Friedrich III. (Dänemark und Norwegen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
König Friedrich III. von Dänemark und Norwegen

Friedrich III., auch: Frederik III. (* 18. März 1609 in Haderslev; † 9. Februar 1670 in Kopenhagen) war König von Dänemark und Norwegen von 1648 bis 1670.

Friedrich III. begründete den Absolutismus in Dänemark und Norwegen, der in Norwegen über fast 150 und in Dänemark über 200 Jahre Bestand hatte.

Leben[Bearbeiten]

Friedrich III. war der dritte Sohn von Christian IV. von Dänemark und dessen erster Gemahlin Anna Katharina von Brandenburg. Der evangelische Friedrich erwarb während des Dreißigjährigen Krieges folgende Titel:

Diese Titel, die mit dem Besitz der jeweiligen Hochstifte verbunden waren, verlor er 1648 wieder, als Bremen und Verden in den Besitz der Krone Schweden übergingen. Die Schweden hatten dieses Recht im Westfälischen Frieden erworben.

Bereits zu seiner Bremer Zeit war Christoffer von Gabel Friedrichs enger Vertrauter, der seine Finanzen abwickelte. Daran sollte sich für den Rest seines Lebens nichts ändern. Er machte Gabel später zum mächtigsten Mann am Hofe.

Nach dem Tod seines älteren Bruders, des Kronprinzen Christian (1647), und seines Vaters am 28. Februar 1648 wurde Friedrich zum König ernannt. Am 8. Mai unterschrieb er eine vorläufige Wahlkapitulation, bei seiner Huldigung unterschrieb er die endgültige Fassung.[1] Im gleichen Jahr gründete er die Dänische Königliche Bibliothek, die heutige Nationalbibliothek des Landes.

Krieg gegen Schweden[Bearbeiten]

Friedrich III. von Dänemark und Norwegen

1657 erklärte er Schweden den Krieg. Die Gelegenheit dazu schien günstig, da er den schwedischen König Karl X. Gustav durch den Krieg in Polen beschäftigt glaubte. Dieser marschierte aber in Dänemark ein und bedrohte Kopenhagen. Daher willigte Friedrich am 28. Februar 1658 in den Frieden von Roskilde ein, wodurch er Schonen, Halland, Blekinge, Bohusland, die Inseln Bornholm und Hven und das Stift Drontheim an Schweden abtreten und die Souveränität des Herzogs von Schleswig-Holstein-Gottorf anerkennen musste.

Im August 1658 griffen die Schweden erneut Kopenhagen an. Friedrich berief mit Hans von Schack einen erfahrenen Soldaten und Festungskommandanten zum Oberkommandierenden und konnte im Verbund mit einer holländischen Hilfsflotte unter Opdam sowie mit Hilfe des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg den Angriff abwehren (bei Nyborg am 14. November 1659) und so die Souveränität Dänemarks retten. Nach dem Tod des schwedischen Königs wurde im Frieden von Kopenhagen am 5. Juni 1660 im Wesentlichen die Vereinbarung aus dem Roskilde-Vertrag bestätigt, allerdings fielen Trondheim und Bornholm an Dänemark zurück, und die Insel Ven ging in schwedischen Besitz über.[2]

„Vertragsmäßiger Staatsstreich“[Bearbeiten]

Friedrich berief hierauf einen Reichstag ein, um mit ihm über die Konsolidierung der Finanzen, der Armee, der Marine und des Handels zu beraten. Die Geistlichkeit und der Bürgerstand betrachteten als Mittel dazu die Demütigung des Adels und die Erhöhung der königlichen Macht, weshalb Dänemark für ein Erbreich in männlicher und weiblicher Linie und der König für völlig souverän erklärt wurde (13. Oktober 1660). Am 18. Oktober 1660 legten die Stände nach der Erbhuldigung einen erneuten Eid gegenüber dem nun absolutistischen Herrscher ab.[3] Am 10. Januar 1661 wurde ihm die entsprechende Akte überreicht, und am 14. November 1665 unterzeichnete er das „Königsgesetz“ (dänisch Kongelov, die „lex regia“), nach welchem in Dänemark und Norwegen eine völlig unumschränkte Monarchie hergestellt und der Reichsrat wie der Reichstag abgeschafft wurden; doch wagte man diese Neuerungen erst bei der Krönung des Nachfolgers 1709 vollständig bekannt zu machen.

Heirat und Nachkommen[Bearbeiten]

1643 heiratete er Sophie Amalie von Braunschweig-Calenberg (1628–1685), die ihm die folgenden acht Kinder gebar:

Zudem war er Vater des unehelichen Sohnes Ulrich Friedrich, Graf von Güldenlöw-Laurvig (1638–1704).

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friedrich III. (Dänemark und Norwegen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fabricius S. 95.
  2. Vertragstext - Frieden von Kopenhagen (schwedisch), Institut for Kultur og Samfund, Aarhus Universitet, Dänemark, abgerufen am 9. Juni 2013
  3. Walter Baumgartner (Herausgeber): Ostsee-Barock, Seite 154. ISBN 3-8258-9987-X, abgefragt am 17. Oktober 2011
Vorgänger Amt Nachfolger
Philipp Sigismund von Braunschweig-Wolfenbüttel Bischof von Verden
1623–1629
Franz Wilhelm von Wartenberg
Johann Friedrich von Schleswig-Holstein-Gottorf Bischof von Verden
1634–1644
säkularisiert
Johann Friedrich von Schleswig-Holstein-Gottorf Erzbischof von Hamburg-Bremen
1634–1648
säkularisiert
Christian IV. König von Dänemark
1648–1670
Christian V.
Christian IV. König von Norwegen
1648–1670
Christian V.