Friedrich Liechtenstein

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Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles[1]
Supergeil (mit Der Tourist)
  DE 50 07.03.2014 (8 Wo.)
  AT 66 04.07.2014 (1 Wo.)

Friedrich Liechtenstein (* 1956 in Stalinstadt, heute Eisenhüttenstadt; eigentlich Hans-Holger Friedrich) ist ein deutscher Musiker, Schauspieler und Unterhaltungskünstler.[2]

Leben[Bearbeiten]

Hans-Holger Friedrich begann als Puppenspieler, Theaterregisseur und Schauspieler. Er studierte von 1980 bis 1984 an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. 1986 versuchte die Staatssicherheit, Friedrich als IM anzuwerben, er weigerte sich und verpflichtete sich nicht als IM. [3] [4] In den 90er Jahren machte er mit verschiedenen Theaterinszenierungen in den Berliner Sophiensaelen, der Volksbühne und dem Kammertheater Neubrandenburg auf sich aufmerksam, darunter Regiearbeiten wie »Tanztee für den Frieden« mit Sophie Rois, der »Bietikow Salon« und der im Haus der Berliner Festspiele errichtete »Carmen Miranda Revue Pavillon« [5] Große Resonanz erfuhr auch sein Mittagsschlafsaal.[6]

Im Jahr 2003 begann er unter dem Künstlernamen Friedrich Liechtenstein mit den Elektronik-Produzenten Arnold Kasar und Nicholas Bussmann eine Karriere als Elektro-Pop-Musiker und Entertainer. Darüber hinaus initiierte Liechtenstein Kunstprojekte wie die Sparkling Love Towers World Tour (Fernsehturm Berlin), Pop-Varietés oder Hörbücher wie Der kleine Mann im Bauch. Liechtenstein tourte mit seiner Liveshow durch Clubs von Berlin, Bremen, Hamburg, Dresden, München, Wien bis Bordeaux, Paris und Lille in Frankreich.

Außerdem war er einer von drei Intendanten des ehemaligen Berliner Hansa-Theaters, später Engelbrot und Spiele.

Zu seinen weiteren Aktivitäten zählen popup Installationen in der Berliner Pan Am Lounge sowie Radiomoderation im Bremer Radioprojekt schwankungen.de.[7] Im Jahr 2008 war Friedrich Liechtenstein „Reiseleiter“ in der 3sat-Dokumentarreihe 1-2-3 Istanbul.[8] Die Berlinale 2012 begleitete er als Conférencier in den Sophiensælen mit der Show dark & cosy.

2013 trat Liechtenstein als Darsteller und Interpret im Musikvideo Supergeil von Der Tourist auf. Im Februar 2014 startete der Einzelhandelsverbund Edeka eine virale Marketingkampagne mit einer eigenen Version des Supergeil-Videos sowie einzelnen Clips, in denen Liechtenstein der Hauptdarsteller ist.[9] [10] Die Aktion fand im Internet rasche Verbreitung und verschaffte Liechtenstein internationale Bekanntheit.[11] [12]

Im März 2014 veröffentlichte Liechtenstein die zehnminütige Single Belgique, Belgique, in welcher er seine eigene Lebensgeschichte musikalisch verarbeitet.[13] Im Sommer 2014 erschien das zugehörige Album Bad Gastein, ein Konzeptalbum über den gleichnamigen Kurort in den österreichischen Alpen, das er gemeinsam mit dem Künstler- und Produzentenduo HEAVYLISTENING schrieb.[14] Das Album wurde von der Presse durchweg sehr positiv aufgenommen.[15][16][17]

Obwohl Liechtenstein von sich selbst ausdrücklich sagt, er sei "kein Schriftsteller", sondern „Performer“, hat er beim Blumenbar Verlag 2014 ein Buch herausgebracht. Es enthält vor allem Bilder, zu denen er kurze humoristische Sentenzen "Helfern ins Diktiergerät gesprochen" hat.[18] Als seine Stil-Vorbilder nennt er Julian Schnabel und Wes Anderson.[19]

Liechtenstein lebt nach eigener Auskunft seit einiger Zeit im architektonisch ausgefallenen Berliner L40-Wohn- und Geschäftshaus des Architekten Roger Bundschuh am Rosa-Luxemburg-Platz, Ecke Linienstraße.[20] Sein Sohn ist der Schriftsteller Franz Friedrich.

