Friedrich Kayssler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Friedrich Martin Adalbert Kayssler (auch: Kayßler) (* 7. April 1874 in Neurode; † 24. April 1945 in Kleinmachnow bei Berlin) war ein deutscher Schauspieler sowie Schriftsteller und Komponist.

Friedrich Kayssler (1898)

Inhaltsverzeichnis

Leben [Bearbeiten]

Friedrich Kayssler besuchte in Breslau das Maria-Magdalenen-Gymnasium, studierte Philosophie in Breslau und München und begann seine Bühnenlaufbahn in Berlin bei Otto Brahm. Von dort ging er als Erster Liebhaber nach Görlitz, wo er seine erste Frau Luise, Mitglied des dortigen Theaters, kennenlernte und heiratete, war kurze Zeit in Halle und kam dann dauernd nach Berlin zurück.

Auf dem Breslauer „Magdalenäum“ lernte Kayssler im Sommer 1889 Christian Morgenstern kennen, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband, ebenso wie mit Fritz Beblo, mit dem zusammen er 1893 das Abitur machte. Morgenstern wurde der Patenonkel seines Sohnes Christian.

Er befreundete sich noch unter Otto Brahm mit Max Reinhardt, mit dem er gemeinsam die Schall und Rauch - Abende veranstaltete. Als Reinhardt 1905 das Deutsche Theater als Nachfolger Otto Brahms übernahm, wurde Kayssler Mitglied dieser Bühne, der von 1905 an auch Helene Fehdmer, seine zweite Gattin, angehörte; er hatte sie 1904 als Lola Montez in Josef Ruederers Morgenröte im Neuen Theater kennengelernt. Von 1918 bis 1923 war Kayssler Direktor der Freien Volksbühne. Er gastierte zusammen mit Helene Fehdmer viel im In- und Ausland und übernahm zahlreiche Filmrollen.

Nebenbei betätigte er sich auch als Schriftsteller. Er verfasste vorwiegend impressionistische Märchendramen und Lustspiele, trat aber auch mit Gedichten, Essays und Aphorismen an die Öffentlichkeit. Nach dem Tode von Helene Fehdmer-Kayssler widmete er ihr das Buch Helene Fehdmer zum Gedächtnis (1942 im Verlag Rütten & Loening), in welchem er versuchte, unter Wiedergabe von Dialogen der meist von ihnen gemeinsam gespielten Rollen einen Umriss zu geben „des inneren Bildes ihrer Darstellungen und Gestalten“. 57 Bildtafeln sind dem Buch beigegeben, darunter Aufnahmen ihrer bildhauerischen Werke.

Friedrich Kayssler war einer von nur vier Theaterschauspielern, die auf der Gottbegnadeten-Liste als "unersetzliche Künstler" aufgeführt wurden.

Am 10. März 1944 starb sein Sohn Christian Kayssler, der ebenso ein erfolgreicher Schauspieler war, im Alter von 46 Jahren bei einem alliierten Bombenangriff. Friedrich Kayssler wurde bei Kriegsende vor seinem Haus in Kleinmachnow von sowjetischen Soldaten getötet, als er sich schützend vor seine Frau stellte.[1]

Filmografie [Bearbeiten]

Stummfilme [Bearbeiten]

Tonfilme [Bearbeiten]

Werke [Bearbeiten]

Texte
  • 1905: Simplicius
  • 1909: Sagen aus Mijnhejm
  • 1910–1914: Schauspielernotizen
  • 1917: Jan der Wunderbare
  • 1917: Zwischen Tal und Berg der Welle
  • 1924: Stunden in Jahren
Kompositionen
  • Lieder nach Gedichten von Christian Morgenstern: Das Hemmed; Das Nasobēm; Der Leu; Der Nachtschelm und das Siebenschwein; Der Schaukelstuhl auf der verlassenen Terrasse; Die Mittagszeitung; Gleichnis; Himmel und Erde; Klabautermann; Korf erfindet eine Art von Witzen; Traum einer Magd

Literatur [Bearbeiten]

  • Julius Bab: Der Schauspieler Friedrich Kayßler. Rieß, 1920.
  • Herbert Ihering: Von Josef Kainz bis Paula Wessely. Schauspieler von gestern und heute. Hüthig, 1942.
  • O. Eitner: Friedrich Kayssler (zum 60. Todestag). In: Breslauer Kreisblatt. Nr. 6, 2005, S. 24.

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Porträt des Schauspielers Friedrich Kayssler auf cyranos.ch (abgerufen am 23. Juli 2012).