der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt Herrn Prof. Dr. Johannes Stark. geschrieben von Friedrich Hund am 20. Juli 1937
  3. Cassidy Uncertainty, S. 382
  4. Hund im Interview mit Schaaf
  5. Siehe hierzu seine handschriftlichen Aufzeichnungen (im Kapitel Protokoll zum Abzug der Amerikaner aus Leipzig 1945), die bisher nicht veröffentlicht wurden.
  6. Interview mit Schaaf
  7. Auch innerhalb der sowjetischen Verwaltung kam es darüber zu Streit. Andrei Nikitin in Manfred Heinemann (Hrsg.): Hochschuloffiziere und Wiederaufbau des Hochschulwesens in Deutschland 1945–1949. Die Sowjetische Besatzungszone, Akademie Verlag 2000, S. 4
  8. Helmut G. Walther: Die ersten Nachkriegsrektoren Friedrich Zucker und Friedrich Hund. Sonderdruck aus Hochschule im Sozialismus. Studien zur Geschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena (1945–1990), Band 2, S. 1921. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2007.
  9. a b Z. B.: F. Hund, B. Mrowka: Über die Zustände der Elektronen in einem Kristallgitter, insbesondere beim Diamant, Physikalische Zeitschrift 30 (1935) 888–891
  10. Lebenslauf Friedrich Hund
  11. Interview von Hund mit Schaaf
  12. Schriften Friedrich Hund
  13. Brockhaus Enzyklopädie. F. A. Brockhaus Wiesbaden 1975, Band 22, S. 666, ISBN 3-7653-0028-4
  14. Hund Zur Deutung verwickelter Spektren, insbesondere der Elemente Scandium bis Nickel,Zeitschrift für Physik, Band 33, 1925, S. 345–371
  15. Hund: Zur Deutung der Molekelspektren III, Zeitschrift für Physik, Band 43, 1927, S. 805–826. Hund verwendete für Moleküle meist die Bezeichnung Molekel. Zu Hunds Entdeckung des Tunneleffekts: Rechenberg, Mehra: The historical development of quantum theory, Band 6, Teil 1, S. 535
  16. Mulliken Molecular Scientists and Molecular Science- some reminiscences, Journal of Chemical Physics, Bd. 43, 1965, S2-S11
  17. Hund Symmetrieeigenschaften der Kräfte in Atomkernen und Folgen für deren Zustände, insbesondere der Kerne bis zu sechzehn Teilchen, Zeitschrift für Physik, Bd. 105, 1937, S. 202. Siehe auch Pais Inward Bound, Oxford University Press 1986, S. 425
  18. Hund Materie unter sehr hohen Drucken und Temperaturen, Ergebnisse der exakten Naturwissenschaften, Band 15, 1936, S. 189–228
  19. Nachlass Hund, Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, pdf Datei
  20. Seynsche, I. Zur Theorie der fastperiodischen Zahlfolgen. Disputats. Rend. Circ. Mat. Palermo 55, 1931, 27 S.
  21. Biographie von Ingeborg Seynsche auf Seiten der DMV
  22. Ehrungen und Diplome Friedrich Hund
  23. Mitglied der Académie internationale de science moléculaire quantique

