Friedrich Schumann (Serienmörder)

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Friedrich Schumann (* 1. Februar 1893 in Spandau; † 27. August 1921 im Strafgefängnis Plötzensee) war ein Serienmörder, der mindestens sechs Morde begangen und elf Mordversuche unternommen hat. Er wurde als „Massenmörder vom Falkenhagener See“ bekannt.[1]

Überblick[Bearbeiten]

Über einen Zeitraum von zwei Jahren beging der aus Spandau stammende verheiratete Schlosser und Träger des Eisernen Kreuzes Friedrich Schumann im Falkenhagener Forst mehrere Vergewaltigungen, Mordversuche und Morde.

Der Vater des am 1. Februar 1893 in Spandau geborenen Schumann war wegen vieler Verbrechen, wie Notzucht, Diebstahl und Betrug, vorbestraft und, ebenso wie der Großvater, Alkoholiker.

„Der bekannte und gefürchtete Massenmörder Schumann in der Falkenhagener Gegend soll von einem trunksüchtigen und minderwertigen, auch geistig minderwertigen Vater abstammen.“

Hilfsschule: Monatsschrift für die gesamten Interessen des Hilfsschulwesens (1929)

Der Prozess gegen Schumann fand vom 5. bis 13. Juli 1920 vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts III in Berlin-Moabit unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Georg Pioletti statt. Die Berliner Zeitungen bezeichneten Schumann als noch „kaum jemals in der Strafrechtsgeschichte dagewesenen Fall“. In dem Prozess wurde nur ein Teil von Schumanns Verbrechen verhandelt. Er wurde sechsmal zum Tode, zu lebenslänglichem Zuchthaus und zu zahllosen Nebenstrafen verurteilt.[2]

Schumann verlangt seinen Tod. Vor ein paar Tagen hat man in Preußen endlich ein männliches Wort gehört. Ein Mann will sein Schicksal haben! Er will lieber sofort sterben als nicht wissen, was mit ihm geschieht. Er fordert seinen schnellen Tod. Versteht sich, daß es kein Bürger ist, sondern ein Verbrecher: der Massenmörder Schumann, der vor fast zehn Monaten von deutschen Geschworenen zum Tode durch das Beil verurteilt worden ist. Er sitzt seit dem Juli 1920 in Plötzensee und wartet, daß das ihm zugesagte Todesurteil vollstreckt werde. Er hat nie um Gnade gebeten. Er hat nur von Zeit zu Zeit daran erinnert, daß er ein Recht auf seinen Tod habe.“

Das Tage-Buch: Heft 18 (7. Mai 1921)

Aufgrund des Zögerns des preußischen Justizministers Hugo am Zehnhoff, dem das Recht der Begnadigung zustand, wurde Friedrich Schumann erst am 27. August 1921 um 6 Uhr morgens von dem preußischen Scharfrichter Carl Gröpler enthauptet.

Am Internationalen Museumstag am 16. Mai 2010 öffnete das Museum und Galerie Falkensee nach Umbauarbeiten wieder seine Türen in neuem Gewand. Das alte Heimatmuseum Falkensee zeigt in seinen renovierten und umgebauten Räumen eine neue und moderne Dauerausstellung zur Geschichte der Stadt Falkensee und präsentiert darin auch Dokumente und Fotos, die mit Friedrich Schumann im Zusammenhang stehen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Matthias Blazek: Carl Großmann und Friedrich Schumann – Zwei Serienmörder in den zwanziger Jahren. Ibidem-Verlag, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8382-0027-9.
  • Erich Hobusch: Wilddieberei und Förstermorde – Originalfassung seiner Bücher aus 1928–31 von Otto Busdorf. Band I-III, Neumann-Neudamm, Melsungen 2003, ISBN 3-7888-0725-3.
  • Martin Lücke (Hrsg.): Helden in der Krise, Didaktische Blicke auf die Geschichte der Männlichkeiten Bd. 2, LIT Verlag, Berlin–Münster–Wien–Zürich 2013, ISBN 978-3-8258-1760-2, S. 172.
  • Daniel Siemens: Metropole und Verbrechen. Die Gerichtsreportage in Berlin, Paris und Chicago 1919–1933. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-515-09008-7.
  • Emil Utitz: Jahrbuch für Charakterologie. Pan-Verlag, Berlin 1926.
  • Helmut Barz: Weißes Blut. Phantastischer Roman, Gryphon-Verlag, München 2006, ISBN 978-3-937800-64-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Frey, Erich: Ich beantrage Freispruch. Aus den Erinnerungen des Strafverteidigers Prof. Dr. Dr. Erich Frey. Blüchert Verlag, Hamburg 1959.
  2. Siemens, Daniel: Metropole und Verbrechen – Die Gerichtsreportage in Berlin, Paris und Chicago 1919–1933, Stuttgart 2007, S. 137.