Werke[Bearbeiten]

Bühne[Bearbeiten]

  • Liveradio-Show „something for the dogs“, Engelbrot, Berlin, 2007.
  • Sister City Loveslam, Engelbrot, Berlin, 2007.
  • Die Zehn mit Herbert Fritsch und Sabrina Zwach, Engelbrot, Berlin, 2007.
  • Die Großen Raucher, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, 2008.
  • Teach me tonight, Radialsystem V. (Sasha Waltz and Guests), 2008.
  • The Himmelfahrt Radioshow von Jan Dvorak und Thomas Fiedler, Hebbel am Ufer, Berlin, 2009.
  • Così fan tutte von Christoph Hagel, E-Werk, Berlin, 2009.
  • Der Kleine Doomsday (monatliche Reihe in der Tanzbar Tausend, Berlin, seit 2009).
  • The Dolphin Man, Prater der Volksbühne, Berlin, 2009.
  • Deichkind in Müll, Kampnagel, Hamburg, 2010.
  • Shanties & Tattoos von Claudia Kühn, Sebastian Undisz, Oliver Spatz und Ewelina Wanke, Seefahrerkirche Wieck, Greifswald, 2011
  • Icke – Die Oper, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, 2011.
  • Utopia, von Kommando Himmelfahrt, Kampnagel, Hamburg, 2013.

Film/Fernsehen[Bearbeiten]

  • 2000 Darsteller in Tolle Lage, Spielfilm von Sören Voigt
  • 2003 Darsteller in Lichter, Spielfilm von Hans-Christian Schmid
  • 2006 Darsteller in Wunderlich privat
  • 2008 Darsteller in Von Fall zu Fall
  • 2009 Moderation für 1-2-3 Istanbul, 3sat
  • 2010 Darsteller in Elf Onkel, Spielfilm von Herbert Fritsch
  • 2012 Darsteller im Kurzfilm Schwarzatmen
  • 2012 Darsteller im Musikvideo zur EP Kackvogel von Solomun
  • 2013 Darsteller und Featuregast im Musikvideo Supergeil von Der Tourist
  • 2013 Präsident von Utopia im Film Utopia von Kommando Himmelfahrt und niedervolthoudini
  • 2014 Darsteller im Werbespot EDEKA Supergeil

Diskografie[Bearbeiten]

Alben

Singles / EPs

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Chartquellen: Deutschland - Österreich
  2. Friedrich Liechtenstein „Ich hoffe, Berlin bleibt so lässig“, Berliner Zeitung, 11. August 2014
  3. BamS-Vorwürfe gegen Liechtenstein, Berliner Zeitung, 2. September 2014
  4. Der supergeile Werbestar und die Stasi, Die Welt, 30. August 2014
  5. Tagesspiegel Carmen Miranda Revue Pavillion,Der Tagesspiegel, 7. Juli 2001
  6. "Vertreibung ins Paradies, Theaterschlaf",Der Freitag, 7. Juli 2000
  7. Moderatorenseite auf www.kulturformate.de
  8. 1-2-3 Istanbul: Eine Balkan-Bus-Tour. Seite auf www.3sat.de
  9. Süddeutsche Zeitung, Unterhaltungskünstler Friedrich Liechtenstein Großmeister der Ironie
  10. EDEKA: Supergeil-Video mit Friedrich Liechtenstein erobert das Netz: Was ist nur in Edeka gefahren? Rheinische Post, 21. Februar 2014, abgerufen am 22. Februar 2014.
  11. New York Times Friedrich Liechtenstein
  12. Edeka Video: In den USA genießt Friedrich Liechtenstein Kultstatus. dpa-Artikel auf tagesspiegel.de, 27. Februar 2014, abgerufen am 28. Februar 2014
  13. Belgique, Belgique Musikvideo auf YouTube
  14. Künstlerseite auf Heavylistening Records
  15. Das Meisterwerk des Friedrich Liechtenstein, Die Welt vom 29. Juli 2014
  16. Ist wirklich Troll geworden, Der Freitag vom 24. Juli 2014
  17. Großmeister der Ironie, Süddeutsche Zeitung vom 25. Juli 2014
  18. Friedrich Liechtensteins Buchparty, Süddeutsche Zeitung vom 15. Oktober 2014, abgerufen 17. Oktober 2014
  19. Stil-Fragebogen: Friedrich Liechtenstein, FAZ vom 17. Oktober 2014, abgerufen 17. Oktober 2014
  20. Giovanni di Lorenzo: Friedrich Liechtenstein – Entertainer. Interview in der Talk-Show 3 nach 9 auf Radio Bremen TV vom 7. März 2014; abgerufen am 1. Juni 2014.
    Frédéric Schwilden: Friedrich Liechtenstein: Sehr geiler Typ übrigens. Die Zeit, 27. Februar 2014. Abgerufen am 1. Juni 2014.