Friedrich I. (Dänemark und Norwegen)

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Friedrich I. von Dänemark und Norwegen, um 1520
König Friedrich I. von Dänemark und Norwegen
Grabmal Friedrichs I. im St. Petri-Dom zu Schleswig
Kenotaph für Anna von Brandenburg und Friedrich I. von Dänemark und Norwegen in der Klosterkirche Bordesholm in Bordesholm

Friedrich I., dänisch und norwegisch Frederik I, (* 7. Oktober 1471 in Hadersleben; † 10. April 1533 in Gottorf) war von 1490 bis 1533 Herzog von Schleswig und Holstein, von 1523 bis 1533 König von Dänemark und von 1524 bis 1533 auch König von Norwegen.

Leben[Bearbeiten]

Friedrich war der vierte Sohn Königs Christian I. von Dänemark, Norwegen und Schweden und dessen Gemahlin Dorothea von Brandenburg, jüngste Tochter des Markgrafen Johann von Brandenburg.

Bereits als Kind wurde Friedrich Kanonikus zu Köln. Nach dem Tode seines Vaters im Jahre 1481 kehrte er nach Dänemark zurück, um sein Erbe anzutreten; unter der Vormundschaft seines 16 Jahre älteren Bruders König Johann I. verwaltete er die Herzogtümer Schleswig und Holstein.

1490 wurden die Herzogtümer Schleswig und Holstein unter den Brüdern geteilt: Friedrich erhielt das Herzogtum Schleswig mit Schloss Gottorf als Residenz.

In den Auseinandersetzungen um Dithmarschen unterlagen König Johann und Friedrich am 17. Februar 1500 in der Schlacht bei Hemmingstedt den Dithmarscher Bauern.

Nach der Absetzung und Vertreibung seines Neffen Christian II., der nach Johanns Tod im Jahre 1513 dessen Nachfolge als König angetreten hatte, wurde Friedrich 1523 von den dänischen Ständen zum König gewählt; gegen diese Wahl leisteten Christian und seine Gefolgsleute um Søren Norby noch einige Zeit Widerstand. Auch in Schleswig und Holstein wurde Friedrich als Herzog anerkannt, übergab jedoch im gleichen Jahr einen Teil des nördlichen Herzogtums mit Hadersleben an seinen Sohn Christian III.

1524 wurde Friedrich auch König von Norwegen. 1526 verständigte er sich mit den Hansestädten Hamburg und Lübeck darauf, den Bau des Alster-Beste-Kanals weiterzuführen und gemeinsam zu finanzieren. 1527 sicherte er den Anhängern der Reformation auf dem Reichstag zu Odense deren Duldung zu.

Friedrich starb am 10. April 1533 und wurde im St. Petri-Dom zu Schleswig bestattet. In der Klosterkirche Bordesholm in Bordesholm befindet sich ein Kenotaph für ihn und seine dort auch beigesetzte erste Ehefrau Anna. Im nördlichen Chorschiff des Schleswiger Domes befindet sich ebenfalls ein Kenotaph Friedrichs I. Das Grabmal wurde 1552 vom flämischen Bildhauer Cornelis Floris geschaffen. Der wirkliche Ruheort Friedrichs I. im Schleswiger Dom ist nicht mehr bekannt. Friedrich I. ist der einzige dänische König, der außerhalb des heutigen Dänemarks bestattet ist.

Abstammung[Bearbeiten]

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Christian V. (Oldenburg) (~1342–~1399)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Dietrich von Oldenburg (1390–1440)
Graf von Oldenburg und Delmenhorst
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Agnes von Hohnstein-Heringen (1360–1404)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Christian I. (Dänemark, Norwegen und Schweden) (1426–1481)
König von Dänemark, Norwegen und Schweden
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gerhard VI. (Holstein-Rendsburg) (1367–1404)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Heilwig von Holstein (1400–1436)
Gräfin von Oldenburg
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Elisabeth von Braunschweig (Holstein-Rendsburg)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich I. (Dänemark und Norwegen) (1471–1533)
König von Dänemark und Norwegen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich I. von Brandenburg (1371–1440)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johann (Brandenburg-Kulmbach) (1406−1464)
Markgraf von Brandenburg-Kulmbach
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Elisabeth von Bayern (1383–1442)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Dorothea von Brandenburg-Kulmbach (1430–1495)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Rudolf III. (Sachsen-Wittenberg)
Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Barbara von Sachsen-Wittenberg (1405−1465)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Barbara von Schlesien-Liegnitz (–1435)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Ehen und Nachkommen[Bearbeiten]

Friedrich heiratete am 10. April 1502 Anna von Brandenburg; aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor:

∞ 1525 Prinzessin Dorothea von Sachsen-Lauenburg-Ratzeburg (1511–1571)
∞ 1526 Albrecht von Brandenburg-Ansbach (1490–1568), Herzog von Preußen

In zweiter Ehe vermählte er sich am 9. Oktober 1518 mit Sophia von Pommern (1498–1568), mit der er sechs Kinder hatte:

Zudem war er Vater der unehelichen Töchter Katharina und Geseke (Margarethe), der Mutter von Johann Knutzen.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friedrich I. (Dänemark und Norwegen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Vorgänger Amt Nachfolger
Christian II. König von Dänemark
1523–1533
Christian III.
Christian II. König von Norwegen
1524–1533
Christian III.