Friedrich Nicolaus Bruhns

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Stammtafel der Musikerfamilie Bruhns

Friedrich Nicolaus Bruhns, auch Nikolaus und die hochdeutsche Form des Nachnamens Brauns, (* 11. Februar 1637 im Lollfuß vor Schleswig; † 13. März 1718 in Hamburg) war ein Komponist des Barock.

Friedrich Nicolaus entstammte einer schleswig-holsteinischen Musikerfamilie, aus der auch sein Neffe Nicolaus Bruhns hervorging. 1682 wurde er als Nachfolger von Nicolaus Adam Strungk Direktor der Hamburger Ratsmusik; ab 1687 war er als Canonicus minor Kantor am Dom.

Von Friedrich Nicolaus Bruhns sind eine Markuspassion und eine Johannespassion (1702 und 1706) überliefert, die früher Reinhard Keiser zugeschrieben wurden. Weiterhin sind elf Solokantaten mit Continuo und Begleitung zweier Violinen aus den Jahren 1706 bis 1712 sowie 1715 bis 1718 erhalten.

1726 übernahm Johann Sebastian Bach die Markuspassion (1702) für die Aufführung in der Leipziger Thomaskirche am Karfreitag und ergänzte sie um Choräle, um sie für die Leipziger Praxis anzupassen.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Daniel L. Melamed und Reginald S. Sanders: Zum Text und Kontext der „Keiser“-Markuspassion, in: Bach-Jahrbuch 1999, S. 35–50.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolff: Johann Sebastian Bach. 2000, S. 295f.