Friedrich Theodor Schubert

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Geodäten Friedrich Theodor Schubert. Zum Astronomen siehe Friedrich Theodor von Schubert.

Friedrich Theodor Schubert (russisch Фёдор Фёдорович Шуберт, Fjodor Fjodorowitsch Schubert, auch Friedrich von Schubert; * 12. Februar 1789 in Sankt Petersburg; † 15. November 1865 in Stuttgart) war ein russischer Offizier und Geodät.

Er war der Sohn des deutschstämmigen Geographen und Astronomen an der Sankt Petersburger Akademie der Wissenschaften Friedrich Theodor von Schubert und der Luise Friederike von Cronhelm (1764–1819). Schubert erhielt mathematischen Unterricht bei seinem Vater und war ab 1800 drei Jahre auf der Militärakademie in Sankt Petersburg. Ab 1804 war er als Militärkartograph tätig und begleitete seinen Vater 1805 auf eine Expedition an die chinesische Grenze. Er nahm als Stabsoffizier an den Feldzügen gegen die Türkei (1807, 1810), Schweden in Finnland (1808/1809) und Napoleon (1806 bis 1807 und 1812 bis 1815) teil, wobei er 1807 in der Schlacht bei Preußisch Eylau verwundet wurde, 1814 Verbindungsoffizier zu Preußen war und auch diplomatische Aufgaben wahrnahm. Er blieb bis 1819 in Frankreich und nahm dabei wie schon zuvor in den anderen Feldzügen kartographische Aufgaben (Flandern) wahr. 1810 wurde er Hauptmann und 1815 Oberst. Ab 1819 war er Abteilungsleiter im Kartendepot des Generalstabs und ab 1822 bis 1843 Leiter des Militärtopographischen Korps und organisierte in dieser Funktion die kartographische Aufnahme Russlands. Dabei arbeitete er mit dem Leiter der Sternwarte Dorpat Wilhelm Struwe zusammen. In den 1830er Jahren kam die Seekarten-Aufnahme der Ostseegewässer hinzu auf der Fregatte Hercules. 1820 wurde er Generalmajor. 1834 bis 1843 war er zusätzlich Generalquartiermeister im Generalstab. Ab 1843 war er im Kriegsrat, 1845 wurde er General der Infanterie und 1846 Leiter der wissenschaftlichen Beratungskommission im Kriegsministerium. 1861 setzte er sich zur Ruhe und ging auf Reisen. 1865 starb er in Stuttgart.

In einem Aufsatz von 1859 über die Figur der Erde schlug er ein dreiachsiges Ellipsoid vor.

Er war Mitglied der Sankt Petersburger Akademie der Wissenschaften und der Akademie der Künste. In beiden Akademien wurde er 1827 Ehrenmitglied.

Schubert war mit Sophie Rall (1801–1833) verheiratet, Tochter eines Hofbankiers in Sankt Petersburg. Mit ihr hatte er einen Sohn und drei Töchter, von denen Elisabeth (1820–1879), verheiratete Corwin-Krukowski, die Mutter von Sofia Kowalewskaja war. Die Tochter Alexandrine war mit Nikolaus von Adelung (1809–1878) verheiratet, dem Sekretär von Olga von Württemberg in Stuttgart.

Seine Memoiren Unter dem Doppeladler erschienen 1962 (Herausgeber Erik Amburger, Koehler Verlag, Stuttgart). Ein Mondkrater ist nach ihm benannt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]