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Toronto, Massachusetts Institute of Technology, General Electric bei Irving Langmuir. Nach Helmut Rechenberg, Jagdish Mehra: The historical development of Quantum Theory, Band 6, Teil 1, S. 559. In Harvard hielt er Vorlesungen auf Einladung von Edwin Kemble und Theodore Lyman
  2. Nach Hajdu: Friedrich Hund, Zeitschrift für Physik D, Band 36, 1996, S. 191, geschah die Berufung auf Betreiben von Heisenberg
  3. , obwohl die Beziehungen zu Heisenberg nicht ohne Spannungen waren. Hund war mit seiner Rolle als zweiter Mann hinter Heisenberg nicht zufrieden, was sich unter anderem darin ausdrückte, dass Heisenberg ihn 1929 von seiner Reise in die USA zurückbeorderte, um sich von Hund bei Beginn des Semesters vertreten zu lassen, während er selbst seine Weltreise fortsetzte. Cassidy: Uncertainty – The Life and Science of Werner Heisenberg, Freeman 1992, S. 271, wobei sich Cassidy auf ein Interview mit Hund 1981 bezieht
  4. Auch weil er nicht der Einladung der US-Amerikaner in den Westen gefolgt war
  5. Vergeben an Friedrich Hund vor Gründung der DDR (Kinder von Nationalpreisträgern durften ein Studium beginnen)
  6. Einige dieser Studienbewerber leben noch und dienen als Zeitzeugen.
  7. Dies traf zum Beispiel für Abiturienten 1950 des altsprachlichen Zweiges zu, von denen viele noch ihr 60-jähriges Abitur feiern konnten.
  8. In diesem Gespräch bei der Ministerin sagte er: „Wäre es für Sie hilfreich, wenn ich zurücktrete?“ Worauf sie sichtlich aufatmete. So erzählte er es seinen Kindern.
  9. Er hatte sich zwar entschieden, in den Westen zu gehen, war aber doch etwas traurig, denn er sagte am letzten Abend in Jena zu seiner Tochter: „So schön werden wir es nie wieder haben“.
  10. Auch in der Nachfolge Sommerfelds war er im Gespräch, Sommerfeld selbst schlug ihn 1946 neben Heisenberg und von Weizsäcker als Kandidat für seine Nachfolge vor.
  11. Heisenberg mit Hund. Friedrich Hund in der Vorlesung. Leipzig 1937. So wurden die Kurse auch offiziell angekündigt, was nicht nur bei Studenten, sondern auch bei Physikern wie Walther Gerlach Anlass zu Scherzen war (Hund, Interview mit Schaaf).
  12. Johann Jakob Burckhardt Symmetrie der Kristalle, 1988, S. 150, zitiert ein ihm von Ingeborg Hund zugesandtes Manuskript von 1963 mit einer nach Burckhardt besonders reizvollen Darstellung dieser Ornamentgruppen

Urkunden[Bearbeiten]

Die sechs Seiten des Manuskripts
Seite 1 des Manuskripts
Seite 2 des Manuskripts
Seite 3 des Manuskripts
Seite 4 des Manuskripts
Seite 5 des Manuskripts
Seite 6 des Manuskripts

Manuskript zum Abzug der Amerikaner aus Leipzig 1945[Bearbeiten]

Die nebenstehenden Bilder zeigen die sechs Seiten eines Manuskripts, das Friedrich Hund in der Zeit vom 25. Juni bis 3. Juli 1945 erstellte, als die Amerikaner Leipzig verließen und viele Professoren in Lastwagen abtransportierten. Das Original des Protokolls ist im Besitz seines ältesten Sohnes.

Auf Seite 2 schreibt Hund: „Wir unterhielten uns auf dem Weg zur Straßenbahn über den Zwang, die Verschickung in die Sklaverei, als was wir die Sache ansehen mussten“ und auf Seite 4: „Es ist für die Universität unwürdig, wenn ihre Professoren wie Maschinenteile ausgewechselt würden.“

Weitere Urkunden (Auswahl)[Bearbeiten]

  1. Urkunde zur Promotion von Ingeborg Seynsche, ausgestellt von der Georg-August-Universität Göttingen anlässlich der fünfzigsten Wiederkehr des Tages der Verleihung der Würde eines Doktors der Philosophie (28. Februar 1930 in Göttingen).
  2. Urkunde zur Verleihung der Gerlach Adolph von Münchhausen-Medaille an Friedrich Hund als Ehrung seiner wissenschaftlichen Lebensleistung, ausgestellt von der Georg-August-Universität Göttingen anlässlich ihres 250jährigen Bestehens (Göttingen, den 26. Mai 1987).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friedrich Hund, Medaillen und Bilder aus seinem Nachlass – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien